Fernlokal

Online-Magazin für kulturelle Korrespondenzen und Kontraste

Fernlokal-Reisetipp: Kostenlose Stadtführungen Rio de Janeiro

Unterwegs in Rio: Die “Roteiros Geográficos do Rio”der Universidade do Estado do Rio de Janeiro führen auch zu Orten abseits der klassischen Touristen-Pfade.

Das Projekt Roteiros Geográficos do Rio bietet kostenlose Stadtführungen durch Rio de Janeiro an, um den Cariocas bisher unbeachtete Aspekte ihrer Heimat zu vermitteln – aber auch Touristen dürfen sich den (portugiesischen) Spaziergängen anschließen, bei denen es um Geografie, Geschichte, Architektur, Religion, Kunst und Kultur geht:

“Os eventos descortinam a geografia, a história, a arquitetura, a religiosidade, as artes e a cultura, afora o cotidiano da cidade Maravilhosa de São Sebastião do Rio de Janeiro revelando seus meandros, gênese, expansão, simbologias e metamorfoses.”

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E-Lixo Maps: Digitales Recycling in Brasilien

Ein Internetdienst zeigt den Brasilianern an, wo sich der Elektromüll am schnellsten entsorgen lässt.

Kaputter Kühlschrank, alte CDs, Druckerpatronen oder Batterien: Damit die Brasilianer ihren Elektronikmüll nicht einfach auf die Straße stellen oder unter den Hausmüll mischen und der Weg zur nächsten Entsorgungs- oder Recycling-Sammelstelle schneller aufzufinden ist, hat das Instituto Sergio Motta sich einen digitalen Wegweiser ausgedacht.

e-Lixo: Moderne Müllentsorgung (Sreenshot)

Wer auf der e-Lixo Map anwählt, was genau er loswerden will, und seine Adresse eingibt, dem wird auf einer digitalen Karte der passende Sammelpunkt angezeigt. Den Rest des Beitrags lesen »

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Kurzfilmfestival in Rio de Janeiro

Zum 21. Mal veranstaltet Rio de Janeiro das internationale Kurzfilmfestival “Curta Cinema”. Zehn Tage präsentieren sich Filmemacher aus Rio, Brasilien und der ganzen Welt.

Ein Raunen geht durch die Masse als Beitrag vier beginnt: Nahaufnahme einer nackten Frau – nur ihre Beine sind sichtbar, während sie sich die Schnürsenkel um die weißen Rollschuhe bindet. Der Saal des historischen Kinos Odeon in Rios Zentrum ist zur Premiere der diesjährigen Kurzfilme aus Rio de Janeiro, dem “Lançamento Carioca”, vollständig besetzt. Die Filmemacher selbst erscheinen zur Vorstellung, um ihre drei bis zwanzigminütgen Filme vorzustellen.

Dabei variieren die Beiträge von der laienhaften Einpersonen-Geschichte “My Birthday-Party” über einen einsamen Geburtstag während eines Auslandsaufenthaltes bis zum professionellen Crew-Stück wie “Os Sapos” oder “As Heranças”, die zwischenmenschliche Beziehungen aufarbeiten. Zum Teil wirken die Filme sehr künstlerisch, ohne Dialog und Interaktion, dafür mit langatmigen Sequenzen.

Internationaler Wettbewerb

In der Gruppe internationaler Beiträge finden sich mehrere deutsche Filme. “Ausstieg” – ein Monolog, gesprochen auf Bilder einer S-Bahnfahrt in Berlins Mitte. Den Rest des Beitrags lesen »

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Rios Bonde: Wahrzeichen auf dem Abstellgleis

Kaum ein Bild von Rios Künstlerviertel Santa Teresa kommt ohne die kleine gelbe Straßenbahn aus. Doch seit einem Unfall mit Toten ist die Bonde stillgelegt.

Bis die genauen Ursachen geklärt sind, soll die Bonde, eines von Santa Teresas Wahrzeichen, außer Betrieb gesetzt bleiben -  mehr als einen Monat fehlt die gelbe Bahn nun auf den kurvigen Straßen von Santa Teresa. Weil die Bonde einen historischen Wert, wohl eher aber weil sie von enormer touristischer Bedeutung ist, murren die Bewohner des Viertels.

Einige von ihnen gingen Mitte September auf die Straße und forderten die Bonde zurück in Rios Alltag. “Wir wollen die Bonde zurück” oder “Wann werden wir unsere Bahn zurückerhalten” stand auf den Banderolen.


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Rio de Janeiro: Proteste gegen Wasserkraftwerk und Waldgesetz

Brasiliens Parlament hat eine neue Regelung des Waldgesetzes verabschiedet. Sie verspricht illegalen Holzfällern im Amazonasgebiet weitere Amnestie.

Dies spielt auch dem Mega-Staudamm-Projekt Belo Monte in die Hände.

In Rio de Janeiro demonstrieren Menschen gegen die Novelle des Waldgesetzes und das riesige Staudammprojekt Belo Monte im Amazonasgebiet. Der Mega-Staudamm soll zum drittgrößten Wasserkraftwerk der Welt aufsteigen und elf Prozent des brasilianischen Stroms erzeugen. Es wurde Anfang 2011 von der Regierung genehmigt.

Kritiker sehen durch das Staudammprojekt unumkehrbare Probleme: es werde massiv in die Natur des Regenwaldes und des Amazonas eingegriffen – Bäume abgeholzt, Fischkulturen vertrieben. Baumaßnahmen und damit einhergehende Flutung von Gelände fänden auf den Gebieten der indigenen Bevölkerung statt, die zudem aus ihrem Wohnraum verdrängt werde.

Begünstigt wird das Wasserkraftwerkprojekt durch die Novelle des Waldgesetzes (Novo Código Florestal), die illegalen Baumrodern Amnestie garantieren soll. Den Rest des Beitrags lesen »

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Deutsche Bier-Pioniere im Ausland: Das Ende der glorreichen Zeiten

Von Brasilien bis China: Deutsche Braumeister haben das Bier in der ganzen Welt verbreitet, darunter auch Sorten mit gewöhnungsbedürftigen Geschmacksrichtungen. Jetzt interessiert sich kaum einer mehr für die Deutschen.

Der erste Einsatz von Hans-Heinz Stecker in Xi’an war gleich eine Notoperation. Die chinesische Brauerei, die der Braumeister 1987 beraten sollte, befand sich noch mitten im Bau, die Fertigstellung der Sudhaussteuerung hätte weitere vier Monate gedauert – doch das erste Bier musste fertig werden.

Mit Funkgeräten von der chinesischen Polizei verteilten sich der Magdeburger und sein Team auf verschiedene Stationen und funkten sich Signale wie “Wasser auf”, “Rührwerk ein” oder “Schrotkasten öffnen” zu. Mal kam von der zentralen Energieversorgung kein Dampf, kein Wasser oder der Strom fiel aus. Doch trotz aller Schwierigkeiten hatten sie nach 38 Stunden drei Sude gebraut, gekühlt und mit Hefe angestellt.

Hans-Bier: Deutsche Brauer haben das Bier in der ganzen Welt verbreitet.

Hans-Bier: Deutsche Brauer haben das Bier in der ganzen Welt verbreitet.

Inzwischen ist der 80-Jährige 25 Mal nach China gereist, um Aufbauarbeit im Brauereiwesen zu leisten. Eine Anzeige in einer Fachzeitschrift hatte ihn kurz vor seiner Rente zu dem abenteuerlichen Job geführt: Die Chinesen suchten deutsche Experten, er sagte spontan zu.

Die Braumeister aus Deutschland haben im Ausland einen guten Ruf. Doch deutsche Bier-Pioniere wie Stecker gibt es nur noch selten. Den Rest des Beitrags lesen »

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Fernverlinkt #1: Brasilien – Das Ende der Lula-Ära

Am Sonntag wählt Brasilien: Staatschef Lula Inácio da Silva darf nicht mehr antreten und hat während der Wahlkampagne Dilma Rousseff als seine Nachfolgerin aufgebaut. Unter Lula ist Brasilien zur wichtigen Wirtschaftsmacht aufgestiegen – doch den oder die neue StaatschefIn erwarten auch große Probleme. Was das Netz dazu meint.
Lulas Erfolg zu übertreffen wird fast unmöglich sein. Der Präsident gilt als wichtiger Wegbereiter des brasilianischen Wirtschaftswachstums. Doch das wird zukünftig nicht einfach so weitergehen. Und wenn Dilma Roussef gewinnt, muss sie zudem erst einmal aus dem Schatten ihres Förderers treten.

The Economist: “Brazil’s presidential election. The handover”
Birgit Jennen/FTD: “Holprige Straßen bremsen Brasiliens Wachstum”

Wirtschaftsmacht und Land der sozialen Gegensätze: Der neue Präsident erbt auch Probleme. (Foto: Fernlokal)

Wirtschaftsmacht und Land der sozialen Gegensätze: Der neue Präsident erbt auch Probleme. (Foto: Fernlokal)

Kampf um den Regenwald
Der Aufschwung Brasiliens zur südamerikanischen Wirtschaftsmacht ging in den vergangenen Jahren oft auf Kosten der Umwelt voran. Der österreichische Bischof Erwin Kräutler wurde 2010 mit dem alternativen Nobelpreis ausgezeichnet, da er sich seit Jahren gegen das umstrittene Staudammprojekt Belo Monte und die Armut der Indigenas engagiert. Dabei steht er inzwischen unter Polizeischutz – da er nur knapp Mordanschlägen entging. Den Rest des Beitrags lesen »

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Vorbild Namibia: Rauchverbot und Recycling

Namibia als afrikanischer Vorreiter für Umweltschutz: Ein neues Recycling-Pilotprojekt soll die Namibier an Mülltrennung gewöhnen. Außerdem wird die ehemalige deutsche Kolonie Schritt für Schritt in eine Anti-Raucher-Zone verwandelt.

Mülltrennung ist anscheinend ein sehr deutsches Phänomen. In Brasilien trifft man nur im Bundesstaat Santa Caterina auf die bunten Vierergruppen aus Mülleimern, die zum Recycling einladen. Santa Caterina wiederum wurde stark von deutschen Einwanderern geprägt und ist vor allem für seine Fachwerkhäuser und das Oktoberfest in Blumenau bekannt.

Mülltrennung im brasilianischen Blumenau (Foto: vjweedman)

Mülltrennung im brasilianischen Blumenau (Foto: vjweedman)

Mülltrennung in Windhoek

Nun hat auch Namibia als wohl erstes afrikanisches Land am Montag ein Recycling-Projekt gestartet. In den vier Stadtteilen Avis, Eros, Klein-Windhoek und Ludwigsdorf werden kostenlose Säcke zur vorbildlichen Mülltrennung verteilt und wöchentlich wieder abgeholt. In Zukunft Den Rest des Beitrags lesen »

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Negativpreisverleihung Public Eye Awards 2011: Greenwashing statt sozialer Verantwortung

Bei den Public Eye Awards 2011 verleihen die NGO Erklärung von Bern (EvB) und Greenpeace Schweiz Preise für unternehmerische Verantwortungslosigkeit. Aussichtsreiche Kandidaten auf einen Negativ-Preis sind unter anderem Shell, Vattenfall, Roche und Coca Cola.  

Unternehmen haben erkannt, dass eine nachhaltige Ausrichtung image- und umsatzfördernd ist – doch oft ist nur der Anstrich grün. Die gemeinnützige Organisation Erklärung von Bern (EvB) und Greenpeace Schweiz verleihen den Negativpreis Public Eye Award 2011 an Unternehmen, die Greenwashing betreiben und bei ihrer Geschäftstätigkeit gegen ökologische und soziale Kriterien verstoßen.

Vorschläge gut dokumentierter unternehmerischer Missetaten können noch bis zum 20. September 2010 eingereicht werden. Die Preisträger in den Kategorien “Global”, “Swiss”, der Publikumspreis “People’s Award” und der “Greenwash Award” werden im Januar 2011, parallel zum Eröffnungstag des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos, ausgezeichnet und sollen Unternehmensskandale in die Öffentlichkeit bringen.

Krebsrisiko in Südafrika, Völkermord in Darfur

Nominiert wurden 2010 beispielsweise der grösste Stahlproduzent der Welt, Arcelor Mittal, der den südafrikanischen halbstaatlichen Stahlproduzenten Iscorin aufgekauft hat, dort sehr intransparent agiert, gegen Umweltschutzauflagen verstößt, Chemiemüll illegal entsorgt und sich weigert die Verantwortung für die Umweltverschmutzung rund um die Fabrik zu übernehmen. Wie Greenpeace berichtet würden dort deformierte Tiere geboren, Konserven und Fensterrahmen würden auffällig schnell durchrosten und die Gemeinde in der Nähe der Fabrik weise eine überdurschnittliche Krebsrate auf. Unternehmen wie die China National Petroleum Corporation (CNPC) oder die drittgrößte Investmentgesellschaft Fidelity investieren währenddessen in den Sudan oder in Darfur und  Den Rest des Beitrags lesen »

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Oscar Niemeyer: “Das Leben ist ein Hauch” (A VIDA É UM SOPRO)

Oscar Niemeyer ist brasilianischer Stararchitekt, er hat die architektonische Moderne geprägt und grazil geschwungene, weitläufige Gebäude in die Welt gesetzt, die riesigen, futuristischen Kunstwerken gleichen. Dem Mythos Niemeyer setzt der Carioca recht simple Lebensweisheiten entgegen: “Das Leben ist ein Hauch” (A VIDA É UM SOPRO). Der Dokumentarfilm gleichen Namens wurde 2007 zu Niemeyers 100. Geburtstag vollendet und läuft jetzt in den deutschen Kinos an.

In Brasilien gehört Niemeyer eine ganze Stadt: Viele Bauwerke der jetzigen Hauptstadt Brasilia tragen seine Handschrift. Brasilia wurde ab Mitte der  50er Jahre künstlich innerhalb von vier Jahren im Hinterland erschaffen. Brasilia, Bauten in Rio, Sao Paulo, Frankreich, Algerien – über 600 architektonische Projekte hat der 102-jährige mittlerweile realisiert. Oscar Ribeiro de Almeida de Niemeyer Soares wurde 1907 in Rio de Janeiro geboren (der deutsche Teil seines Namens stammt von einem Vorfahre aus Hannover ab) und er zählt zu den international bekanntesten Architekten. Seine Architektur „besteht aus Traum, Phantasie, Kurven und leeren Räumen.

Während der brasilianischen Militärdiktatur wurde der Architekt in den 60er Jahren ins Exil nach Frankreich gezwungen, wegen seiner Mitgliedschaft in der Kommunistischen Partei. Anfang der 80er kehrte er dann wieder ganz in sein Heimatland zurück. Neben all den Niemeyer-Fans auf der ganzen Welt, gibt es dennoch auch kritische Stimmen: er reproduziere zu seiner Imagepflege immer die gleichen Klischees, verschweige diverse kommerzielle Zweckbauten und auch die Funktionalität der Gebäude lasse zu wünschen übrig. Zuviel des Künstlichen, womöglich.

(sop)

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