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„Tag gegen Folter“ vergessen

Am 26. Juni 2009 sollte eigentlich der „Internationale Tag zur Unterstützung der Opfer der Folter“ stattfinden. Stattdessen lag die mediale Aufmerksamkeit größtenteils auf dem Tod von Pop-König Michael Jackson bzw. den argentinischen Wahlen. Selbst das Geschehen im Iran, das hinsichtlich Menschenrechtsverletzungen die aktuelle Verbindung zum Gedenktag darstellt, wurde auf der Medienagenda zur Seite gedrängt.

1997 erklärte die UN-Generalversammlung den 26. Juni zum „Internationalen Tag zur Unterstützung der Opfer der Folter“, um vergangener Menschenrechtsverletzungen zu gedenken und auf aktuelle wie zukünftige aufmerksam zu machen – sei es in Form von seelischer oder körperlicher Gewaltanwendung.

Die UN-Antifolterkonvention trat am 26. Juni 1987 in Kraft und wurde bisher von 145 Staaten ratifiziert. Dennoch: „Trotz eines eindrucksvollen juristischen und institutionellen Rahmenwerks zur Verhütung von Folter wird diese nach wie vor weithin toleriert oder sogar von Regierungen angewandt und die Täter bleiben straffrei“, so UN-Generalsekretär Ban Ki-moon in der offiziellen „Erklärung zum Internationalen Tag der Vereinten Nationen zur Unterstützung der Opfer“.

Weder die Erklärung, noch der Gedenktag stießen jedoch auf großes Medieninteresse. In Deutschland beherrschte „Jackos“ Ableben die Titelseiten von Spiegel Online & Konsorten. Die argentinischen Internetpräsenzen der Zeitungen La Nacion und Pagina 12 wurden vor allem von den argentinischen Parlamentswahlen an diesem Wochenende sowie der Schweinegrippe dominiert – Clarin berichtete auch noch über die argentinische Geliebte von Sanford.

Dabei sollte gerade Argentinien ein großes Interesse haben, die  Folter zu thematisieren und die Ereignisse im eigenen Land während der Militärdiktatur von 1976 bis 1982  aufzuarbeiten.

Nur die Deutsche Welle hat an den „Internationalen Tag zur Unterstützung der Opfer der Folter“ gedacht und stellt auch einen „World in Progress“-Podcast zum Thema „Torture“ zur Verfügung.

Nachtrag:

Spiegel Online hat einen Tag später nachgezogen und schreibt in einem Artikel über Folteropfer in Deutschland.

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