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„David wants to fly“: David Lynch, Gurus, Geld und die Transzendentale Meditation

Was hat er, was ich nicht habe? Der Kreativität seines Idols David Lynch auf der Spur entdeckt der junge Filmemacher David Sieveking die Transzendentale Meditation – eine Bewegung, die Weltfrieden suggeriert und sich zunehmend als ökonomisch orientiertes Sektensystem offenbart. Aus der Identitätssuche Sievekings ist ein investigativer, sehr persönlicher Dokumentarfilm geworden.

Seine Energie bezieht der Regisseur David Lynch aus der Transzendentalen Meditation (TM), einer Meditationstechnik die zentrales Element der 1957 von dem indischen Guru Maharishi gegründeten TM-Bewegung ist. Als David Sieveking –  Jahrgang 1977 und Absolvent der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin – sich in einer Schaffenskrise zu einem Vortrag Lynchs in die USA aufmacht, ist dies der Beginn einer vierjährigen Film- und Identitätsarbeit, die ihn nach Amerika, Indien und an europäische TM-Schauplätze führt.

Sieveking gelingt es, anfangs mit einer gewissen Faszination für die spirituellen Praktiken, zu Lynch und dem inneren Zirkel der Organisation vorzudringen – von der er sich immer mehr distanziert, je intensiver er Funktionsweise und Geschichte des Systems aufdeckt.

Entlang des roten Fadens seiner eigenen Sinnsuche dokumentiert er seine TM-Initiation und die Empfängnis seines vermeintlich persönlichen Mantras (Kostenpunkt 2.380 Euro), die Machtkämpfe innerhalb der Organisation, obskure Projekte wie Yogi-Dörfer für den Weltfrieden, Veruntreuung von Spendengeldern und Unstimmigkeiten in der Geschichte des 2008 verstorbenen spirituellen Führers Maharishi – der vor seiner Ankunft in Hollywood und der Gründung der TM-Bewegung nur Sekretär in einem indischen Tempel war und später Promis wie die Beatles, Donovan, Lynch und tausende von Anhängern begeisterte.

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Einsortiert unter:Deutsche Spuren im Ausland, Deutschland, film, Gesellschaft, USA, , , , , ,

2 Responses

  1. Heinz Lülsdorf sagt:

    Habe den Film gesehen – mein Eindruck:
    Sievekings missglückter Versuch, durch die Bekanntheit David Lynchs den Sprung ins Filmgeschäft zu schaffen.
    Der Film hat keinen wirklich roten Faden und ist eher eine mehr oder weniger wahllose Zusammenstellung stink normaler Darstellungen in einer Art u. Weise, die wohl polemisierend wirken soll.
    Nach Insiderberichten soll der Film mit kirchlicher Hilfe von der Pharmaindustrie finanziert worden sein.

    • Luke sagt:

      Is klar ne…
      …laut Insiderberichten ist dem wahren Sieveking die dünne Luft im Himalaya nicht gut bekommen und er ist im Ganges ertrunken…

      Mit Grüßen an die Flugschule 🙂

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