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Veranstaltungstipp: Militärdiktatur in Chile

Verbrechen, Widerstand und Justiz: Die Menschenrechtsorganisation European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) bietet in Berlin eine Veranstaltungsreihe zur chilenischen Militärdiktatur an.

Am 11. September 1973 putschte das chilenische Militär unter Führung des Junta-Chefs Augusto Pinochet den demokratisch gewählten sozialistischen Präsidenten Salvador Allende aus dem Amt. Es begann die – neben der argentinischen Militärdiktatur (1976-1983) – blutigste Militärdiktatur in Lateinamerika. Tausende wurden gefoltert, entführt und ermordet. Doch selbst in den Jahren härtester Repression organisierten linke Parteien und vor allem die Bewohner der Elendsviertel Chiles Widerstand gegen das Regime. Nach einer erfolgreichen Kampagne seiner Gegner erlitt Pinochet 1988 in einer Volksabstimmung eine Niederlage, seine Diktatur endete formal. Allerdings blieb Pinochet nach den ersten Wahlen im Jahr 1989 die dominierende Figur des politischen Lebens in Chile. Dies änderte sich erst mit seiner Verhaftung am 16. Oktober 1998 in London.

Zum 40. Jahrestag des Militärputsches in Chile und anlässlich des 15. Jahrestags der Verhaftung von Pinochet in London untersuchen wir in dieser Veranstaltungsreihe die Wirkung dieser historischen Momente auf die weltweite Menschenrechtsbewegung. In welcher Weise haben sie ähnliche Aktionen im globalen Kampf für soziale Gerechtigkeit inspiriert? Welchen Einfluss üben sie bis heute auf juristische Interventionen aus? Ist die wachsende Bedeutung der Menschenrechtsbewegung eine Reaktion auf die verheerenden Niederlagen linker politischer Projekte – so Samuel Moyn in seinem Buch „The Last Utopia“? Die Erfahrungen der juristischen Aufarbeitung der Militärdiktaturen in Argentinien und Chile verdeutlichen, wie eine transnational agierende Menschenrechtsbewegung sich erfolgreich gegen Straflosigkeit einsetzen kann, so dass in diesen Ländern nun hunderte von Gerichtsverfahren durchgeführt werden.

Wir wollen zum einen mit an diesen Ereignissen direkt Beteiligten, mit Anwälten, Aktivisten, Künstlern, Historikern, diskutieren und von ihren persönlichen Erlebnissen erfahren. Doch der historische Blick, die politische und juristische Analyse sowie die künstlerischen Interventionen sollen auch Perspektiven für die heutige Menschenrechtsarbeit aufzeigen.

Veranstaltungsort
Alle Veranstaltungen finden statt im ECCHR, Zossener Str. 55-58, Aufgang D, 5. Stock, 10961 Berlin.
Ausnahme: Die Veranstaltung am 30. September 2013 findet im Berliner Abgeordnetenhaus, Raum 311, Niederkirchnerstraße 5, 10117 Berlin, statt.

Programm

11. September 2013, 19.00 Uhr, ECCHR-Büro
Widerstand in Chile, Buchvorstellung und anschließende Vernissage der Ausstellung „Impressionen einer Diktatur“

18. September 2013, 19.00 Uhr, ECCHR-Büro
Deutschland und die chilenische Militärdiktatur – Die Colonia Dignidad, Podiumsdiskussion

30. September 2013, 19.00 Uhr, Berliner Abgeordnetenhaus

Der „Pinochet Effekt“ – Wirkung transnationaler Gerichtsverfahren, Podiusmsdiskussion

16. Oktober 2013, 19.00 Uhr, ECCHR-Büro

Mercedes Benz Argentina. Ein Konzern und seine Verantwortung, Filmvorführung und Diskussion

6. November 2013, 19.00 Uhr, ECCHR-Büro

Unternehmen und ihre juristische Verantwortung für die Diktaturverbrechen in Argentinien, Podiumsdiskussion

16. November 2013, 19.00 Uhr, ECCHR-Büro

Vernissage der Ausstellung Chile Ayer-Hoy und Dokumentarfilme zum Widerstand gegen Pinochet

Wir freuen uns über Ihre Anmeldung unter: info@ecchr.eu

Mehr Informationen auf der Webseite

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