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Ruhm & Ehre: Tschiffely’s Ritt nach New York

Evita und Maradona kennt man noch, vielleicht auch den argentinischen Literaten Borges und den Tango-Star Gardel. Aber Aimé Félix Tschiffely? Der in der Schweiz geborene Argentinier legte auf dem Pferderücken 1925 die unglaubliche Strecke von 10.000 Meilen zurück – von Buenos Aires bis nach Washington.

Tschiffely wurde 1895 in Bern geboren und verließ die Schweiz als junger Lehrer. Von den Ranchern und Gauchos der argentinischen Pampa, mit denen er sich anfreundete, lernte er viel über Pferde. Dennoch war er kein versierter Reiter als er beschloss, die Reise anzutreten, die ihm Weltruhm bescheren sollte – und von der ihm von allen Seiten abgeraten wurde.

Wilder Ritt - von Argentinien nach New York

Auch was seine Reitpferde betrifft, neigte Tschiffely zum Risiko: Er wählte zwei Criollos, die mit 15 beziehungsweise 16 Jahren ihre Jugend schon hinter sich gelassen hatten, andererseits als robuste Nachkommen der Pferde, die die spanischen Eroberer im 15. Jahrhundert ins Land gebracht hatten, frei in der Pampa lebten. Und bis zum Zeitpunkt der Abreise noch nicht eingeritten waren: „They were the wildest of the wild“, so der Abenteurer selbst.

Dennoch glückte der Ritt von Buenos Aires nach Washington D. C., wo Tschiffely vom amerikanischen Präsidenten Calvin Coolidge im Weißen Haus empfangen wurde, unter anderem im National Geographic Magazine porträtiert wurde und auch mit seinen beiden Pferden Gato und Mancha über die Fifth Avenue in New York stolzierte.

Wilder Ritt nach New York

Nicht nur Ruhm, sondern auch Geld brachte ihm sein waghalsiges Abenteuer zu Pferd ein: Von seinen Büchern, allen voran von Tschiffley`s Ride von 1933 – einem Bestseller, in dem er seine Erlebnisse während des Ritts schilderte – konnte er gut leben.

Mit seiner Frau ließ er sich als erfolgreicher Schriftsteller in London nieder, unternahm jedoch 1937 eine zweite Reise durch Südamerika – wobei Tschiffley diesmal das Auto als schnellere wählte und sich auf seiner Reise mit den Nachkommen von europäischen Immigranten und vor allem mit den verschiedenen Ureinwohnervölkern beschäftigte. Seine Asche trat nach seinem Tod 1954 die letzte Reise nach Buenos Aires an.

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