Fernlokal

Online-Magazin für kulturelle Korrespondenzen und Kontraste

Mist zu Gold

Der kleine peruanische Küstenort Paracas ist berühmt für seine Inseln voller Vögel – und deren Mist ist ein wertvolles Wirtschaftsgut.

Morgens um acht schießen die ersten Schnellboote voller Touristen an der Küste des Naturschutzgebietes von Paracas vorbei, vorbei an einem riesigen Abdruck, der in den Hang geritzt ist und aussieht wie ein überdimensionaler Kerzenleuchter oder ein Kaktus und um den sich verschiedene Mythen ranken, da niemand seine Herkunft kennt.

Wenn das Boot die Islas Ballestas erreicht, sind die Vögel und Seelöwen aber die größte Attraktion – das Boot treibt an schwarzen oder weißen Felsformationen vorbei, je nachdem, welche Farbe die dort sitzenden, nistenden Vögel haben, die das karge Gestein in lebendiges Gewimmel verwandeln.

“Die arbeiten gerade”, sagt der Touristenführer Louis aus Paracas und deutet auf ein paar Vögel, die gerade weiße Flecken gegen den steil abfallenden Felsen klatschen lassen. Den Rest des Beitrags lesen »

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Fernlokal Soundtrack #7: “On my shoulders” von The Dø

Zwischen Frankreich und Finnland: Dan Levy und Olivia B. Merilahti alias “The Dø” servieren Indie-Pop und melancholische Herbstmusik.

 

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Wolfgang Stoephasius: Miles & More

Wenn Wolfgang Stoephasius reist, dann hakt er Ziele auf seiner Liste ab – wie alle im Klub der Extremreisenden, in dem er deutscher Rekordhalter ist.

Pitcairn war ein besonders kniffeliger Fall. Die winzige Vulkaninsel, gerade viereinhalb Quadratkilometer britisches Überseegebiet, ragt abrupt aus dem Pazifik heraus, an den Klippen brechen sich die tosenden Wellen, irgendwo zwischen Neuseeland und Südamerika, weit weg vom Festland, so fern, dass Pitcairn lange nicht einmal auf einer Karte verzeichnet war.

Alle paar Monate wagt sich ein Schiff aus Neuseeland heran, um die letzten 48 Bewohner zu versorgen, Nachfahren der Seefahrer, die 1789 auf der Bounty meuterten, später hier anlegten und mit geraubten Tahitianerinnen die Insel belebten.

Diese Insel also wollte auch der Münchner Wolfgang Stoephasius erobern im Februar 2011. Er buchte eine Kreuzfahrt für sich und seine Frau, das Schiff sollte in die Nähe von Pitcairn fahren. Den Rest des Beitrags lesen »

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Säure-Opfer Ameneh Bahrami: Erzwungene Vergebung

Erst kämpfte Bahrami fast sieben Jahre, um den Mann zu blenden, der ihr das Augenlicht genommen hat – doch plötzlich vergibt sie ihm.

Die Iranerin Ameneh Bahrami hat fast sieben Jahre lang dafür gekämpft, dass sie den Mann blenden darf, der für ihr Erblinden verantwortlich ist – 2004 hatte Madschid Mowahedi Bahrami mit Schwefelsäure attackiert, weil sie seine Heiratsanträge abgelehnt hatte (Hintergrund).

Ameneh Bahrami

Tatsächlich bekam sie dieses Recht als erstes Opfer eines Säureattentates zugesprochen – nachdem die Vollstreckung im Mai 2011 bereits einmal verschoben worden war, da der Iran einen internationalen Imageschäden befürchtete, sollte die Bestrafung an diesem Sonntagmorgen stattfinden.

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Online-Petition: Abstimmen für Qualitätsjournalismus

Guter Journalismus braucht Ressourcen: Nachwuchsjournalisten protestieren mit einer Online-Petition gegen den Sparkurs der Verleger.

Nachwuchsjournalisten haben auch etwas zu Ihrer eigenen Zukunft zu sagen, die gerade an anderer Stelle entschieden werden soll: Bei den Tarifverhandlungen für Tageszeitungen. Wer in Zukunft als Journalist bei einer Zeitung eingestellt wird, soll nach den Plänen der Verleger bis zu 30 Prozent weniger verdienen als bisher. Schüler von zwölf deutschen Journalistenschulen haben einen offenen Brief an die Zeitungsverleger geschrieben. Hier geht es direkt zur Online-Petition. Interessant auch die Pro- und Contra-Debatte.

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Fernlokal WM-Spezial 2011: Slumdog Verteidigerin

Sie hatte keine Bleibe, kein Geld, keine Freunde. Shahenaz Kureshi lebt heute in einem indischen Armenviertel – und findet im Fußball einen neuen Lebenssinn.

Shahenaz Kureshis Geburt war für ihren Vater eine Beleidigung. Tagelang schlug und schikanierte er die Mutter, die es gewagt hatte, nur eine Tochter, keinen Sohn, auf die Welt zu bringen, und ermordete die Kleine fast, bis Shahenaz’ Mutter mit dem Baby flüchtete. An diesem Berliner Nachmittag im Juni steht Shahenaz Kureshi, die so unerwünscht war, am richtigen Platz in ihrem Leben: Auf einem Berliner Fußballfeld donnert sie energisch einen Ball nach dem anderen ins Tor, dribbelt, lacht.

Die gemalte safranfarben-weiß-grüne Landesflagge trägt die zierliche 19-Jährige stolz auf der Wange, dazu das „Slum Soccer“-Trikot: hellblaues Hemd, hellblaue Shorts, rote Stutzen. Fußball eben.

Fußball spielt im Hockey- und Cricket-Land Indien eine geringe Rolle, kein indisches Nationalteam hat sich je für die WM qualifiziert – doch es ist zumindest eine kleine Weltmeisterschaft, bei der Shahenaz ihr Land vertritt: Beim Frauen-Fußball-Festival „Discover Football“ in Kreuzberg treten in dieser Woche Frauenteams aus aller Welt gegeneinander an. Den Rest des Beitrags lesen »

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St. Petersburg – East Side Story

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Fernlokal WM-Spezial 2011: Discover Football – Die kleine Weltmeisterschaft

Frauen, Fußball, viel Kultur: Beim Fußballfest „Discover Football“ kicken Spielerinnen aus aller Welt auf Kreuzberger Rasen.

Für die jungen Afghaninnen, die 2010 zum ersten Frauen-Fußball-Kulturfestival „Discover Football“ nach Berlin reisten, war schon der erfolgreiche Weg zum Fußballplatz ein Sieg. In ihrem Heimatland konnten sie aus Angst vor islamistischen Attacken nie trainieren. In anderen Ländern kämpfen Spielerinnen gegen Diskriminierung, Kriegstraumata oder soziale Barrieren.

Der Ball fliegt knapp am Tor vorbei

Auch in diesem Jahr treten bei „Discover Football“ in Berlin wieder Teams aus der ganzen Welt an, die es in ihren Herkunftsländern besonders schwer haben – oder sich besonders stark sozial engagieren. Den Rest des Beitrags lesen »

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Adrenalinkick auf zwei Rädern

Mit seinem Rad legt der 19-jährige Daniel gefährliche Stunts hin. Der Trial-Biker springt über Steine, Treppen oder Brunnen in seiner Heimat St. Petersburg.

Es gibt Orte auf der Welt, die eine so seltsame Kulisse bieten, dass sie auf den Betrachter eine regelrechte Faszination ausüben. Die Gegend um den „Park 300“ im russischen St. Petersburg ist so ein Ort: ein jung angelegter Park mit vielen kleinen Bäumen, dahinter reihenweise Neubauten im sozialistischen Stil. Neue Glashochhäuser mischen sich zwischen Plattenbauten mit bis zu 20 Stockwerken vor einer Meeresbucht und im Hintergrund eine Skyline mit Kreuzfahrtschiffen. Am dreckigen Wasser stehen einzelne Grüppchen und grillen – zum Sitzen ist es zu kalt und der Sand vom Regen nass.

Daniel im Park 300

Für den Russen Daniel ist diese Kulisse der perfekte Trainingsort. Auf den Steinbrocken des Ufers springt er mit seinem Bike von Stein zu Stein: Trial-Biking ist das. Springen und fahren mit einem Rad, das dem eines Mountainbikes oder BMX-Rades ähnelt. Weil die Biker mit ihren Trial-Bikes aber extreme Sprünge und Wendungen machen, sind die Räder anders ausgestattet: Oftmals ohne Sattel, dicke Reifen, extrem rutschfeste Pedalen, leichter Rahmen.

Stuntbike Marke Eigenbau

Der 19-jährige Daniel hat sein Bike selbst zusammengebaut. „In Russland gibt es wenige Geschäfte, die das Zubehör verkaufen, deswegen suche ich mir die Teile selbst zusammen“, sagt Daniel. Er bestellt sie per Internet zum Beispiel aus Großbritannien. Die Community der Trial-Biker in St. Petersburg findet und verabredet sich oft online.
Daniel fährt seit vier Jahren Trial. Den Rest des Beitrags lesen »

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Soziales Engagement im Drogenkrieg

Lisa Zeidler und Sandra Wienand haben die Situation von Menschenrechtsorganisationen in Kolumbien und Mexiko erforscht.

Drogen begegneten Lisa Zeidler und Sandra Wienand gleich am ersten Tag in Bogotá, der ehemaligen kolumbianischen Drogenwelthauptstadt: Als sie in einem kleinen Laden Wasser kaufen wollten, schwankte ein Kolumbianer mit einem weißen Tütchen voller Kokain hinein und ließ es sich von der Ladenbesitzerin aufschneiden.

Kolumbianischer Alltag, für die deutschen Studentinnen skurril. Neun Wochen lang sind die beiden durch Mexiko und Kolumbien gereist – kein Urlaubstrip, sondern ein Forschungsaufenthalt. Sandra, 24, und Lisa, 25, haben für ihre Masterarbeit Interviews mit Vertretern von Menschenrechtsorganisationen geführt. Den Rest des Beitrags lesen »

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