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Negativpreisverleihung Public Eye Awards 2011: Greenwashing statt sozialer Verantwortung

Bei den Public Eye Awards 2011 verleihen die NGO Erklärung von Bern (EvB) und Greenpeace Schweiz Preise für unternehmerische Verantwortungslosigkeit. Aussichtsreiche Kandidaten auf einen Negativ-Preis sind unter anderem Shell, Vattenfall, Roche und Coca Cola.  

Unternehmen haben erkannt, dass eine nachhaltige Ausrichtung image- und umsatzfördernd ist – doch oft ist nur der Anstrich grün. Die gemeinnützige Organisation Erklärung von Bern (EvB) und Greenpeace Schweiz verleihen den Negativpreis Public Eye Award 2011 an Unternehmen, die Greenwashing betreiben und bei ihrer Geschäftstätigkeit gegen ökologische und soziale Kriterien verstoßen.

Vorschläge gut dokumentierter unternehmerischer Missetaten können noch bis zum 20. September 2010 eingereicht werden. Die Preisträger in den Kategorien „Global“, „Swiss“, der Publikumspreis „People’s Award“ und der „Greenwash Award“ werden im Januar 2011, parallel zum Eröffnungstag des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos, ausgezeichnet und sollen Unternehmensskandale in die Öffentlichkeit bringen.

Krebsrisiko in Südafrika, Völkermord in Darfur

Nominiert wurden 2010 beispielsweise der grösste Stahlproduzent der Welt, Arcelor Mittal, der den südafrikanischen halbstaatlichen Stahlproduzenten Iscorin aufgekauft hat, dort sehr intransparent agiert, gegen Umweltschutzauflagen verstößt, Chemiemüll illegal entsorgt und sich weigert die Verantwortung für die Umweltverschmutzung rund um die Fabrik zu übernehmen. Wie Greenpeace berichtet würden dort deformierte Tiere geboren, Konserven und Fensterrahmen würden auffällig schnell durchrosten und die Gemeinde in der Nähe der Fabrik weise eine überdurschnittliche Krebsrate auf. Unternehmen wie die China National Petroleum Corporation (CNPC) oder die drittgrößte Investmentgesellschaft Fidelity investieren währenddessen in den Sudan oder in Darfur und unterstützen die Regimes indirekt beim Waffeneinkauf beziehungsweise beim Völkermord.

Der Energieversorgungskonzern GDF Suez positioniert sich öffentlich als besonders nachhaltig, beim Bau des brasilianischen Elektrizitätswerks am Madeira-Fluss wird allerdings die Umwelt zerstört, die indigene Bevölkerung vertrieben und zwangsumgesiedelt. Auch Vattenfall betreibt dreistes Greenwashing: Mit einer Kampagne im NGO-Stil hatte der Konzern für Klimaschutz geworben, selbst investiert das Unternehmen aber weiterhin vor allem in fossile Energien. Die Liste der Vergehen ist beliebig erweiterbar – so geht Nestlé in Kolumbien immer wieder gegen Gewerkschaften vor, Monsanto drückt seinen Genmais in den USA auch gegen Proteste amerikanischer Bauern und Umweltschutzbedenken durch und Roche kümmerte es bei Studien in China wenig, woher die 300 Versuchs-Organe (vermutlich von staatlich exekutierten Personen) kamen.

(sop)

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