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Oaxaca nach den Protesten

Schöne Farben, Straßenleben, indigene Armut und viel Kultur.

Oaxaca ist, zumindest nach der sonnigen Insel-Atmosphäre in Puerto Escondido, erstmal eine ziemlich schlecht riechende Stadt. Die Dunstglocke aus Abgasen und Hitze, die über den vielen flachen, knalligbunten Häusern liegt, gibt den Blick auf die Bergketten rund um Oaxaca erst am Abend frei.

Proteste gegen Korruption und Armut

Die Hauptstadt des gleichnamigen Bundestaats ist vor allem aber eine Stadt, die lebendig ist, die schöne Farben hat und in der viel passiert. Die Proteste von 2006 und 2007 sind auf den ersten Blick nicht mehr spürbar – vor fünf Jahren hatten sich von Akademikern ausgehende Demonstrationen gegen niedrige Löhne zu einer Protestwelle einer breiten Koaliton sozialer Bewegungen gegen Korruption und die Politik von Ulises Ruiz, den Gouverneur von Oaxaca, ausgeweitet.

Die wiederholten Besetzungen von Altstadt, Regierungsgebäuden sowie die Straßenblockaden wurden schließlich durch die Entsendung der Bundespolizei niedergeschlagen – die heute kaum mehr präsent ist in Oaxaca, ganz anders als in Mexico City oder Acapulco.

Cafés, Bars, Street-Art

Nach dem Ende der Proteste sind die Touristen wieder zurückgekehrt, was auch an den zahlreichen Stylo-Cafes und Bars, den vielen kleinen und größeren Galerien und den Hinterhöfen ersichtlich wird, die oft in teure Restaurants oder Organic Cafés münden. Oder in Shops wie etwa die Niederlassung der Mujeres Artesanas de las Regiones de Oaxaca, A.C., in der sich Handmade-Geschenke, bunte Blechanhänger, Taschen, Kleidung etc. erstehen lassen.

Dass Zivilgesellschaft, aber auch subkulturelle Bewegungen in Oaxaca doch noch eine große Rolle spielen, zeigen die vielen Projekte und Kooperativen, denen man in der Stadt begegnet. Und an Häuserwänden wie an Laternenpfählen pappen Konzert- und Kinofestivalplakate sowie Ausstellungsankündigungen; dazu Streetart an jeder Ecke und fast an jedem Straßenschild.

Kulturelle Vielfalt

Die Probleme von Oaxaca sind dennoch ungelöst, die Stadt ist eine der ärmsten Provinzhauptstädte und gerade die im Staat Oaxaca stark vertretene indigene Bevölkerung ist wie wohl überall überproportional von Armut betroffen, viele Frauen mit kleinen Kindern sitzen am Straßenrand und betteln.

Gleichfalls Stolz auf das vielfältige kulturelle Erbe: Vor der Kirche Santo Domingo (die Altstadt von Oaxaca zählt übrigens zum Weltkulturerbe) haben sich heute junge Männer und Frauen aus allen Distrikten Oaxacas versammelt, um in verschiedenen traditionellen, farbenfrohen Kostümen tanzend durch die Stadt zu ziehen.

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