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Gacaca: Das Dorf als Richter

Justiz auf der Wiese: Die Gacaca-Gerichte haben in Ruanda zur Aufarbeitung des Völkermords beigetragen – sie sind aber auch umstritten.

Auf der Wiese setzten sich ruandische Dorfgemeinschaften schon in vorkolonialer Zeit zusammen, um Streitigkeiten um Land oder Vieh zu diskutieren und Täter und Opfer zu versöhnen. Gacacas, die kollektiven „Gras“-Gerichte im Freien, wurden in den letzten Jahren aber auch als ungewöhnliches Forum für die Aufarbeitung des Völkermords bekannt.

Gacaca - Gerichte auf Gras (Flickr/Problemkind)

Nach dem Bürgerkrieg und dem Genozid 1994 war die juristische Infrastruktur zerstört, die Gefängnisse völlig überfüllt. Den Rest des Beitrags lesen »

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Übernachten im Flüchtlingslager

Das palästinensische Flüchtlingslager Dheisheh bei Bethlehem ermöglicht einen Einblick in den Alltag seiner Bewohner.

Einige Jugendliche machen neben der Hauptstraße Musik, vorbeifahrende Autos hupen, später dringt die ganze Nacht Musik durch die engen Straßen – in Dheisheh wird an diesem Abend die Hochzeit eines palästinensischen Pärchens gefeiert.

Am Anfang war es nur eine Zeltstadt, jetzt ist eine richtige kleine Stadt: Das Flüchtlingslager Dheisheh im Süden von Bethlehem ist längst nicht mehr die temporäre Siedlung, als die es anfangs gedacht war. Den Rest des Beitrags lesen »

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Fernverlinkt: Harbour-Tales – Geschichten aus Israel

Konflikt, Alltag und komplexe Lebenswelten: Deutsche und israelische Journalisten haben sich auf einen Streifzug durch Israel gemacht.

Immigration, alltägliche Bedrohung in Sderot, Mode, eine Demo für einen palästinensischen Staat, Jerusalem-Syndrom, Nachtleben in Tel Aviv, religiöser Übereifer: Bei einem Crossmedia-Workshop haben junge Journalisten aus Deutschland und Israel in Israel zahlreiche Geschichten gesucht, gefunden und auf der Webseite Harbour Tales in Bild, Ton und Text aufbereitet.

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Die Kinder-Killer

Waffen, Drogen, Geld und Macht: In Mexiko steigen immer mehr Kinder und Jugendliche ins Kartellgeschäft ein.

Gerade einmal 14 Jahre war Edgar Jiménez Lugo alt, als er im vergangenen Dezember verhaftet wurde – der mexikanische Teenager mit den krausen braunen Haaren hatte bereits vier Menschen ermordet, mindestens. Fotos von seinen Folteropfern hatte er auf seinen beiden Handys gespeichert.

Eine ziemlich blutige Bilanz für einen 14-Jährigen, doch Edgar Jiménez Lugo ist kein Einzelfall in Mexiko. Immer mehr Kinder und Jugendliche erledigen Jobs für Kartelle – von Drogenverkauf über Botengänge bis zu Mordaufträgen. Den Rest des Beitrags lesen »

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Warten auf einen Staat

Die Palästinenser kämpfen um die Anerkennung ihres Staates durch die UN – ohne große Aussicht auf Erfolg. Besuch in Ramallah.

Seht her, schien ihre Haltung zu sagen, wir geben nicht auf, wir kämpfen für unseren Staat, notfalls auch mit Gewalt: Zwei palästinensische Jugendliche, einer davon mit schwarzer Strumpfmaske und palästinensischer Flagge, posierten am vergangenen Freitag bei Ramallah vor der Grenzmauer, die Israel von den palästinensischen Gebieten trennt.

Schnell hatte sich um die beiden Jugendlichen herum ein Halbkreis aus Reportern und Kamera-Teams gebildet, die dieses Bild in die Welt sendeten.

Doch die befürchtete Gewalteskalation blieb aus an dem Tag, an dem Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas die Vollmitgliedschaft eines Staates Palästina bei den Vereinten Nationen beantragte – ein Vorstoß, um die Verhandlungen über einen eigenen Staat für die Palästinenser wiederzubeleben, diesmal an Israel vorbei. Den Rest des Beitrags lesen »

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Mein Haus: ein Zelt

Aufstand in Israel: Yoav Fekete lebt in einem Zelt – und protestiert für ein bezahlbares Leben und eine bessere Gesellschaft.

Yoav Fekete lebt auf dem Rothschild-Boulevard, der teuersten Allee von Tel Aviv, dort wo Banken, Büros und teure Cafés zu finden sind – doch er wohnt in keinem der Luxusapartments, sondern in einem grauen Zelt.

“Ich möchte, dass die Menschen die Zukunft gestalten und dass Israel sich ändert”, sagt der 27-Jährige. Er ist einer der jungen Demonstranten, die seit acht Wochen campen, um auf die sozialen Probleme in Israel hinzuweisen.

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Säure-Opfer Ameneh Bahrami: Erzwungene Vergebung

Erst kämpfte Bahrami fast sieben Jahre, um den Mann zu blenden, der ihr das Augenlicht genommen hat – doch plötzlich vergibt sie ihm.

Die Iranerin Ameneh Bahrami hat fast sieben Jahre lang dafür gekämpft, dass sie den Mann blenden darf, der für ihr Erblinden verantwortlich ist – 2004 hatte Madschid Mowahedi Bahrami mit Schwefelsäure attackiert, weil sie seine Heiratsanträge abgelehnt hatte (Hintergrund).

Ameneh Bahrami

Tatsächlich bekam sie dieses Recht als erstes Opfer eines Säureattentates zugesprochen – nachdem die Vollstreckung im Mai 2011 bereits einmal verschoben worden war, da der Iran einen internationalen Imageschäden befürchtete, sollte die Bestrafung an diesem Sonntagmorgen stattfinden.

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Zeugen der Gewalt

Der Drogenkrieg in Mexiko kostet Tausende von Menschenleben. Wer darüber berichtet, wird selbst zur Zielscheibe.

Wenn Lucy Sosa sich durch die Bildergalerie ihres Mobiltelefons klickt, sieht sie keine Kinder, Tiere oder Urlaubsfotos, sondern ermordete Jugendliche, die mit verdrehten Körpern auf einer staubigen Straße liegen. Oder einen Mann in einer Blutlache. Alltag in Ciudad Juárez, der gefährlichsten Stadt Mexikos: „Wir finden jeden Tag drei oder vier Tote“, sagt Sosa abgeklärt, während sie die Fotos betrachtet.

Polizeireporterin Lucy Sosa: Tödlicher Job

Als Polizeireporterin der Lokalzeitung „Diario de Juárez“ hat die 41-Jährige schon viel gesehen. Die vergangene Woche begann mit zwei Männerleichen – gefesselte Hände, Folterspuren, Plastiksäcke über dem Kopf. Den Rest des Beitrags lesen »

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Medienkritik: Nachrichtenliebling China

Verkürzte Nachrichtentexte stärken Chinas Medienpräsenz und erleichtern dem undemokratischen Land erhöhte Aufmerksamkeit.

Eigentlich können sich die Berliner mit RadioEins über ein relativ ausgewogenes Radioprogramm freuen. Kultur, Politik, Lokales und auch zur Hälfte gute, also abseits vom Mainstream, Musik. Nachrichten allerdings können sich die Hörer sparen: kaum länger als der alle 25 Minuten gesendete nervtötend laute Werbeblock berichtet RadioEins das, was BILD, Spiegel und Co. in den Schlagzeilen schon vorher verlautbaren. „Laut Spiegel Online…; einer Studie, die dem Nachrichtenmagazin Spiegel vorliegt…“, ein oft gehörter Satz.

Mal sind es Themen, die nicht nachrecherchiert werden, manchmal kommen die Nachrichten ohne Bedacht. So wie heute: „China hat den Empfang des Dalai Lama von US-Präsident Obama scharf kritisiert…“ Wer eine solche Nachricht sendet, unterstützt die repressive Macht im Osten. Den Rest des Beitrags lesen »

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Militärdiktatur-Prozesse: Spätes Urteil im Mordfall Elisabeth Käsemann

Elisabeth Käsemann wurde 1977 von argentinischen Militärs erschossen – erst jetzt werden die Täter bestraft.

An ihrem 30. Geburtstag befand sich Elisabeth Käsemann bereits in dem Folterzentrum El Vesubio in der Provinz Buenos Aires. Wenige Tage später, in der Nacht vom 23. auf den 24. Mai 1977 wurde sie mit 15 Mitgefangenen in Monte Grande erschossen. Die offizielle Version der argentinischen Militärregierung: Es habe ein Feuergefecht gegeben, bei dem die 16 “subversiven Verbrecher” getötet worden seien. Allerdings trug Elisabeth Handschellen und eine Kapuze über dem Kopf, die Militärs hatten sie mit Schüssen in Genick und Rücken exekutiert (Hier mehr zu ihrer Geschichte).

Erst jetzt mussten sich die Täter vor Gericht verantworten, die für die Entführung und den Mord an der jungen Deutschen verantwortlich sind.

Nach eineinhalb Jahren Hauptverhandlung Den Rest des Beitrags lesen »

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