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Kurzfilmfestival in Rio de Janeiro

Zum 21. Mal veranstaltet Rio de Janeiro das internationale Kurzfilmfestival „Curta Cinema“. Zehn Tage präsentieren sich Filmemacher aus Rio, Brasilien und der ganzen Welt.

Ein Raunen geht durch die Masse als Beitrag vier beginnt: Nahaufnahme einer nackten Frau – nur ihre Beine sind sichtbar, während sie sich die Schnürsenkel um die weißen Rollschuhe bindet. Der Saal des historischen Kinos Odeon in Rios Zentrum ist zur Premiere der diesjährigen Kurzfilme aus Rio de Janeiro, dem „Lançamento Carioca“, vollständig besetzt. Die Filmemacher selbst erscheinen zur Vorstellung, um ihre drei bis zwanzigminütgen Filme vorzustellen.

Dabei variieren die Beiträge von der laienhaften Einpersonen-Geschichte „My Birthday-Party“ über einen einsamen Geburtstag während eines Auslandsaufenthaltes bis zum professionellen Crew-Stück wie „Os Sapos“ oder „As Heranças“, die zwischenmenschliche Beziehungen aufarbeiten. Zum Teil wirken die Filme sehr künstlerisch, ohne Dialog und Interaktion, dafür mit langatmigen Sequenzen.

Internationaler Wettbewerb

In der Gruppe internationaler Beiträge finden sich mehrere deutsche Filme. „Ausstieg“ – ein Monolog, gesprochen auf Bilder einer S-Bahnfahrt in Berlins Mitte. „Die Frau des Fotografen“ erzählt die Geschichte eines Hobbyfotografen, der seine Frau jahrelang fotografiert – größtenteils nackt oder barbusig – und diese Fotografien in einem Buch archiviert hat. Der Sprecher zählt in monotoner Stimme Reisen und Zeiten des Paares auf –  geordnet nach Zeit und Land.

Struktur und Ordnung = deutsch?

In Rio wirkt der Film umso deutscher, lässt die monotone Art und die akribische Sammlung und Ordnung auch eingentlich intimer Bilder den Verdacht aufkommen – Deutsche müssen einfach alles kategorisieren und nach Regeln strukturieren. Das Publikum lacht dann auch eher bei den nationalen Beiträgen, die novelaartig inszenierte Dialoge zeigen.

Noch bis zum 6. November bietet das Curta Cinema Kurzfilme aller Art . Es ist das einzige Festival in Lateinamerika mit internationalen Beiträgen, das sich nur auf Kurzfilme spezialisiert und die tatsächlich in einen Wettbewerb treten.

Ein Festival in wunderbaren Gebäuden, mit bunt gemischten Cariocas und das alles gratis!

Wer übrigens fünf Eintrittskarten sammelt, kann diese gegen einen Katalog eintauschen…

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Einsortiert unter:Brasilien, Deutsche Spuren im Ausland, film, Gesellschaft, Kultur, Kunst, Lateinamerika, Medien, , ,

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