Fernlokal

Online-Magazin für kulturelle Korrespondenzen und Kontraste

Fernlokal-Wochenschau: Revolution im Nahen Osten und die Macht der Maras

Was alles passiert: Revolution in Ägypten, der Aufstieg der Maras in Zentralamerika und das Märchen vom Digitalen Radiergummi.

Proteste in Ägypten (Foto: mcgilldaily/Flickr)

Proteste in Ägypten (Foto: mcgilldaily/Flickr)

Offline-Revolte in Ägypten

Vor wenigen Tagen hielten viele Experten es noch für unwahrscheinlich, dass die tunesische Revolution sich auf andere arabische Regimes auswirkt, inzwischen protestieren auch Bürger in Ägypten und dem Jemen. Die Kommunikation und Koordination über das Internet hat dabei besonders für die junge Generation eine große Rolle gespielt.

Ägypten hat aber auch gezeigt, wie plötzlich sich ein Land aus der Netzwelt verabschieden kann und Verbindungen blockiert. Einige Videos und Nachrichten aus den ägyptischen Straßen schaffen es dennoch ins Netz und sind unter anderem bei Global Voices zu sehen. Weitere interessante Links via Netzpolitik.org. Wieso vor allem Israel den Rücktritt der ägyptischen Regierung fürchtet auf Haaretz.com.

Macht der Maras

taz-Korrespondent Toni Keppeler erzählt in einem gut recherchierten Artikel in der aktuellen sonntaz (und in stark gekürzter Form im Netz) von der Entwicklung der Maras von losen Post-Bürgerkriegs-Jugendbanden bis zu straff organisierten, mächtigen kriminellen Netzwerken.

Die in El Salvador, Guatemala und Honduras, aber auch in den USA operierenden Banden kontrollieren große Teile der Gesellschaft und fordern den Staat heraus, der mit harter Hand gegen die Maras vorgeht. Einen Einblick in den Alltag in El Salvador, die Schwierigkeit, der Gewaltspirale zu entkommen und die fehlenden Zukunftsoptionen dokumentierte Christian Poveda in dem 2007 veröffentlichten Dokumentarfilm „La vida loca“. Poveda wurde 2009 in El Salvador durch Schüsse ins Gesicht von Maras getötet.

Das Märchen vom Digitalen Radiergummi

Deutschland beschäftigt sich unter anderem mit vergleichweise Profanem, aber doch zukunftsträchtigen Themen, nämlich der auch philosophischen Frage, wie man Daten, die man ins Netz stellt, auch wieder herausbekommt. Der seit vergangenem Jahr immer wieder von Innenminister de Maiziére angekündigte Digitale Radiergummi ist jetzt da.

Allerdings handelt es sich bei „x-pire!“ um kaum mehr als ein (kostenpflichtiges) Programm, mit dem man Bilddateien beim Hochladen mit einem Verfallsdatum versehen kann. Gelöscht ist das Bild aber trotzdem nicht, das Grundsatzproblem – aber auch die riesige Chance – das einmal eingestellte Daten und Dateien frei im Internet zirkulieren, löst es nicht. Wieso es statt Löschaktionen vor allem eine neue Netzkultur braucht: Ein Interview mit dem Journalisten, Internetexperten und Blogger Richard Gutjahr auf Unklartext.de

Advertisements

Einsortiert unter:Deutschland, Fernverlinkt, Gesellschaft, Lateinamerika, Medien, Nahost, Politik, USA, , , , , , , , , , , , ,

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Fernlokal nominiert als “Best Weblog Deutsch” (Deutsche Welle Blog Awards 2010)

Fernlokal nominiert als “Best Weblog Deutsch” (Deutsche Welle Blog Awards 2010)

Fernlokales 2011

Jesus Mexiko 2011 (copyright fernlokal)

Lokales 2010

(copyright fernlokal)

Lokales 2010

Lokales 2010

(copyright fernlokal)

Photos

P1050718

P1090220

P1090100

P1080792

P1080447

Mehr Fotos
%d Bloggern gefällt das: