Fernlokal

Online-Magazin für kulturelle Korrespondenzen und Kontraste

Fernlokal-Reisetipp: Kostenlose Stadtführungen Rio de Janeiro

Unterwegs in Rio: Die “Roteiros Geográficos do Rio”der Universidade do Estado do Rio de Janeiro führen auch zu Orten abseits der klassischen Touristen-Pfade.

Das Projekt Roteiros Geográficos do Rio bietet kostenlose Stadtführungen durch Rio de Janeiro an, um den Cariocas bisher unbeachtete Aspekte ihrer Heimat zu vermitteln – aber auch Touristen dürfen sich den (portugiesischen) Spaziergängen anschließen, bei denen es um Geografie, Geschichte, Architektur, Religion, Kunst und Kultur geht:

“Os eventos descortinam a geografia, a história, a arquitetura, a religiosidade, as artes e a cultura, afora o cotidiano da cidade Maravilhosa de São Sebastião do Rio de Janeiro revelando seus meandros, gênese, expansão, simbologias e metamorfoses.”

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E-Lixo Maps: Digitales Recycling in Brasilien

Ein Internetdienst zeigt den Brasilianern an, wo sich der Elektromüll am schnellsten entsorgen lässt.

Kaputter Kühlschrank, alte CDs, Druckerpatronen oder Batterien: Damit die Brasilianer ihren Elektronikmüll nicht einfach auf die Straße stellen oder unter den Hausmüll mischen und der Weg zur nächsten Entsorgungs- oder Recycling-Sammelstelle schneller aufzufinden ist, hat das Instituto Sergio Motta sich einen digitalen Wegweiser ausgedacht.

e-Lixo: Moderne Müllentsorgung (Sreenshot)

Wer auf der e-Lixo Map anwählt, was genau er loswerden will, und seine Adresse eingibt, dem wird auf einer digitalen Karte der passende Sammelpunkt angezeigt. Den Rest des Beitrags lesen »

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Schüsse auf Sprayer

Riskante Kunst: In Kolumbien ist ein 16-jähriger Sprayer erschossen worden – und die Polizei versucht, den Fehler zu vertuschen.

Ein ganz normaler Streifzug durch die Nacht sollte es werden, im Norden von Bogotá wollten vier Freunde im August ein paar Mauern mit Graffiti verzieren – doch nur drei der Jugendlichen überlebten den Abend.

Als eine Polizeistreife die jungen Sprayer entdeckte, versuchten sie zu fliehen – dabei wurde der 16-jährige Kolumbianer Diego Felipe Becerra von einem Polizisten erschossen.

Einer der Freunde berichtete der kolumbianischen Wochenzeitung Semana zufolge, er habe sich nach Diego umgedreht und ihn am Boden liegen sehen: “Er rief mir zu, dass er seine Beine nicht mehr spürt.” Den Rest des Beitrags lesen »

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Mist zu Gold

Der kleine peruanische Küstenort Paracas ist berühmt für seine Inseln voller Vögel – und deren Mist ist ein wertvolles Wirtschaftsgut.

Morgens um acht schießen die ersten Schnellboote voller Touristen an der Küste des Naturschutzgebietes von Paracas vorbei, vorbei an einem riesigen Abdruck, der in den Hang geritzt ist und aussieht wie ein überdimensionaler Kerzenleuchter oder ein Kaktus und um den sich verschiedene Mythen ranken, da niemand seine Herkunft kennt.

Wenn das Boot die Islas Ballestas erreicht, sind die Vögel und Seelöwen aber die größte Attraktion – das Boot treibt an schwarzen oder weißen Felsformationen vorbei, je nachdem, welche Farbe die dort sitzenden, nistenden Vögel haben, die das karge Gestein in lebendiges Gewimmel verwandeln.

“Die arbeiten gerade”, sagt der Touristenführer Louis aus Paracas und deutet auf ein paar Vögel, die gerade weiße Flecken gegen den steil abfallenden Felsen klatschen lassen. Den Rest des Beitrags lesen »

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Kurzfilmfestival in Rio de Janeiro

Zum 21. Mal veranstaltet Rio de Janeiro das internationale Kurzfilmfestival “Curta Cinema”. Zehn Tage präsentieren sich Filmemacher aus Rio, Brasilien und der ganzen Welt.

Ein Raunen geht durch die Masse als Beitrag vier beginnt: Nahaufnahme einer nackten Frau – nur ihre Beine sind sichtbar, während sie sich die Schnürsenkel um die weißen Rollschuhe bindet. Der Saal des historischen Kinos Odeon in Rios Zentrum ist zur Premiere der diesjährigen Kurzfilme aus Rio de Janeiro, dem “Lançamento Carioca”, vollständig besetzt. Die Filmemacher selbst erscheinen zur Vorstellung, um ihre drei bis zwanzigminütgen Filme vorzustellen.

Dabei variieren die Beiträge von der laienhaften Einpersonen-Geschichte “My Birthday-Party” über einen einsamen Geburtstag während eines Auslandsaufenthaltes bis zum professionellen Crew-Stück wie “Os Sapos” oder “As Heranças”, die zwischenmenschliche Beziehungen aufarbeiten. Zum Teil wirken die Filme sehr künstlerisch, ohne Dialog und Interaktion, dafür mit langatmigen Sequenzen.

Internationaler Wettbewerb

In der Gruppe internationaler Beiträge finden sich mehrere deutsche Filme. “Ausstieg” – ein Monolog, gesprochen auf Bilder einer S-Bahnfahrt in Berlins Mitte. Den Rest des Beitrags lesen »

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Rios Bonde: Wahrzeichen auf dem Abstellgleis

Kaum ein Bild von Rios Künstlerviertel Santa Teresa kommt ohne die kleine gelbe Straßenbahn aus. Doch seit einem Unfall mit Toten ist die Bonde stillgelegt.

Bis die genauen Ursachen geklärt sind, soll die Bonde, eines von Santa Teresas Wahrzeichen, außer Betrieb gesetzt bleiben -  mehr als einen Monat fehlt die gelbe Bahn nun auf den kurvigen Straßen von Santa Teresa. Weil die Bonde einen historischen Wert, wohl eher aber weil sie von enormer touristischer Bedeutung ist, murren die Bewohner des Viertels.

Einige von ihnen gingen Mitte September auf die Straße und forderten die Bonde zurück in Rios Alltag. “Wir wollen die Bonde zurück” oder “Wann werden wir unsere Bahn zurückerhalten” stand auf den Banderolen.


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Die Kinder-Killer

Waffen, Drogen, Geld und Macht: In Mexiko steigen immer mehr Kinder und Jugendliche ins Kartellgeschäft ein.

Gerade einmal 14 Jahre war Edgar Jiménez Lugo alt, als er im vergangenen Dezember verhaftet wurde – der mexikanische Teenager mit den krausen braunen Haaren hatte bereits vier Menschen ermordet, mindestens. Fotos von seinen Folteropfern hatte er auf seinen beiden Handys gespeichert.

Eine ziemlich blutige Bilanz für einen 14-Jährigen, doch Edgar Jiménez Lugo ist kein Einzelfall in Mexiko. Immer mehr Kinder und Jugendliche erledigen Jobs für Kartelle – von Drogenverkauf über Botengänge bis zu Mordaufträgen. Den Rest des Beitrags lesen »

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Zeugen der Gewalt

Der Drogenkrieg in Mexiko kostet Tausende von Menschenleben. Wer darüber berichtet, wird selbst zur Zielscheibe.

Wenn Lucy Sosa sich durch die Bildergalerie ihres Mobiltelefons klickt, sieht sie keine Kinder, Tiere oder Urlaubsfotos, sondern ermordete Jugendliche, die mit verdrehten Körpern auf einer staubigen Straße liegen. Oder einen Mann in einer Blutlache. Alltag in Ciudad Juárez, der gefährlichsten Stadt Mexikos: „Wir finden jeden Tag drei oder vier Tote“, sagt Sosa abgeklärt, während sie die Fotos betrachtet.

Polizeireporterin Lucy Sosa: Tödlicher Job

Als Polizeireporterin der Lokalzeitung „Diario de Juárez“ hat die 41-Jährige schon viel gesehen. Die vergangene Woche begann mit zwei Männerleichen – gefesselte Hände, Folterspuren, Plastiksäcke über dem Kopf. Den Rest des Beitrags lesen »

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Militärdiktatur-Prozesse: Spätes Urteil im Mordfall Elisabeth Käsemann

Elisabeth Käsemann wurde 1977 von argentinischen Militärs erschossen – erst jetzt werden die Täter bestraft.

An ihrem 30. Geburtstag befand sich Elisabeth Käsemann bereits in dem Folterzentrum El Vesubio in der Provinz Buenos Aires. Wenige Tage später, in der Nacht vom 23. auf den 24. Mai 1977 wurde sie mit 15 Mitgefangenen in Monte Grande erschossen. Die offizielle Version der argentinischen Militärregierung: Es habe ein Feuergefecht gegeben, bei dem die 16 “subversiven Verbrecher” getötet worden seien. Allerdings trug Elisabeth Handschellen und eine Kapuze über dem Kopf, die Militärs hatten sie mit Schüssen in Genick und Rücken exekutiert (Hier mehr zu ihrer Geschichte).

Erst jetzt mussten sich die Täter vor Gericht verantworten, die für die Entführung und den Mord an der jungen Deutschen verantwortlich sind.

Nach eineinhalb Jahren Hauptverhandlung Den Rest des Beitrags lesen »

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Fernlokal WM-Spezial 2011: Discover Football – Die kleine Weltmeisterschaft

Frauen, Fußball, viel Kultur: Beim Fußballfest „Discover Football“ kicken Spielerinnen aus aller Welt auf Kreuzberger Rasen.

Für die jungen Afghaninnen, die 2010 zum ersten Frauen-Fußball-Kulturfestival „Discover Football“ nach Berlin reisten, war schon der erfolgreiche Weg zum Fußballplatz ein Sieg. In ihrem Heimatland konnten sie aus Angst vor islamistischen Attacken nie trainieren. In anderen Ländern kämpfen Spielerinnen gegen Diskriminierung, Kriegstraumata oder soziale Barrieren.

Der Ball fliegt knapp am Tor vorbei

Auch in diesem Jahr treten bei „Discover Football“ in Berlin wieder Teams aus der ganzen Welt an, die es in ihren Herkunftsländern besonders schwer haben – oder sich besonders stark sozial engagieren. Den Rest des Beitrags lesen »

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