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Vorbild Namibia: Rauchverbot und Recycling

Namibia als afrikanischer Vorreiter für Umweltschutz: Ein neues Recycling-Pilotprojekt soll die Namibier an Mülltrennung gewöhnen. Außerdem wird die ehemalige deutsche Kolonie Schritt für Schritt in eine Anti-Raucher-Zone verwandelt.

Mülltrennung ist anscheinend ein sehr deutsches Phänomen. In Brasilien trifft man nur im Bundesstaat Santa Caterina auf die bunten Vierergruppen aus Mülleimern, die zum Recycling einladen. Santa Caterina wiederum wurde stark von deutschen Einwanderern geprägt und ist vor allem für seine Fachwerkhäuser und das Oktoberfest in Blumenau bekannt.

Mülltrennung im brasilianischen Blumenau (Foto: vjweedman)

Mülltrennung im brasilianischen Blumenau (Foto: vjweedman)

Mülltrennung in Windhoek

Nun hat auch Namibia als wohl erstes afrikanisches Land am Montag ein Recycling-Projekt gestartet. In den vier Stadtteilen Avis, Eros, Klein-Windhoek und Ludwigsdorf werden kostenlose Säcke zur vorbildlichen Mülltrennung verteilt und wöchentlich wieder abgeholt. In Zukunft soll das Pilotprojekt auch landesweit zur Anwendung kommen.

Rauchverbot in Namibia

Ab Januar 2011 darf in Namibia außerdem weder in Gastronomiebetrieben noch in der Öffentlichkeit geraucht werden. Namibia will eine der strengsten Nichtraucherschutz-Auflagen der Welt durchsetzen. Das Gesetz ist im März von dem namibischen Präsidenten Hifikepunye Pohamba unterschrieben worden, nun sollen die Bestimmungen Schritt für Schritt verschärft werden.

Im August und September 2010 sollen die betroffenen Akteure sich am runden Tisch abstimmen, um die Regeln für den Verkauf und Konsum von Tabakprodukten festzulegen. Ein Tabak-Kontrollkomitee und ein Tabak-Kontrollfonds werden außerdem eingerichtet. Bis Oktober 2010 erfolgt laut Planung des Gesundheitsministeriums das Verbot für Zigaretten und Sponsoring von Tabakfirmen; Marketingmaßnahmen, bei denen kostenlose Zigaretten verteilt werden, sind dann auch tabu. Ebenso werden die Zigarettenautomaten aus dem Öffentlichen Raum verbannt. Im Januar dann der Endspurt für den Nichtraucherschutz: Zigarettenschachteln müssen mit einer Gesundheitswarnung, Inhaltsstoffen und der Adresse des Herstellers versehen sein und in Gastronomiebetrieben, auf öffentlichen Plätzen und in öffentlichen Gebäuden ist das Rauchen untersagt. Die Einhaltung möchte Namibia streng kontrollieren und mit Geldbußen von bis zu 200000 N$ beziehungsweise bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe ahnden. Man könnte fast glauben, in Bayern zu sein.

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Einsortiert unter:Afrika, Brasilien, Deutsche Einwanderung, Deutsche Spuren im Ausland, Gesellschaft, Migration, Stereotypes, Umwelt, , , , , , , , , , ,

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