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Gleichgeschlechtliche „Dancing Stars“

Zwei Männer bei der österreichischen Tanz-Show „Dancing Stars“ – welch Skandal. Israel hat die Aufregung längst hinter sich.

Der homosexuelle Moderator, Entertainer und Schauspieler Alfons Haider (trotz Ähnlichkeiten nicht mit dem ehemaligen Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider verwandt) hat in Österreich einen mittelschweren Skandal ausgelöst, da er bei der nächsten Staffel der ORF-Show „Dancing Stars“ mit einem Mann tanzen will.

Ex-Formel-1-Weltmeister Niki Lauda meinte nun, sich dazu äußern zu müssen und berichtete Boulevardzeitungen sinngemäß, dass er zwar grundsätzlich tolerant sei und ihm selbst ein schwuler Sohn nichts ausmachen würde, man aber Kinder davor schützen müsse, tanzende Männer zu betrachten. In Deutschland sei so etwas weder bei ARD und ZDF noch bei RTL möglich (wieso eigentlich nicht?).

Lauda hat sich beim ORF bereits über die „reine Selbstdarstellung aus Quotengeilheit“ beschwert. Dass homosexuelle Paare vielleicht im 21. Jahrhundert auch irgendwann in Mainstream-TV-Sendungen vorkommen könnten und sollten, ist ihm anscheinend nicht vermittelbar.

Zwei Damen bei „Dancing with the Stars“

Israel hat diesen Schritt schon hinter sich. In der israelischen Variante von „Dancing Stars“ trat im vergangenen Jahr erstmals ein gleichgeschlechtliches Tanzpaar auf. Die lesbische Sportmoderatorin Gili Shem Tov wagte sich mit der (hetereosexuellen) Profitänzerin Dorit Milman bei dem Privatsender Channel 2 aufs Parkett.

Der Produzent war anfangs über Tovs Forderung überrascht, nur mit einer Frau zu tanzen – inzwischen haben ihn die Einschaltquoten und der Vermarktungswert dieser Idee längst überzeugt. Die Moderatorin tanzt zwar privat auch mit Männern, allerdings wollte sie den Auftritt in der Tanz-Show dafür nutzen, um für Toleranz zu werben. Nötig hätte Österreich das auch.

Update: Lauda hat sich inzwischen für seine Äußerungen entschuldigt – von einem Meinungswechsel ist allerdings kaum auszugehen.

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Einsortiert unter:Europa, Frauen, Gender, Gesellschaft, Israel, Medien, Stereotypes, , , , , , , ,

5 Responses

  1. Ali sagt:

    „Ich habe ja nichts gegen [zu diskriminierende Gruppe], aber…“ Mal schauen, wann diese Formel out ist.

  2. fernlokal sagt:

    wait and see… das wird dauern…

    Noch krasser als die bereits oft gehörten Äußerungen á la Lauda ist ja das aktuelle Vorgehen der US-Supermarktkette „Harps“: Wieder einmal mit dem Hinweis auf den Schutz vor Kindern wurde in den Läden das Cover der Zeitschrift „US Weekly“ verdeckt. Darauf zu sehen: ein superharmloses Familienbild von Elton John, mit Freund und Kind, siehe http://www.promiflash.de/diskriminierend-supermarkt-versteckt-elton-john-1101271828.html

  3. Ali sagt:

    Um es mit den Worten eines Südafrikaners zu sagen: Eish!

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