Fernlokal

Online-Magazin für kulturelle Korrespondenzen und Kontraste

Fernverlinkt: Harbour-Tales – Geschichten aus Israel

Konflikt, Alltag und komplexe Lebenswelten: Deutsche und israelische Journalisten haben sich auf einen Streifzug durch Israel gemacht.

Immigration, alltägliche Bedrohung in Sderot, Mode, eine Demo für einen palästinensischen Staat, Jerusalem-Syndrom, Nachtleben in Tel Aviv, religiöser Übereifer: Bei einem Crossmedia-Workshop haben junge Journalisten aus Deutschland und Israel in Israel zahlreiche Geschichten gesucht, gefunden und auf der Webseite Harbour Tales in Bild, Ton und Text aufbereitet.

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Schöne fremde Welt: Ultraorthodoxe Aussteiger in Israel

Junge Israelis, die in einer ultra-orthodoxen Familie aufgewachsen sind, entdecken nach ihrem Ausstieg ein ganz neues Leben.

Zwischen Moderne und Mittelalter liegen in Israel oft nur wenige Meter. In Vierteln wie Mea Shearim in Jerusalem leben ultraorthodoxe Juden abgeschottet von der modernen Welt, die Religion bestimmt ihren Alltag.

Nur wenige, die in der streng-religiösen Gemeinschaft aufwachsen, wagen den Ausbruch und verlassen ihre Familien. Die Aussteiger müssen erst lernen, sich in der modernen Welt zurechtzufinden – eine schwierige Herausforderung.

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Auf dem Skateboard durch Kabul

Ein bisschen Kindheit in einer zerstörten Stadt: Faranaz Akram, 13, skatet bei der ersten Skateboardschule in Afghanistan.

Nicht einmal ein afghanisches Wort gab es für die rollenden Bretter, mit denen Oliver Percovich und seine Freunde 2007 erstmals durch die afghanische Hauptstadt Kabul flitzten.

Neugierige Kinder folgten dem ungewöhnlichen Trupp, die Skater brachten den Kindern dann das Fahren bei, der Unterricht fand lange in einem leeren Brunnenbecken statt. 2009 gründete der Australier Percovich dann offiziell die gemeinnützige Organisation Skateistan – die erste Skateboardschule in Afghanistan.

Mehr als 330 junge Skater gibt es inzwischen in Kabul, auch viele Mädchen stehen auf den Brettern – was für Afghanistan ziemlich ungewöhnlich ist. Faranaz Akram aus Maimana im Norden Afghanistans ist eine der Skateboarderinnen in dem von Krieg, Krisen und Selbstmordattentaten geschüttelten Afghanistan. Den Rest des Beitrags lesen »

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Das bayerische Lampedusa

In einem niederbayerischen Dorf leben mehr Asylbewerber als Einwohner – ein Kulturschock für beide Seiten.

Durch Berg und Tal schlängelt sich die kleine Straße nach Schöllnstein, einem niederbayerischen Dörfchen, das aus einer Handvoll alter Bauernhäuser mit bunten Fensterläden, einer Kapelle, einem Feuerwehrhaus besteht. Zwei blonde Kinder rutschen auf dem Skateboard den Berg hinunter, ein alter Mann tuckert mit Traktor und mit Holz auf dem Anhänger durch das Dorf – sonst sind die Straßen leer.

Für viele ist das beschauliche Schöllnstein seit Generationen Alltag, auch junge Familien ziehen wegen der Ruhe hierher. Doch die meisten Menschen leben unfreiwillig in dem Dorf zwischen Donau und bayerischem Wald. Denn Schöllnstein hat nur 70 Einwohner – und rund 90 Asylbewerber.

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Spurensuche: Vom Nahen Osten nach Ost-Berlin

Ein Israeli in Berlin: Dan lebt jetzt in der Stadt, aus der sein Großvater fliehen musste.

Für Dan ist es normal, wenn es wieder eine Welle in dem Krieg gibt, der seit 2000 Jahren andauert, und die Bomben kommen. Der 25-Jährige ist in Jerusalem geboren und hat sein Leben vor allem in Nahariya verbracht. Nur zehn Kilometer von der libanesischen Grenze entfernt ist die Kleinstadt am Meer oft Schauplatz des Konfliktes um Israel gewesen: „Jedes Haus im Norden hat einen Bombenkeller, jede Schule, jede Fabrik, jedes Gebäude”, sagt Dan.

Gasmasken-Designcontest

Im Golfkrieg detonierten „unglaublich große Raketen“ aus dem Irak, deren Einschlag man aus 200 Kilometer Entfernung hören konnte. „Damals hatte jeder Mensch in Israel eine Gasmaske, die man immer in einer kleinen Box dabeihaben musste“, erinnert Dan sich an die Zeiten, in denen bei Schulwettbewerben die am schönsten gestaltete Masken-Box gekürt wurde. Den Rest des Beitrags lesen »

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Frauen im Netz: Die Eroberung der Blogosphäre

Neue Netzwerke: Bloggende Mädchen und Frauen waren lange wenig sichtbar – doch das ändert sich.

Unter den mehreren Hunderttausend Weblogs-Schreiberlingen gibt es natürlich viele Frauen, die teils auch schon seit Jahren bloggen – doch in der Öffentlichkeit waren weibliche Stimmen aus der Netzwelt lange kaum präsent.

Wenn es um den Zustand der Blogosphäre ging, wurde in der Vergangenheit immer auf ein Dutzend männlicher Autoren verwiesen, auf die so genannten „A-„ oder auch „Alpha-Blogger“, die bei Online-Diskussionen, in Medienberichten oder bei Rankings wie den Deutschen Blogcharts im Vordergrund standen.

Mädchenmannschaft im Netz

Mädchenmannschaft im Netz

Ein Erklärungsansatz ist, dass den Bloggerinnen die Währung der Blogosphäre, die möglichst häufige Verlinkung und damit auch mehr Aufmerksamkeit, vielleicht gar nicht so wichtig sei. Den Rest des Beitrags lesen »

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Gleichgeschlechtliche “Dancing Stars”

Zwei Männer bei der österreichischen Tanz-Show “Dancing Stars” – welch Skandal. Israel hat die Aufregung längst hinter sich.

Der homosexuelle Moderator, Entertainer und Schauspieler Alfons Haider (trotz Ähnlichkeiten nicht mit dem ehemaligen Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider verwandt) hat in Österreich einen mittelschweren Skandal ausgelöst, da er bei der nächsten Staffel der ORF-Show “Dancing Stars” mit einem Mann tanzen will.

Ex-Formel-1-Weltmeister Niki Lauda meinte nun, sich dazu äußern zu müssen und berichtete Boulevardzeitungen sinngemäß, dass er zwar grundsätzlich tolerant sei und ihm selbst ein schwuler Sohn nichts ausmachen würde, man aber Kinder davor schützen müsse, tanzende Männer zu betrachten. In Deutschland sei so etwas weder bei ARD und ZDF noch bei RTL möglich (wieso eigentlich nicht?). Den Rest des Beitrags lesen »

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Frauen in Indien: Unerwünscht

Indien gilt als größte Demokratie und aufstrebender wirtschaftlicher und politischer Global Player. Doch die Situation vieler Frauen ist katastrophal.

Der Einblick in das Leben indischer Frauen ist erschütternd: In der zwölfminütigen Multimedia-Slideshow “Undesired” zeigt der argentinische Photo-Journalist Walter Astrada, wie die Geburt eines Sohnes in vielen Fällen als einzige Daseinsberechtigung angesehen wird, Frauen als Belastung gelten und in jeder Lebensphase diskriminiert werden.

Wurden weibliche Babys in Indien früher oft direkt nach der Geburt erstickt, ertränkt, verbrannt oder vergiftet, addieren moderne Möglichkeiten wie Ultraschall nun eine Praxis hinzu, wie man sich der Tochter noch früher entledigen kann: Etwa 7.000 Mädchen werden den UN zufolge täglich abgetrieben. Geschlechtsabhängige Abtreibungen sind zwar inzwischen illegal, doch viele Ärzte beugen sich dem Wunsch der Eltern dennoch – und kassieren das Geld. Den Rest des Beitrags lesen »

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Wirtschaftswünder: Erfolgreiche Unternehmer mit Migrationshintergrund

In der Integrationsdebatte ist oft vom türkischen Gemüsehandler die Rede, doch die Realität ist vielfältiger: Erfolgreiche Unternehmer mit Migrationshintergrund beleben die deutsche Wirtschaft.

Der Supermarkt an der Ecke oder die Döner-Bude: Viele Migranten machen sich als Einzelhändler oder in der Gastronomie selbstständig. Aber auch in anderen Branchen haben sich Unternehmer, die mit unterschiedlichen Kulturen aufgewachsen sind, durchgesetzt.

Die Journalistin und Unternehmerin Esin Rager hat türkisch-deutsche Eltern und wurde 1968 in Washington, D.C., geboren – sie hat auch in Ankara, Moskau, Wien und Hamburg gelebt. Als Gründerin und Geschäftsführerin des Hamburger Unternehmens Samova verkauft Esin Rager moderne Teekultur.

Mit preisgekröntem Verpackungsdesign, Tanztees und experimentellen Teesorten, mit denen man auch Cocktails mixen kann, erwirtschaftet die Firma derzeit etwa 1,5 Millionen Euro im Jahr. Den Rest des Beitrags lesen »

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Die Helden aus Neukölln

Im Berliner Projekt „Heroes“ arbeiten junge Männer gemeinsam gegen die Unterdrückung im Namen der Ehre.

Der junge Mann schlägt seinem Bruder ins Gesicht, weil er nicht auf die Schwester aufgepasst hat und diese jetzt vielleicht mit einem anderen Jungen unterwegs ist. Aggressiv schubst er den anderen gegen die Wand. Es fallen Beleidigungen und Vorwürfe. So ungefähr verläuft eine Szene in einem Workshop, den die Berliner „Heroes“ in Schulen oder Jugendtreffs durchführen, um anschließend mit Jugendlichen darüber zu diskutieren.

Dagmar Riedel-Breidenstein erhielt für ihr Engagement im Heroes-Projekt den "Prix Courage 2009".

Dagmar Riedel-Breidenstein erhielt für ihr Engagement im Heroes-Projekt den "Prix Courage 2009".

Die Szene ist gespielt, aber es ist eine Situation, die die Heroes selbst schon so erlebt haben. Sie sind eine Gruppe junger Männer zwischen 16 und 23 Jahren, deren Familien größtenteils aus der Türkei, dem arabischen Kulturraum oder dem Kosovo stammen. Das Projekt aus Berlin Neukölln arbeitet mit jungen Männer aus so genannten Ehrenkulturen. Es geht dabei um die Auseinandersetzung mit Themen wie Menschenrechte, die Rollenbilder von Frauen und Männern und die Gleichstellung der Geschlechter.

Projektkoordinatorin Dagmar Riedel-Breidenstein hatte das Konzept aus Schweden übernommen, weil sie die Vorstellung, dass sich junge Männern aus Kulturen mit traditionellen Wertvorstellungen für Gleichberechtigung engagieren, wie sie sagt „unglaublich“ fand. „Aus der Mitte des Patriachats heraus zu agieren“, also mit genau denjenigen zu arbeiten, die in männerdominierten Strukturen aufwachsen, wie es viele der jungen Männer aus Ehrenkulturen täten. Den Rest des Beitrags lesen »

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