Fernlokal

Online-Magazin für kulturelle Korrespondenzen und Kontraste

Nachhilfe in punkto Nahostkonflikt

Bei „Breaking the Silence“-Touren führen israelische Ex-Soldaten Touristen an die Schauplätze des Nahostkonflikts.

Während der Reisebus von Jerusalem aus durch das Westjordanland fährt, überschüttet Ayal Kantz die Touristen mit Informationen zum Nahostkonflikt, erzählt aber auch von seinen eigenen Erfahrungen als Soldat: Wie seine Truppe nachts in Häuser eindrang, um Palästinenser einzuschüchtern, von der Willkür der Truppenchefs, die entscheiden, wer ein Gebiet betreten oder verlassen darf, von der Machtlosigkeit der Soldaten, wenn jüdische Siedler Steine auf palästinensische Kinder oder Ziegenherden werfen und sie nicht eingreifen dürfen. „Ich wusste, dass nicht alles richtig ist, aber ich habe mir gedacht, das ist eben so“, sagt der 29-jährige Israeli.

ayalkantz

Das Schweigen brechen

In der Hügellandschaft bei Hebron, den „South Hebron Hills“, durch die Kantz den Reisebus lenkt, war er selbst einige Monate als Soldat stationiert. Doch seit zwei Jahren arbeitet er für „Breaking the Silence“ – auf Deutsch: „das Schweigen brechen“. Den Rest des Beitrags lesen »

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Hack the enemy

Im syrischen Bürgerkrieg kämpfen die Sympathisanten der verschiedenen Lager inzwischen auch mit digitalen Waffen.

Konflikte werden immer öfter auch im Internet ausgefochten – russische Patrioten messen sich mit georgischen oder estnischen Hackern. Palästinsische und arabische Hacker greifen die Webseiten israelischer Unternehmen und Banken an, israelische Computerexperten schlagen zurück.

Im aktuellen syrischen Konflikt richten sich Angriffe auch gegen in Deutschland ansässige Vereine. Der Bundesverband der Deutsch-Syrischen Kulturvereine e. V.  hat angesichts digitaler Angriffe kapituliert und vorerst seine Webseite offline genommen: „Lieber Leser,“, schreibt der Verein. „Auf Grund der häufigen Hacker-Attacken in der letzten Zeit bleibt unsere Webseite vorerst offline.“

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Fernverlinkt: Harbour-Tales – Geschichten aus Israel

Konflikt, Alltag und komplexe Lebenswelten: Deutsche und israelische Journalisten haben sich auf einen Streifzug durch Israel gemacht.

Immigration, alltägliche Bedrohung in Sderot, Mode, eine Demo für einen palästinensischen Staat, Jerusalem-Syndrom, Nachtleben in Tel Aviv, religiöser Übereifer: Bei einem Crossmedia-Workshop haben junge Journalisten aus Deutschland und Israel in Israel zahlreiche Geschichten gesucht, gefunden und auf der Webseite Harbour Tales in Bild, Ton und Text aufbereitet.

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Lebendige Wände

Kollektive Kunst: Der französische Künstler JR verwandelt öffentlichen Raum in eine Gesichter-Galerie.

Sie schreien, jubeln oder blicken mal nachdenklich, mal lachend, mal durchdringend, mal kämpferisch: Wenn Mauern, Stromkästen, Busse, Häuser, Städte von riesigen, schwarz-weißen Portraits überzogen werden, dann hat JR wieder seine Mission erfüllt. Die Straße ist für den französischen Künstler „die größte Galerie der Welt“.

Gerade ist der über die Streetart-Szene hinaus bekannte Public-Artist, Jahrgang 1983, in Israel und der Westbank unterwegs – in Tel Aviv und Haifa, Bethlehem und Ramallah fotografieren er und seine Künstlergruppe Tausende von Menschen und lassen sie die Gesichter in den Städten plakatieren. Die Bedeutung der Blicke – sie bleibt den Portraitierten überlassen, und den Passanten. Den Rest des Beitrags lesen »

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Warten auf einen Staat

Die Palästinenser kämpfen um die Anerkennung ihres Staates durch die UN – ohne große Aussicht auf Erfolg. Besuch in Ramallah.

Seht her, schien ihre Haltung zu sagen, wir geben nicht auf, wir kämpfen für unseren Staat, notfalls auch mit Gewalt: Zwei palästinensische Jugendliche, einer davon mit schwarzer Strumpfmaske und palästinensischer Flagge, posierten am vergangenen Freitag bei Ramallah vor der Grenzmauer, die Israel von den palästinensischen Gebieten trennt.

Schnell hatte sich um die beiden Jugendlichen herum ein Halbkreis aus Reportern und Kamera-Teams gebildet, die dieses Bild in die Welt sendeten.

Doch die befürchtete Gewalteskalation blieb aus an dem Tag, an dem Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas die Vollmitgliedschaft eines Staates Palästina bei den Vereinten Nationen beantragte – ein Vorstoß, um die Verhandlungen über einen eigenen Staat für die Palästinenser wiederzubeleben, diesmal an Israel vorbei. Den Rest des Beitrags lesen »

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Schöne fremde Welt: Ultraorthodoxe Aussteiger in Israel

Junge Israelis, die in einer ultra-orthodoxen Familie aufgewachsen sind, entdecken nach ihrem Ausstieg ein ganz neues Leben.

Zwischen Moderne und Mittelalter liegen in Israel oft nur wenige Meter. In Vierteln wie Mea Shearim in Jerusalem leben ultraorthodoxe Juden abgeschottet von der modernen Welt, die Religion bestimmt ihren Alltag.

Nur wenige, die in der streng-religiösen Gemeinschaft aufwachsen, wagen den Ausbruch und verlassen ihre Familien. Die Aussteiger müssen erst lernen, sich in der modernen Welt zurechtzufinden – eine schwierige Herausforderung.

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Parlaments-Schau

Kohle aus Kolumbien, Parlament auf arabisch und die Geburt eines neuen Journalismus.

Im Bundestag kommen Themen zur Sprache, die in den Mainstreammedien kaum Platz finden. Drei Beispiele:

Schmutzige Kohle aus Kolumbien

Deutsche Kraftwerke arbeiten mit Energie-Mischungen. Die Rohstoffe stammen aus weniger entwickelten Ländern oder solchen die die Menschrechte nicht achten. Steinkohle wird unter anderem aus Kolumbien importiert. In den kolumbianischen Abbaugebieten werden jedoch oftmals weder ökologische noch menschrechtliche Standards eingehalten. „Es gibt keine Auflagen, die deutsche Kraftwerksbetreiber verpflichten würden, beim Import von Kohle auf die Einhaltung der Menschenrechte sowie Sozial- und Umweltstandards in den Herkunftsländern zu achten“, teilte jetzt auch die Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen mit.

Politische Nachhilfe für arabische Revolutionäre

Die Revolution in den nordafrikanischen Staaten ist in Libyen angelangt. Wird auch dieses Land wie ein Stein in der Dominokette fallen? Die demonstrierende Bevölkerung wünscht sich den Abgang vom selbst ernannten Revolutionsfüher Gaddafi jedenfalls lautstark, auch wenn dieser Demonstrationen noch bestreitet, während die Menschen fast vor seinem Fenster stehen.

Der Bundestag ist der Meinung, die Menschen im Süden bräuchten jetzt Hilfe beim Aufbau neuer Strukturen. Den Rest des Beitrags lesen »

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Spurensuche: Vom Nahen Osten nach Ost-Berlin

Ein Israeli in Berlin: Dan lebt jetzt in der Stadt, aus der sein Großvater fliehen musste.

Für Dan ist es normal, wenn es wieder eine Welle in dem Krieg gibt, der seit 2000 Jahren andauert, und die Bomben kommen. Der 25-Jährige ist in Jerusalem geboren und hat sein Leben vor allem in Nahariya verbracht. Nur zehn Kilometer von der libanesischen Grenze entfernt ist die Kleinstadt am Meer oft Schauplatz des Konfliktes um Israel gewesen: „Jedes Haus im Norden hat einen Bombenkeller, jede Schule, jede Fabrik, jedes Gebäude“, sagt Dan.

Gasmasken-Designcontest

Im Golfkrieg detonierten „unglaublich große Raketen“ aus dem Irak, deren Einschlag man aus 200 Kilometer Entfernung hören konnte. „Damals hatte jeder Mensch in Israel eine Gasmaske, die man immer in einer kleinen Box dabeihaben musste“, erinnert Dan sich an die Zeiten, in denen bei Schulwettbewerben die am schönsten gestaltete Masken-Box gekürt wurde. Den Rest des Beitrags lesen »

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Exil-Ägypter in München: Party statt Protest

Bei der Demo gegen Mubarak haben die Münchner Exil-Ägypter heute vor allem ihre Freude über den überraschenden Rücktritt demonstriert.

Ein bisschen ägyptische Revolution in München: Etwa 200 Exil-Ägypter und -Ägypterinnen, darunter viele junge Menschen, sind heute durch die Stadt gezogen. Die geplante Solidaritätsdemo mit den Protestierenden in Kairo wurde nach Husni Mubaraks überraschendem Rücktritt zum solidarischen Jubel umfunktioniert.

Während in Ägypten auf dem Tahrir-Platz seit gestern gesungen, getanzt und getrommelt wird, feierten die deutschen Exil-Ägypter heute nachmittag auf dem Marienplatz und feuerten sich gegenseitig mit deutschen und arabischen Sprechchören an („Mubarak ist weg“). Den Rest des Beitrags lesen »

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Fernlokal-Wochenschau: Revolution im Nahen Osten und die Macht der Maras

Was alles passiert: Revolution in Ägypten, der Aufstieg der Maras in Zentralamerika und das Märchen vom Digitalen Radiergummi.

Proteste in Ägypten (Foto: mcgilldaily/Flickr)

Proteste in Ägypten (Foto: mcgilldaily/Flickr)

Offline-Revolte in Ägypten

Vor wenigen Tagen hielten viele Experten es noch für unwahrscheinlich, dass die tunesische Revolution sich auf andere arabische Regimes auswirkt, inzwischen protestieren auch Bürger in Ägypten und dem Jemen. Die Kommunikation und Koordination über das Internet hat dabei besonders für die junge Generation eine große Rolle gespielt.

Ägypten hat aber auch gezeigt, wie plötzlich sich ein Land aus der Netzwelt verabschieden kann und Verbindungen blockiert. Einige Videos und Nachrichten aus den ägyptischen Straßen schaffen es dennoch ins Netz und sind unter anderem bei Global Voices zu sehen. Weitere interessante Links via Netzpolitik.org. Wieso vor allem Israel den Rücktritt der ägyptischen Regierung fürchtet auf Haaretz.com.

Macht der Maras

taz-Korrespondent Toni Keppeler erzählt in einem gut recherchierten Artikel in der aktuellen sonntaz (und in stark gekürzter Form im Netz) von der Entwicklung der Maras von losen Post-Bürgerkriegs-Jugendbanden bis zu straff organisierten, mächtigen kriminellen Netzwerken. Den Rest des Beitrags lesen »

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Thematisches

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