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Deutsche Tugenden im Kongo?

Jean-Claude Kibala, Vizegouverneur in der Demokratischen Republik Kongo, möchte sein Land verbessern. Dabei setzt er auf deutsche Tugenden wie Regeleinhaltung und Ordnung.

Im Jahr 2006 kandidierte Jean-Claude Kibala für ein politisches Amt in der Demokratischen Republik Kongo. Mittlerweile ist er Vize-Gouverneur einer kongolesischen Provinz und versucht dort, Korruption, Misswirtschaft und Fehlentscheidungen zu bekämpfen. Laut dem Weltspiegel-Magazin schafft er dies mit „deutschen Tugenden“ wie Ordnung und Genauigkeit. Doch damit hat es der gebürtige Kongolese unter den eigenen Mitbürgern nicht ganz leicht, denn für einige scheint eine solche Regeltreue oft ein wenig zu streng und eben ganz schön deutsch.

17 Jahre lebte Kibala in Deutschland, seine Rückkehr in den Kongo hat er ohne die Familie unternommen. Sie bleibt in Deutschland. Kibala selbst bezeichnet seine Herangehensweise als deutsch, er habe viel gelernt in den 17 Jahren. Im  Kongo wird er deshalb als der Deutsche – „l´allemand“ – bezeichnet.

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Die Geschichte Kibalas hat aufgrund seiner deutschen Verbundenheit eine recht rege Berichterstattung erzeugt. Auffällig ist, dass viele Medien von einem Deutschen sprechen respektive die Betonung auf Deutschkongolese legen: zum Beispiel im Kölner Stadtanzeiger oder bei  Zeit-Online. Offensichtlich scheint das „Deutsch sein“, die deutsche Kultur und damit auch eine nationale Zugehörigkeit vorwiegend über kulturelle Praktiken definiert. Aber was wäre, würde Kibala nicht diesen Klischees der deutschen Mentalität wie Pünktlichkeit, Genauigkeit oder Gesetzestreue entsprechen. Wäre er dann noch der Troisdorfer oder der „schwarze Deutsche“ (Weltspiegel) oder eher der Kongolese, der 17 Jahre in Deutschland lebte? Unabhängig seiner tatsächlichen Staatsbürgerschaft?

Die offensive Art mit der Kibala in seinem Heimatland Dinge verändern möchte, scheint jedenfalls in eine Richtung zu gehen, die international anerkannten und global angestrebten Zielen wie Verantwortlichkeit, Korruptionsbekämpfung und wirtschaftlich-sozialen Fortschritts entspricht. Sein Leben in Deutschland hat Kibala aus eigener Perspektive in seiner Denkweise geprägt.

Armut ist ein Hauptproblem der Demokratischen Republik Kongo
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