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Händewaschen gegen Schweinegrippe

Die Schweinegrippe ist zur Pandemie erklärt worden, Argentinien hat den sanitären Notstand ausgerufen – aber so richtig im Griff hat die Lage keiner. Nur mit Appellen, sich die Hände zu waschen alleine verflüchtigt sich das Virus sicherlich nicht.

Innerhalb der nächsten zwei Wochen erwartet Argentinien einen rapiden Anstieg der Schweinegrippe-Ausbreitung. Etwa 20.000 infizierte Menschen werden auf den Straßen der Haupstadt vermutet, bisher 46 Menschen starben an den Folgen der Erkrankung, womit Argentinien nach den USA und Mexiko laut WHO das am drittstärksten von der Epidemie betroffene Land ist. Und auch die ersten Schweine hat es erwischt.

Auf den Plakatstellen, auf denen in den letzten Wochen Wahlkampfwerbung dominierte, hängen nun Aufrufe, sich vor der Grippe zu schützen und sich regelmäßig die Hände zu waschen. Die Menschen, die mit Masken auf den Straßen unterwegs sind, sind noch in der Unterzahl. Wie sollte es anders sein – bei den meisten Apotheken sind die Schutzmasken gegen die Grippe ausverkauft. Oder erst gar nicht vorrätig gewesen.

Begibt man sich in lokale Krankenhäuser wie das Municipal Caballito, stehen in der Eingangshalle die Menschen mit „Gripa A“-Sympthomen Schlange. Allerdings: alle ohne Schutz. Wer die Grippe vorher nicht hatte, wird sie nach 30-60 Minuten Wartezeit im Krankenhaus mit Sicherheit nach Hause tragen. In privaten Krankenhäusern wie dem deutschen Krankenhaus „Hospital Alemann“ wird man sofort in die Notaufnahme dirigiert, erhält Desinfektionsmittel und eine Maske. Dennoch wird auch hier kein obligatorischer Schnelltest gemacht – nach Fiebermessung und Abhören wurde ich zum Beispiel trotz anderer Sympthome wieder nach Hause geschickt. Die Begründung: ohne Fieber sei es keine Schweinegrippe. Na dann.

Schnell verbreiten wird sich die Krankheit mit Sicherheit in den Gebieten, in denen sowieso schon eine schlechte Gesundheitsversorgung herrscht. So habe ich eine Ärztin vor zwei Wochen nach Villa Rosa in der Provinz begleitet. Sie reist einmal in der Woche mit ihrer Ultraschall-Maschine an, und untersucht in wenigsten Stunden um die 60 – meist schwangere – Frauen, selten aber auch Männer. Die meisten gingen erst zum Arzt, wenn es etwas richtig Schlimmes sei.

Auch in den Villas in Buenos Aires selbst, Armutsviertel, die sich zwischen den „normalen“ Stadtvierteln ausbreiten, ist die Infrastruktur kaum vorhanden. So gibt es in den meisten nicht mal fliessendes Wasser. Da wird es selbst mit dem ständigen Händewaschen etwas schwierig werden.

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