Fernlokal

Online-Magazin für kulturelle Korrespondenzen und Kontraste

Gacaca: Das Dorf als Richter

Justiz auf der Wiese: Die Gacaca-Gerichte haben in Ruanda zur Aufarbeitung des Völkermords beigetragen – sie sind aber auch umstritten.

Auf der Wiese setzten sich ruandische Dorfgemeinschaften schon in vorkolonialer Zeit zusammen, um Streitigkeiten um Land oder Vieh zu diskutieren und Täter und Opfer zu versöhnen. Gacacas, die kollektiven „Gras“-Gerichte im Freien, wurden in den letzten Jahren aber auch als ungewöhnliches Forum für die Aufarbeitung des Völkermords bekannt.

Gacaca - Gerichte auf Gras (Flickr/Problemkind)

Nach dem Bürgerkrieg und dem Genozid 1994 war die juristische Infrastruktur zerstört, die Gefängnisse völlig überfüllt. Den Rest des Beitrags lesen »

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Wolfgang Stoephasius: Miles & More

Wenn Wolfgang Stoephasius reist, dann hakt er Ziele auf seiner Liste ab – wie alle im Klub der Extremreisenden, in dem er deutscher Rekordhalter ist.

Pitcairn war ein besonders kniffeliger Fall. Die winzige Vulkaninsel, gerade viereinhalb Quadratkilometer britisches Überseegebiet, ragt abrupt aus dem Pazifik heraus, an den Klippen brechen sich die tosenden Wellen, irgendwo zwischen Neuseeland und Südamerika, weit weg vom Festland, so fern, dass Pitcairn lange nicht einmal auf einer Karte verzeichnet war.

Alle paar Monate wagt sich ein Schiff aus Neuseeland heran, um die letzten 48 Bewohner zu versorgen, Nachfahren der Seefahrer, die 1789 auf der Bounty meuterten, später hier anlegten und mit geraubten Tahitianerinnen die Insel belebten.

Diese Insel also wollte auch der Münchner Wolfgang Stoephasius erobern im Februar 2011. Er buchte eine Kreuzfahrt für sich und seine Frau, das Schiff sollte in die Nähe von Pitcairn fahren. Den Rest des Beitrags lesen »

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Fernlokal WM-Spezial 2011: Discover Football – Die kleine Weltmeisterschaft

Frauen, Fußball, viel Kultur: Beim Fußballfest „Discover Football“ kicken Spielerinnen aus aller Welt auf Kreuzberger Rasen.

Für die jungen Afghaninnen, die 2010 zum ersten Frauen-Fußball-Kulturfestival „Discover Football“ nach Berlin reisten, war schon der erfolgreiche Weg zum Fußballplatz ein Sieg. In ihrem Heimatland konnten sie aus Angst vor islamistischen Attacken nie trainieren. In anderen Ländern kämpfen Spielerinnen gegen Diskriminierung, Kriegstraumata oder soziale Barrieren.

Der Ball fliegt knapp am Tor vorbei

Auch in diesem Jahr treten bei „Discover Football“ in Berlin wieder Teams aus der ganzen Welt an, die es in ihren Herkunftsländern besonders schwer haben – oder sich besonders stark sozial engagieren. Den Rest des Beitrags lesen »

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Die Letzten ihrer Art: Deutschsprachige Zeitungen im Ausland

Buenos Aires, Moskau, Windhoek: Deutschsprachige Zeitungen sind auf der ganzen Welt verbreitet – doch viele kämpfen um ihr Überleben.

Wer als Auswanderer keine deutschsprachige Zeitung vorfand, gründete einfach sein eigenes Blatt: So haben sich von Buenos Aires bis Windhoek zahlreiche Auslandsmedien etabliert. Etwa 3.000 deutschsprachige Presseerzeugnisse, 300 Radioprogramme und 50 Fernsehprogramme hat die Internationale Medienhilfe außerhalb von Deutschland, Österreich und der Schweiz gezählt – sie berichten für die Exilgemeinden im Ausland, aber auch für Touristen oder Einheimische, die Deutsch lernen möchten.

Deutschsprachige Wochenzeitung in Argentinien

Deutschsprachige Wochenzeitung in Argentinien

Allerdings sind viele der 3.000 Publikationen Gemeindeblätter, Tourismusmagazine oder nur einmal jährlich erscheinende Publikationen. Tages- oder Wochenzeitungen mit mehrseitigem Umfang, einem journalistischen Anspruch und einem größeren Publikum sind rar. Den Rest des Beitrags lesen »

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Allgemeine Zeitung aus Windhoek: Wegweiser durch Namibia

Die Webseite der Allgemeinen Zeitung aus Namibia wurde zu einer der besten Webadressen zum Thema Reisen gekürt.

Der m.w.-Verlag aus Frankfurt am Main hat die Website der Allgemeinen Zeitung (AZ), der einzigen deutschsprachigen Tageszeitung aus Namibia, zum 5. Mal in Folge als „eine der besten Webadressen aus dem Bereich Reisen“ ausgezeichnet. Der Verlag stellt jährlich 6000 hilfreiche Internet-Adresse aus dem deutschsprachigen Raum zum Thema Reisen zusammen, die nicht unbedingt durch Googeln zu finden sind.

AZ: Deutschsprachige Zeitung aus NamibiaSpringböcke und Grundeinkommen

Die Webseite der Tageszeitung aus Windhoek informiert Touristen in einer umfangreichen Rubrik über sehenswerte Orte, Touren durch Namibia, Springböcke, Sandboarding, Impfschutz, Handeln auf dem Markt in Windhoek oder Projekte wie Lebende Museen. Den Rest des Beitrags lesen »

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Discover Football, zweite Runde

2011 treffen sich auf Berliner Rasen erneut Frauenmannschaften aus aller Welt, die nicht nur gut kicken, sondern entweder sozial engagiert und/oder sozial benachteiligt sind.

Durch den Dokumentarfilm “Football Under Cover” wurde die Multikulti-Frauenmannschaft des türkischen Vereins AL-Dersimspor in Kreuzberg über Berlin hinaus bekannt: Die Fußballerinnen hatten 2006 ein Spiel gegen die iranische Frauennationalmannschaft arrangiert – das erste gegen ein ausländisches Team seit 1979. Valerie Assmann,  Rechts-Außen-Spielerin bei Dersimspor, berichtete auf Fernlokal von diesem utopischen Moment.

Valerie Assmann: "Es zählt nicht nur der Fußball" (Foto: Fernlokal)

Valerie Assmann: "Es zählt nicht nur der Fußball" (Foto: Fernlokal)

Im vergangenen Jahr haben die Fußballerinnen dann erstmals ein internationales Match auf deutschem Rasen initiiert und mehrere Frauenmannschaften  zum Frauen-Fußball-Festival “Discover Football” nach Berlin geladen. Den Rest des Beitrags lesen »

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24h Air-Traffic – der tägliche Flugwahnsinn

Als Erinnerung für die, die noch schnell in den Weihnachtsurlaub fliegen.

Schneller gehts hier

Wir würden eine solche Darstellung gern von den letzten Tagen sehen, als die Flughäfen in Frankfurt, Amsterdam und London zeitweise blockiert waren…

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Marion Rolle über Klimawandel: „Frauen sind stärker verwundbar“

Marion Rolle, Koordinatorin des Netzwerks „GenderCC – Women for Climate Justice“ über Gender und Klimapolitik.

Frau Rolle, wieso sollte Klimawandel auch aus einer weiblichen Perspektive betrachtet werden?

Der Klimawandel betrifft vor allem ohnehin arme Menschen, die nicht über die nötige Infrastruktur und hinreichende Ressourcen zur Anpassung verfügen – und 70 Prozent der Armen weltweit sind weiblich. Frauen haben oft einen schlechteren Zugang zu Einkommen und zu Ressourcen wie Land, Macht, aber auch Mitbestimmungsmöglichkeiten.

Durch gesellschaftlich konstruierte Rollen sind sie für klimasensible Bereiche wie Ernährungssicherung, Wasser- und Energieversorgung verantwortlich. Grenzen wie geringe politische Mitbestimmungsoptionen, mangelnder Zugang zu Informationen oder fehlende Bildung führen dazu, dass Frauen stärker verwundbar sind, aber eingeschränkte Handlungsmöglichkeiten haben.

Unter welchen Folgen des Klimawandels leiden Frauen besonders?

Da Frauen besonders häufig von Armut betroffen sind, trifft sie jede Folge besonders, die mit einer Erhöhung von Kosten verbunden ist, wie höhere Nahrungsmittelpreise durch Ernteausfälle. Auch Frauen in Deutschland wie etwa alleinerziehende Mütter spüren das unmittelbar, da auch ihre finanziellen Ressourcen begrenzt sind. Geld ist nicht das einzige Problem. Den Rest des Beitrags lesen »

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20 Bilder á 20 Sekunden: Pecha Kucha beim Münchner Klimaherbst

Von Guerilla Gardening bis zu GPS-Karten in Afrika: Beim 4.Klimaherbst ging es um globale Strategien und lokale Ansätze für Klimaschutz.

Ihre Waffen sind Spaten und Harke, an tristen Ecken pflanzen sie heimlich Narzissen, Ziergräser und Yucca-Palmen oder werfen Samenbomben vom Fahrrad aus auf den Mittelstreifen oder an den Straßenrand: Die Guerilla Gartenzwerge aus München wollen Betonwüsten und vernachlässigtes Grün in blühende Beete verwandeln, sie erobern den öffentlichen Raum zurück.

Guerilla-Gärtnerin Silvia Gonzalez wirft während ihrer Präsentation bunte Fotos an die Wand: Die Gründerinnen der Gärtner-Truppe mit künstlichen Rauschebärten und Gießkanne in der Hand, erdverschmierte Aktivisten bei Pflanzaktionen oder Nachbarn, die sich über die neuen Blumen vor ihrer Haustür freuen.

20 Bilder à 20 Sekunden – durch das Pecha-Kucha-Vortragsprinzip, das junge Designer 2003 in Tokyo erfunden haben, hat Gonzalez so in exakt sechs Minuten und 40 Sekunden die Mission der Guerilla-Gartenzwerge erklärt. „Auf die Spaten, fertig, los“, fordert sie die Zuhörer am Ende ihres Vortrags zu eigenen Aktionen auf. „Beteiligung in der Stadt ist viel einfacher als man denkt.“

Guerilla Gardening, Energiesparen oder strategischer Konsum: Zwölf verschiedene Ideen, wie der Einzelne zu mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz beitragen kann, wurden bei der „Pecha Kucha Nacht“ des vierten Münchner Klimaherbstes präsentiert. Den Rest des Beitrags lesen »

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Sauberes Wasser bleibt knapp

Sauberes Wasser ist ein Menschenrecht – doch 900 Millionen haben keinen Zugang zu Trinkwasser. In Stockholm diskutieren Fachleute, was sich gegen den Notstand tun lässt.

Seit Ende Juli gibt es ein Menschenrecht auf sauberes Wasser, doch weltweit haben laut Unicef immer noch knapp 900 Millionen Menschen keinen Zugang zu Trinkwasser und Millionen sterben an den Folgen verschmutzten Wassers. Wie das Versorgungsproblem gelöst und die Wasserqualität verbessert werden kann, diskutieren Experten bei der Weltwasserwoche in Stockholm, die am Sonntag begonnen hat.

Myanmar: Wasser aus dem Brunnen (Foto: Patrick M. Loeff)

Myanmar: Wasser aus dem Brunnen (Foto: Patrick M. Loeff)

“Die UN-Erklärung ist ein wichtiger politischer Schritt, aber die praktischen Probleme bleiben”, sagt Wasserexperte Martin Geiger von der Umweltschutzorganisation WWF Deutschland. Aus Industrie und Landwirtschaft, aber auch wegen fehlender Sanitäranlagen sickern Schadstoffe in Grundwasser und Flüsse ein und verschärfen das Problem der ohnehin schon knappen Ressourcen. Afrika gilt weiterhin als Brennpunkt bei der Versorgung mit Trinkwasser und der Abwasserentsorgung.

Verschmutzung durch Bewässerungslandschaft
In Ländern wie China, Indien oder Pakistan belastet vor allem die Landwirtschaft die Flüsse und das Grundwasser mit hohen Schadstoffmengen. Landwirtschaft ist auch immer noch das größte deutsche Wasserqualitätsproblem, weil Dünger ins Wasser gelangt und in einigen Regionen Stickstoff und Nitrat zu hohen Kosten herausgefiltert werden müssten.

In den Entwicklungsländern werden laut WWF 70 Prozent der städtischen und industriellen Abwässer ungeklärt in die Gewässer geleitet. “Mangel, Verschwendung, Verschmutzung und Klimawandel wirken zusammen und werden, wenn sich nichts ändert, zu einer globalen Wasserkrise führen”, befürchtet Martin Geiger. Die Weltwasserwoche sei zwar politisch unverbindlich, aber ein wichtiges Forum für Erfahrungsaustausch und Innovationen.

Wieso grenzüberschreitendes Wassermanagement, Wasser-Zapfstellen oder Trenntoiletten sinnvoll sind: Süddeutsche.de

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