Fernlokal

Online-Magazin für kulturelle Korrespondenzen und Kontraste

Mist zu Gold

Der kleine peruanische Küstenort Paracas ist berühmt für seine Inseln voller Vögel – und deren Mist ist ein wertvolles Wirtschaftsgut.

Morgens um acht schießen die ersten Schnellboote voller Touristen an der Küste des Naturschutzgebietes von Paracas vorbei, vorbei an einem riesigen Abdruck, der in den Hang geritzt ist und aussieht wie ein überdimensionaler Kerzenleuchter oder ein Kaktus und um den sich verschiedene Mythen ranken, da niemand seine Herkunft kennt.

Wenn das Boot die Islas Ballestas erreicht, sind die Vögel und Seelöwen aber die größte Attraktion – das Boot treibt an schwarzen oder weißen Felsformationen vorbei, je nachdem, welche Farbe die dort sitzenden, nistenden Vögel haben, die das karge Gestein in lebendiges Gewimmel verwandeln.

“Die arbeiten gerade”, sagt der Touristenführer Louis aus Paracas und deutet auf ein paar Vögel, die gerade weiße Flecken gegen den steil abfallenden Felsen klatschen lassen. Den Rest des Beitrags lesen »

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Mein Haus: ein Zelt

Aufstand in Israel: Yoav Fekete lebt in einem Zelt – und protestiert für ein bezahlbares Leben und eine bessere Gesellschaft.

Yoav Fekete lebt auf dem Rothschild-Boulevard, der teuersten Allee von Tel Aviv, dort wo Banken, Büros und teure Cafés zu finden sind – doch er wohnt in keinem der Luxusapartments, sondern in einem grauen Zelt.

“Ich möchte, dass die Menschen die Zukunft gestalten und dass Israel sich ändert”, sagt der 27-Jährige. Er ist einer der jungen Demonstranten, die seit acht Wochen campen, um auf die sozialen Probleme in Israel hinzuweisen.

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Online-Petition: Abstimmen für Qualitätsjournalismus

Guter Journalismus braucht Ressourcen: Nachwuchsjournalisten protestieren mit einer Online-Petition gegen den Sparkurs der Verleger.

Nachwuchsjournalisten haben auch etwas zu Ihrer eigenen Zukunft zu sagen, die gerade an anderer Stelle entschieden werden soll: Bei den Tarifverhandlungen für Tageszeitungen. Wer in Zukunft als Journalist bei einer Zeitung eingestellt wird, soll nach den Plänen der Verleger bis zu 30 Prozent weniger verdienen als bisher. Schüler von zwölf deutschen Journalistenschulen haben einen offenen Brief an die Zeitungsverleger geschrieben. Hier geht es direkt zur Online-Petition. Interessant auch die Pro- und Contra-Debatte.

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Rio de Janeiro: Proteste gegen Wasserkraftwerk und Waldgesetz

Brasiliens Parlament hat eine neue Regelung des Waldgesetzes verabschiedet. Sie verspricht illegalen Holzfällern im Amazonasgebiet weitere Amnestie.

Dies spielt auch dem Mega-Staudamm-Projekt Belo Monte in die Hände.

In Rio de Janeiro demonstrieren Menschen gegen die Novelle des Waldgesetzes und das riesige Staudammprojekt Belo Monte im Amazonasgebiet. Der Mega-Staudamm soll zum drittgrößten Wasserkraftwerk der Welt aufsteigen und elf Prozent des brasilianischen Stroms erzeugen. Es wurde Anfang 2011 von der Regierung genehmigt.

Kritiker sehen durch das Staudammprojekt unumkehrbare Probleme: es werde massiv in die Natur des Regenwaldes und des Amazonas eingegriffen – Bäume abgeholzt, Fischkulturen vertrieben. Baumaßnahmen und damit einhergehende Flutung von Gelände fänden auf den Gebieten der indigenen Bevölkerung statt, die zudem aus ihrem Wohnraum verdrängt werde.

Begünstigt wird das Wasserkraftwerkprojekt durch die Novelle des Waldgesetzes (Novo Código Florestal), die illegalen Baumrodern Amnestie garantieren soll. Den Rest des Beitrags lesen »

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Veracruz – Karnevalshochburg zwischen Bohrinseln

In der quirligen mexikanischen Strandstadt Veracruz trifft bunte Lebensfreude auf wirtschaftliche Ölförderung.

Mit viel Kraft schiebt Carlos die metallene Reibe auf dem metergroßen Eisblock vor und zurück, schüttet das geriebene Eis in einen Plastik-Becher bis sich ein zylinderförmiger tassengroßer Eisklotz gebildet hat. Seine Schwester gießt eine kräftige purpurrote Sirup-Flüssigkeit darüber und fertig ist der zuckersüße mexikanische Drink „Raspado”.

Uferpromenade Veracruz

Uferpromenade Veracruz (copyright: fernlokal)

Bis in die späten Abendstunden stehen die fünf Raspado-Verkäufer an der Uferpromenade des Badeortes Veracruz und warten auf Kunden. Überwiegend mexikanische Besucher schlendern bei nächtlichen 25 Grad über die mit Laternen erhellten Wege und geben ihr Geld für unnötige Spielereien, Essen und Süßigkeiten aus. Den Rest des Beitrags lesen »

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Acapulcos Abstieg

Endlose Bucht, Nachtleben und Hunderte von Hotels: Doch Acapulco hat Glanz verloren.

Acapulco, in den Sechzigern und Siebzigern die “Perle des Pazifik”, Urlaubsdomizil von Stars wie Elvis Presly, Politpromis wie den Kennedys und Möchtegernsternchen, ist inzwischen vor allem Reiseziel für die mexikanische Mittelklasse sowie der Mexikaner aus dem Umland.

Auch Aussteiger vor allem aus den USA und Kanada und schubweise internationale Touristen, deren hochhausgroßes Kreuzschiff im Hafen vor Anker liegt, treiben sich in der Strandstadt herum.

Gewehr im Anschlag

In den Neunzigern führten Umweltverschmutzung und Kriminalität zum Niedergang der Touristenhochburg – ganz sauber scheint das Wasser vor allem in Hafennähe tatsächlich nicht.

Auf den Straßen patroulliert mittlerweile auch Bundespolizei, in schwerer Ausrüstung auf den Ladeflächen schwarzer Jeeps stehen drei, vier, fünf Männer mit Maschinengewehren im Anschlag. Den Rest des Beitrags lesen »

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“El Narco no hay fronteras”

Ein Zimmer, ein Killer: In dem Dokumentarfilm von Gianfranco Rosi erzählt ein Mexikaner von Kidnapping, Folter, Mord und seinem Leben für ein Kartell.

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24h Air-Traffic – der tägliche Flugwahnsinn

Als Erinnerung für die, die noch schnell in den Weihnachtsurlaub fliegen.

Schneller gehts hier

Wir würden eine solche Darstellung gern von den letzten Tagen sehen, als die Flughäfen in Frankfurt, Amsterdam und London zeitweise blockiert waren…

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Der bayerische Kameltreiber

Konstantin Klages hat einen exotischen Beruf: Der 24-Jährige verdient sein Geld mit Kamelreittouren durch Oberbayern.

Unterschiedlicher könnten Konstantin und seine Tiere kaum sein. „Ich bin ein impulsiver Mensch, fast hyperaktiv“, sagt der 24-Jährige, „Kamele sind immer ausgeglichen, gemütlich und langsam.“ Mit 14 Kamelen, fünf Lamas und drei Eseln lebt er auf einem Hof in Oberbayern und bietet Reittouren mit Blick auf die Alpen an.

Konstantin und seine Kamele (Foto: Konstantin Klages)

Konstantin und seine Kamele (Foto: Konstantin Klages)

Mit einem tierischen Trio fing seine Karriere als Kameltreiber an. Als Konstantin drei Jahre alt war, zog seine Familie von München aufs Land, der Vater suchte nach einem „Rasenmäher“ – und kaufte einem Zirkus spontan drei Kamele ab. Den Rest des Beitrags lesen »

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Wirtschaftswünder: Erfolgreiche Unternehmer mit Migrationshintergrund

In der Integrationsdebatte ist oft vom türkischen Gemüsehandler die Rede, doch die Realität ist vielfältiger: Erfolgreiche Unternehmer mit Migrationshintergrund beleben die deutsche Wirtschaft.

Der Supermarkt an der Ecke oder die Döner-Bude: Viele Migranten machen sich als Einzelhändler oder in der Gastronomie selbstständig. Aber auch in anderen Branchen haben sich Unternehmer, die mit unterschiedlichen Kulturen aufgewachsen sind, durchgesetzt.

Die Journalistin und Unternehmerin Esin Rager hat türkisch-deutsche Eltern und wurde 1968 in Washington, D.C., geboren – sie hat auch in Ankara, Moskau, Wien und Hamburg gelebt. Als Gründerin und Geschäftsführerin des Hamburger Unternehmens Samova verkauft Esin Rager moderne Teekultur.

Mit preisgekröntem Verpackungsdesign, Tanztees und experimentellen Teesorten, mit denen man auch Cocktails mixen kann, erwirtschaftet die Firma derzeit etwa 1,5 Millionen Euro im Jahr. Den Rest des Beitrags lesen »

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