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Belém: Das Geheimrezept der Nonnen

Entdeckungen im Lissabonner Stadtteil Bélem: Pastéis de Nata, Vasco da Gama und eine Einraumwohnung aus Kork.

Mit Blätterteig umhüllte, glasierte Sahnecreme-Törtchen, die leicht knacken, wenn man hineinbeißt: Für die Pastéis de Nata stehen Touristen in Belém Schlange. Die portugiesische Spezialität soll in dem westlichen Stadtteil Lissabons erfunden worden sein – von katholischen Nonnen aus dem Jerónimos Kloster. Nach der Schließung des Klosters im 18. Jahrhundert wurden die Pastéis in der Bäckerei nebenan verkauft.

Pastelaria de Belém (Foto: Fernlokal)

In der Pastelaria de Belém kämpfen noch heute Hunderte von Menschen um einen freien Tisch, bestellen zum Galao heiße Pastéis de Nata und besprenkeln sie mit Zucker und Zimt. Wahrscheinlich sind die Pastéis de Belém vor allem deswegen so lecker, weil sie durch die ständige Nachfrage frisch aus dem Ofen kommen – und nicht wie in anderen Bäckereien in Lissabon kalt und trocken werden. Wer seine Pastéis in Belém genießen will, muss stressresistent sein und es ignorieren können, wenn andere Wartende ungeduldig auf Tisch, Mund und Teller starren.

Pastéis de Belém e um Galão

Pastéis de Belém e um Galão (Foto: Fernlokal)

Mosteiro dos Jerónimos Bélem (Foto: Fernlokal)

Mosteiro dos Jerónimos Bélem (Foto: Fernlokal)

Park in Bélem (Foto: Fernlokal)

Park in Bélem (Foto: Fernlokal)

Alte Entdecker, moderne Kunst

An der Seefront von Belém lassen sich zwei weitere portugiesische Wahrzeichen entdecken: Das hohe, weiße Seefahrerdenkmal erinnert an Vasco da Gama. Der portugiesische Seefahrer brach vom Hafen von Belém 1497 im königlichen Auftrag in Richtung Indien auf – und kehrte erfolgreich und mit einem Handelsvertrag und Gewürzen im Gepäck nach Lissabon zurück. Auch der Torre de Belém, das Schutzsymbol der Seefahrer an der Tejo-Mündung, ist eines der bekanntesten Bauwerke Portugals und zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Vasco da Gama - der portugiesische Seefahrer (Foto: Fernlokal)

Biking in Bélem (Foto: Fernlokal)

Biking in Bélem (Foto: Fernlokal)

Fast wie San Francisco (Foto: Fernlokal)

Fast wie San Francisco (Foto: Fernlokal)

Das riesige Centro Cultural de Belém zwischen der Seefront und dem Kloster stellt unter anderem moderne Kunst aus. Bis zum 16. Januar 2011 wird hier auch eine interessante Ausstellung im Rahmen der zweiten Lissaboner Architektur-Triennale gezeigt.

Vor dem Kulturzentrum steht eine posaunenförmige begehbare Skulptur, das Modell einer Einraumwohnung aus Kork von Miguel Arruda. Das Design-Material ist übrigens auch typisch portugiesisch – Portugal ist weltweit der größte Korkproduzent, etwa 30 Prozent des weltweiten Korkeichenbestands befindet sich hier.

Architektur Triennale: Einraumwohnung aus Kork (Foto: Fernlokal)

Architektur Triennale: Einraumwohnung aus Kork (Foto: Fernlokal)

Wohnung aus Kork - von außen (Foto: Fernlokal)

Wohnung aus Kork - von außen (Foto: Fernlokal)

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