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Apps für Blinde

High Tech bei Handicaps: Smartphones, Apps oder Augmented Reality-Brillen erleichtern sehbehinderten und blinden Menschen den Alltag.

Für viele blinde und sehbehinderte Menschen sind Smartphones unverzichtbare Begleiter – sie sind nicht mehr auf hilfsbereite Passanten angewiesen, sondern rufen einfach auf ihrem Mobiltelefon ab, wann die nächste U-Bahn fährt, lassen sich den Weg zum Bankautomaten weisen oder fragen die Uhrzeit ab.

Seit Apple 2009 erstmals die Sprachfunktion VoiceOver auf dem iPhone mitlieferte, sind selbst die relieflosen Touchscreens bei Smartphones oder iPads keine Barriere für blinde High-Tech-Fans mehr. Der seit seiner Geburt blinde IT-Spezialist Marco Zehe hat das iPhone damals getestet (www.zehe-edv.de) und schwärmte davon, wie intuitiv sich der Touchscreen bedienen ließ und wie schnell das Telefon auf Eingaben reagierte. Inzwischen haben auch andere Hersteller wie Samsung nachgezogen.

iPhone als Vorleserin
Ist die Sprachbedienung aktiviert, liest eine weibliche Stimme alle Optionen und Aktionen des Benutzers vor, während der sich durch Wischen und Tippen durch das Menü navigiert.

Dank einer Spracherkennungsfunktion können sehbehinderte und blinde Menschen ihrem Mobiltelefon auch Nachrichten diktieren – wenn sie etwa eine SMS oder einen Tweet absenden möchten und keine Lust haben, jeden Buchstaben einzeln einzutippen.

Spezielle Apps für Blinde
Viele Apps weisen zwar noch Barrieren auf – andererseits entstehen immer mehr Anwendungen, die sich auch von blinden und sehbehinderten Nutzern und Nutzerinnen bedienen lassen oder sogar speziell für sie entwickelt worden sind.

Mit der Texterkennungs-App Prizmo können Blinde sich etwa ihre Post vorlesen lassen. Der Navi-Hersteller Navigon bietet mit der App „Urban“ eine fußgängerfreundliche Anwendung an, die selbst kleinste Wege sowie Haltestellen oder Bahnhöfe anzeigt und sich auch im Sprachmodus einsetzen lässt.

Der auf Barrierefreiheit spezialisierte Entwickler Dennis Lembree hat mit Easy Chirp eine preisgekrönte Bedienoberfläche geschaffen, mit der Twitter zugänglich wird. Der 35-jährige Dresdner Dr. Jan Blüher hat die Smartphone-App „ColorVisor“ erfunden, die Farben erkennt und ansagt. „Viele blinde Menschen möchten wissen, welche Farben die Umgebung hat“, sagt Blüher, der selbst mit 20 Jahren erblindete. Er hat mit Hilfe der App schon bei einem Kindergeburtstag Legosteine nach Farben sortiert oder gleichfarbige Socken identifiziert.

Die Welt als digitale Oberfläche
Auch Augmented Reality soll sich mit Klangfunktion wahrnehmen lassen können. Bei Augmented Reality-Anwendungen, der erweiterten Realität, werden digitale Informationen oder 3-D-Objekte über die Realität gelagert, sobald man mit seinem Smartphone die Umgebung scannt.

Apps wie vOICe „lesen“ blinden und sehbehinderten Menschen die Umgebung vor, warnen vor Objekten im Raum oder identifizieren Objekte durch Bilderkennung. Google und Apple bringen in Kürze Augmented-Reality-Brillen auf den Markt, die das Smartphone in Zukunft als Augmented Reality-Erkennungsgerät ablösen könnten, zumindest wenn die Technologie sich durchsetzt und die Brillen günstiger produziert werden können. Diese High Tech-Brillen werden grundsätzlich durch Spracherkennung gesteuert – nicht nur von blinden und sehbehinderten Menschen.

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One Response

  1. Hier gibt es eine Liste mit Barrierefreien Apps gibt es hier

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