Fernlokal

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Colonia Liebig: Fleischextrakte und Yerba-Mate

Die Cooperativa der Colonia Liebig in der Provinz Corrientes ist noch heute eine produzierende Genossenschaft für Mate-Tee. Ihre Geschichte  geht zurück in die Anfänge des 20. Jahrhunderts.

Die Provinz Corrientes ist für ihre deutschen Einwanderer bekannt. Sie kamen Anfang des 20. Jahrhunderts nach Argentinien, um den wirtschaftlichen Bedingungen und ärmlichen Verhältnissen des Nachkriegs-Deutschland zu entfliehen.

Mate-Tee der Colonia Liebig

Mate-Tee der Cooperativa Agrícola de la Colonia Liebig (foto: fernlokal)

Bevor die Colonia Liebig für ihre Yerba Mate-Produktion bekannt wurde, zog ein anderes Produkt die Menschen in die Region: Fleischextrakte. Die Colonia Liebig wurde 1924 gegründet. Sie bildete sich zu der Zeit des großen Stroms deutscher Einwanderer nach Argentinien. Circa 300 Personen aus 60 deutschen Migranten-Familien lebten in der Kolonie. Namensgeber war der deutsche Chemiker Justus Liebig, der in Deutschland unter anderem mit der Herstellung von Fleischextrakten Aufmerksamkeit erregt hatte.  Viele Migranten blieben trotz einfacher und oftmals schwieriger Lebensverhältnisse dort, mit vielen Personen auf engem Raum, ohne Strom und fließend Wasser, weil ihnen die Niederlassung von Liebig-Fleischextrakt Arbeit und Land brachte.

Video über das heutige Pueblo Liebig und seine ehemalige Fleischextraktfabrik (spanisch)

Ein Bericht über die Yerba Mate-Ernte auf der Colonia Liebig (spanisch)

die Yerba-Produktion:

und ein Interview mit einer der ersten Bewohnerinnen der Colonia Liebig, Ana Maria Ostermann, deren Familie aus Deutschland stammte

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Einsortiert unter:Argentinien, Deutsche Einwanderung, Deutsche Spuren im Ausland, Gesellschaft, Lateinamerika, , , , , , , , ,

7 Responses

  1. Hermann sagt:

    Würde gern mit dem Autor dieses Artikels Kontakt aufnehmen, um Näheres über die aktuelle Produktion von Yerba Mate in jener Gegend zu erfahren.
    Gruß
    Hermann

  2. […] mich ergab sich eine eigenartige entdeckung, indem es in südamerika eine ‘colonia liebig’ […]

  3. Das Geographische Institut der Humboldt-Universität zu Berlin hat auf seinen studentischen Auslandsexkursionen die Cooperativa Liebig bereits viermal besucht. Die Besiedlung durch deutsche Siedler, die schwierigen Anfänge und der aktuelle wirtschaftliche Erfolg bei der Vermarktung der diversifizierten Mate-Produkte sind ein hervorragendes Studienbeispiel für die deutschen Studierenden.
    Berlin, im April 2014
    Prof. Dr. Wilfried Endlicher

  4. Bin in der Nähe von Karlsruhe geboren, wohne heute mit meiner Familie in Buenos Aires und bin sehr an der Geschichte der Einwanderer aus der Gegend nach Corrientes interessiert. Gibt es eine Liste der Namen der Einwanderer? Für jegliche Information bin ich dankbar. Gruss Brigitte Korn

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