Fernlokal

Online-Magazin für kulturelle Korrespondenzen und Kontraste

Die Kinder-Killer

Waffen, Drogen, Geld und Macht: In Mexiko steigen immer mehr Kinder und Jugendliche ins Kartellgeschäft ein.

Gerade einmal 14 Jahre war Edgar Jiménez Lugo alt, als er im vergangenen Dezember verhaftet wurde – der mexikanische Teenager mit den krausen braunen Haaren hatte bereits vier Menschen ermordet, mindestens. Fotos von seinen Folteropfern hatte er auf seinen beiden Handys gespeichert.

Eine ziemlich blutige Bilanz für einen 14-Jährigen, doch Edgar Jiménez Lugo ist kein Einzelfall in Mexiko. Immer mehr Kinder und Jugendliche erledigen Jobs für Kartelle – von Drogenverkauf über Botengänge bis zu Mordaufträgen. Den Rest des Beitrags lesen »

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Zeugen der Gewalt

Der Drogenkrieg in Mexiko kostet Tausende von Menschenleben. Wer darüber berichtet, wird selbst zur Zielscheibe.

Wenn Lucy Sosa sich durch die Bildergalerie ihres Mobiltelefons klickt, sieht sie keine Kinder, Tiere oder Urlaubsfotos, sondern ermordete Jugendliche, die mit verdrehten Körpern auf einer staubigen Straße liegen. Oder einen Mann in einer Blutlache. Alltag in Ciudad Juárez, der gefährlichsten Stadt Mexikos: „Wir finden jeden Tag drei oder vier Tote“, sagt Sosa abgeklärt, während sie die Fotos betrachtet.

Polizeireporterin Lucy Sosa: Tödlicher Job

Als Polizeireporterin der Lokalzeitung „Diario de Juárez“ hat die 41-Jährige schon viel gesehen. Die vergangene Woche begann mit zwei Männerleichen – gefesselte Hände, Folterspuren, Plastiksäcke über dem Kopf. Den Rest des Beitrags lesen »

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Mord in Guatemala: Anschlag auf Facundo Cabral

Der argentinische Sänger Facundo Cabral ist heute in Guatemala erschossen worden.

Der Argentinier Facundo Cabral war gerade auf einer Konzertreise und nach Vorstellungen in Guatemala auf dem Weg zum Flughafen, als sein Wagen sowie der Wagen seines Leibwächters von einem bewaffneten Kommando attackiert wurden – Cabral, 74, wurde durch mehrere Schüsse getötet. Ob es ein Raubüberfall, eine gezielte Attacke (Cabral hatte länger in Mexiko gelebt, wer weiß) oder eine Verwechslung war, ist unklar. Der Mord wirft nun ein kurzes Schlaglicht auf den von Banden- und Kartellkriminalität durchdrungenen Staat, die Suche nach den Tätern sei im Gange, aber da Guatemala eine ähnliche Straflosigkeitsquote haben dürfte wie Mexiko, ist die Wahrscheinlichkeit einer Antwort gering.

Der Argentinier Cabral ist in den 1970er Jahren mit seinem Lied ”No soy de aqui, ni soy de alla”bekannt wurde, musste aber 1976 zur Zeit der Militärdiktatur das Land verlassen, da er als einer der argentinischen Protestsänger galt, damals ein lebensgefährlicher Ruf.

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Soziales Engagement im Drogenkrieg

Lisa Zeidler und Sandra Wienand haben die Situation von Menschenrechtsorganisationen in Kolumbien und Mexiko erforscht.

Drogen begegneten Lisa Zeidler und Sandra Wienand gleich am ersten Tag in Bogotá, der ehemaligen kolumbianischen Drogenwelthauptstadt: Als sie in einem kleinen Laden Wasser kaufen wollten, schwankte ein Kolumbianer mit einem weißen Tütchen voller Kokain hinein und ließ es sich von der Ladenbesitzerin aufschneiden.

Kolumbianischer Alltag, für die deutschen Studentinnen skurril. Neun Wochen lang sind die beiden durch Mexiko und Kolumbien gereist – kein Urlaubstrip, sondern ein Forschungsaufenthalt. Sandra, 24, und Lisa, 25, haben für ihre Masterarbeit Interviews mit Vertretern von Menschenrechtsorganisationen geführt. Den Rest des Beitrags lesen »

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Journalismus in Mexiko: Lucy und der Tod

Zwischen den Fronten des Drogenkriegs: Lucy Sosa arbeitet als Polizeireporterin in Ciudad Juárez.

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Veracruz – Karnevalshochburg zwischen Bohrinseln

In der quirligen mexikanischen Strandstadt Veracruz trifft bunte Lebensfreude auf wirtschaftliche Ölförderung.

Mit viel Kraft schiebt Carlos die metallene Reibe auf dem metergroßen Eisblock vor und zurück, schüttet das geriebene Eis in einen Plastik-Becher bis sich ein zylinderförmiger tassengroßer Eisklotz gebildet hat. Seine Schwester gießt eine kräftige purpurrote Sirup-Flüssigkeit darüber und fertig ist der zuckersüße mexikanische Drink „Raspado”.

Uferpromenade Veracruz

Uferpromenade Veracruz (copyright: fernlokal)

Bis in die späten Abendstunden stehen die fünf Raspado-Verkäufer an der Uferpromenade des Badeortes Veracruz und warten auf Kunden. Überwiegend mexikanische Besucher schlendern bei nächtlichen 25 Grad über die mit Laternen erhellten Wege und geben ihr Geld für unnötige Spielereien, Essen und Süßigkeiten aus. Den Rest des Beitrags lesen »

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Kino in Mexiko City: La Casa del Cine

Mexikanischer und lateinamerikanischer Film, alternatives Kino und Forum für Cineasten.

La Casa del Cine ist ein Open-Space für Filmliebhaber und Filmemacher, in dem täglich zwei mexikanische oder lateinamerikanische Filme zu Minimalpreisen (20 Pesos bzw. 15 Pesos für Studenten) gezeigt werden, wo Raum und Technik in einem schönen, alten, renovierten, lichtem Gebäude zur Verfügung gestellt werden, damit jeder seine eigenen Filme schneiden und vorführen kann, und wo auch noch andere Veranstaltungen wie Lesungen, Diskussionsabende oderWorkshops mit der Kamera angeboten werden.

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Barfuß und Bargeldlos

Schuhe weg, Geld weg: Gestrandet in Mexiko City.

Der Plan sah eigentlich anders aus: Endlich wieder Aufbruch aus der – wenn auch spannenden und sich fast schon wie zuhause anfühlenden – Metropole Mexiko City, endlich wieder reisen – nach Morelia und Guadalajara, in die Bundesstaaten Michoacán und Jalisco, die wir bisher noch nicht betreten haben.

In Guadalajara auf der Parkbank

Nach dem Zusammensammeln der letzten Peso-Scheine aus Reiseführer, Brottüte, Socken und anderen absurden Verstecken dann Ernüchterung: wir hätten es gerade mal per Bus nach Guadalajara geschafft, dann hätten wir wohl auf einer Parkbank schlafen müssen. Den Rest des Beitrags lesen »

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Oaxaca: Revolution auf der Straße

Steinewerfer, Masken, Totenköpfe: In der Street-Art von Oaxaca spiegeln sich mexikanische Politik und Kultur.

Neben einer Kirche im spanischen Kolonialstil springen Skater über Treppen und feilen an ihren Tricks, an den Wänden kleben ein gelb-schwarzes Zebra und einige Sticker.

Gerade einmal 300.000 Einwohner hat Oaxaca, die Hauptstadt des gleichnamigen mexikanischen Bundesstaates – und doch ist Street-Art hier an jeder Straßenecke präsent und verhältnisweise häufiger zu sehen als in der riesigen Metropole Mexiko City.

Kreative Vielfalt

Viele der knallbunten Häuserwände Oaxacas sind mit Tags verziert oder auch mit unschönen Schriftzügen vollgeschmiert. Den Rest des Beitrags lesen »

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Oaxaca nach den Protesten

Schöne Farben, Straßenleben, indigene Armut und viel Kultur.

Oaxaca ist, zumindest nach der sonnigen Insel-Atmosphäre in Puerto Escondido, erstmal eine ziemlich schlecht riechende Stadt. Die Dunstglocke aus Abgasen und Hitze, die über den vielen flachen, knalligbunten Häusern liegt, gibt den Blick auf die Bergketten rund um Oaxaca erst am Abend frei.

Proteste gegen Korruption und Armut

Die Hauptstadt des gleichnamigen Bundestaats ist vor allem aber eine Stadt, die lebendig ist, die schöne Farben hat und in der viel passiert. Die Proteste von 2006 und 2007 sind auf den ersten Blick nicht mehr spürbar – vor fünf Jahren hatten sich von Akademikern ausgehende Demonstrationen gegen niedrige Löhne zu einer Protestwelle einer breiten Koaliton sozialer Bewegungen gegen Korruption und die Politik von Ulises Ruiz, den Gouverneur von Oaxaca, ausgeweitet.
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