Fernlokal

Online-Magazin für kulturelle Korrespondenzen und Kontraste

„Eye Phone“ gegen Blindheit

Ein aufgerüstetes Smartphone soll in Zukunft Sehbeeinträchtigungen erkennen – und dabei helfen, Erblindungen zu behandeln, bevor es zu spät ist.

Das "Eye Phone" im Einsatz (Screenshot: Peek Vision)

Das „Eye Phone“ im Einsatz (Screenshot: Peek Vision)

Als Dreijähriger hat Simon sich beim Spielen einen spitzen Gegenstand ins Auge gestochen, doch seine Eltern konnten ihn nicht behandeln lassen – weil das nächste Krankenhaus zu weit entfernt und zu teuer für sie war. Seitdem ist der Kenianer auf einem Auge blind. Eine rechtzeitige Behandlung hätte seine Sehkraft wohl retten können.

Forscher aus London wollen in Zukunft mit einer mobilen Mini-Klinik gegen Augenkrankheiten und Erblindung kämpfen: ein mit der „PEEK“-App und einem Scan-Aufsatz hochgerüstetes Smartphone soll Sehleiden diagnostizieren, per Mobiltelefon können auch internationale Experten oder die nächste Klinik hinzugezogen werden, der Datenaustausch funktioniert mobil, Entwicklungen können analysiert, Behandlungen schneller eingeleitet werden.

Erblindung als Armutsproblem
Der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge kämpfen fast 300 Millionen Menschen weltweit mit Sehbeeinträchtigungen (WHO), fast 39 Millionen Menschen sind blind – und in 80 Prozent der Fälle wäre eine Erblindung vermeidbar gewesen. Den Rest des Beitrags lesen »

Einsortiert unter:Afrika, Netzwelt, Wirtschaft, , , , , , , ,

ASA: Stipendien für Auslandsprojekte

Nach Ruanda, Brasilien oder Georgien reisen und spannende Projekte umsetzen: Das ASA-Programm schreibt wieder Stipendien aus.

Das ASA-Programm vergibt 250 Stipendien für junge Menschen zwischen 21 und 30 Jahren aus fast allen Berufszweigen und Studienrichtungen. Wissen teilen und selbst dazulernen: Bei den Auslandsaufenthalten werden in Zusammenarbeit mit lokalen Organisationen spannende Projekte realisiert. Den Rest des Beitrags lesen »

Einsortiert unter:Afrika, Deutschland, Europa, Fernlokal Karriere, Gesellschaft, Lateinamerika, Reise, , , , , , , ,

Gacaca: Das Dorf als Richter

Justiz auf der Wiese: Die Gacaca-Gerichte haben in Ruanda zur Aufarbeitung des Völkermords beigetragen – sie sind aber auch umstritten.

Auf der Wiese setzten sich ruandische Dorfgemeinschaften schon in vorkolonialer Zeit zusammen, um Streitigkeiten um Land oder Vieh zu diskutieren und Täter und Opfer zu versöhnen. Gacacas, die kollektiven „Gras“-Gerichte im Freien, wurden in den letzten Jahren aber auch als ungewöhnliches Forum für die Aufarbeitung des Völkermords bekannt.

Gacaca - Gerichte auf Gras (Flickr/Problemkind)

Nach dem Bürgerkrieg und dem Genozid 1994 war die juristische Infrastruktur zerstört, die Gefängnisse völlig überfüllt. Den Rest des Beitrags lesen »

Einsortiert unter:Afrika, Gesellschaft, Kriminalität, Politik, , , , , , ,

Allgemeine Zeitung aus Windhoek: Wegweiser durch Namibia

Die Webseite der Allgemeinen Zeitung aus Namibia wurde zu einer der besten Webadressen zum Thema Reisen gekürt.

Der m.w.-Verlag aus Frankfurt am Main hat die Website der Allgemeinen Zeitung (AZ), der einzigen deutschsprachigen Tageszeitung aus Namibia, zum 5. Mal in Folge als „eine der besten Webadressen aus dem Bereich Reisen“ ausgezeichnet. Der Verlag stellt jährlich 6000 hilfreiche Internet-Adresse aus dem deutschsprachigen Raum zum Thema Reisen zusammen, die nicht unbedingt durch Googeln zu finden sind.

AZ: Deutschsprachige Zeitung aus NamibiaSpringböcke und Grundeinkommen

Die Webseite der Tageszeitung aus Windhoek informiert Touristen in einer umfangreichen Rubrik über sehenswerte Orte, Touren durch Namibia, Springböcke, Sandboarding, Impfschutz, Handeln auf dem Markt in Windhoek oder Projekte wie Lebende Museen. Den Rest des Beitrags lesen »

Einsortiert unter:Afrika, Deutsche Spuren im Ausland, Deutschland, Gesellschaft, Impressionen, Medien, Migration, Reise, , , , , , , , , ,

Discover Football, zweite Runde

2011 treffen sich auf Berliner Rasen erneut Frauenmannschaften aus aller Welt, die nicht nur gut kicken, sondern entweder sozial engagiert und/oder sozial benachteiligt sind.

Durch den Dokumentarfilm „Football Under Cover“ wurde die Multikulti-Frauenmannschaft des türkischen Vereins AL-Dersimspor in Kreuzberg über Berlin hinaus bekannt: Die Fußballerinnen hatten 2006 ein Spiel gegen die iranische Frauennationalmannschaft arrangiert – das erste gegen ein ausländisches Team seit 1979. Valerie Assmann,  Rechts-Außen-Spielerin bei Dersimspor, berichtete auf Fernlokal von diesem utopischen Moment.

Valerie Assmann: "Es zählt nicht nur der Fußball" (Foto: Fernlokal)

Valerie Assmann: "Es zählt nicht nur der Fußball" (Foto: Fernlokal)

Im vergangenen Jahr haben die Fußballerinnen dann erstmals ein internationales Match auf deutschem Rasen initiiert und mehrere Frauenmannschaften  zum Frauen-Fußball-Festival „Discover Football“ nach Berlin geladen. Den Rest des Beitrags lesen »

Einsortiert unter:Afrika, Deutschland, Europa, Frauen, Gender, Gesellschaft, Israel, Sport, , , , , , , , , , ,

Bunte Entwürfe für die Zukunft

Bei „La Silhouette“ gestalten junge Migrantinnen Mode – und ihr Leben. Jetzt hat das Atelier den Bayerischen Integrationspreis gewonnen.

Knapp 50 Betriebe hat Marlen abgeklappert, vier pro Tag. Auf schriftliche Bewerbungen hatte die Irakerin nur Absagen erhalten, deshalb lief sie durch München, von Laden zu Laden, um nach einer Ausbildung zur Friseuse, Schneiderin oder Verkäuferin zu fragen. Marlen konnte nach ihrem Hauptschulabschluss einfach keine Arbeit finden und musste als Ein-Euro-Jobberin Vogelfiguren und Engel aus Holz herstellen oder Möbel schleppen. Ein älterer Mann in einer Änderungsschneiderei machte sie bei ihrer Tour durch München auf „La Silhouette“ aufmerksam, eine kleine Maßschneiderei in München-Haidhausen.

Jetzt ist Marlen eine von 19 jungen Frauen aus Ländern wie Somalia, Nigeria, Irak, Afghanistan, Türkei oder Äthiopien, die in dem Mode-Atelier eine Ausbildung zur Damenschneiderin machen. Die 21-Jährige ist mittlerweile im zweiten Lehrjahr und hat vor kurzem ihre Zwischenprüfung bestanden. Sie liebt es, mit Mode, Farben und Stoffen zu arbeiten – vor allem aber hat sie endlich eine berufliche Perspektive. Den Rest des Beitrags lesen »

Einsortiert unter:Deutsche Einwanderung, Deutschland, Europa, Frauen, Gesellschaft, Migration, , , , , , , , , , ,

Vorbild Namibia: Rauchverbot und Recycling

Namibia als afrikanischer Vorreiter für Umweltschutz: Ein neues Recycling-Pilotprojekt soll die Namibier an Mülltrennung gewöhnen. Außerdem wird die ehemalige deutsche Kolonie Schritt für Schritt in eine Anti-Raucher-Zone verwandelt.

Mülltrennung ist anscheinend ein sehr deutsches Phänomen. In Brasilien trifft man nur im Bundesstaat Santa Caterina auf die bunten Vierergruppen aus Mülleimern, die zum Recycling einladen. Santa Caterina wiederum wurde stark von deutschen Einwanderern geprägt und ist vor allem für seine Fachwerkhäuser und das Oktoberfest in Blumenau bekannt.

Mülltrennung im brasilianischen Blumenau (Foto: vjweedman)

Mülltrennung im brasilianischen Blumenau (Foto: vjweedman)

Mülltrennung in Windhoek

Nun hat auch Namibia als wohl erstes afrikanisches Land am Montag ein Recycling-Projekt gestartet. In den vier Stadtteilen Avis, Eros, Klein-Windhoek und Ludwigsdorf werden kostenlose Säcke zur vorbildlichen Mülltrennung verteilt und wöchentlich wieder abgeholt. In Zukunft Den Rest des Beitrags lesen »

Einsortiert unter:Afrika, Brasilien, Deutsche Einwanderung, Deutsche Spuren im Ausland, Gesellschaft, Migration, Stereotypes, Umwelt, , , , , , , , , , ,

„If I was President“: Wyclef Jean für Haiti, Santos für Kolumbien, Kagame für Ruanda

Veränderungen auf dem politischen Parkett: Der Musiker Wyclef Jean hat sich als nächster Präsident für Haiti beworben, Juan Manuel Santos tritt am Samstag das Erbe von Álvaro Uribe an und bei den Präsidentschaftswahlen in Ruanda am Montag versucht Paul Kagame sein Amt zu verteidigen.

„If I was president“, hat Wyclef Jean einmal gesungen, „I’d get elected on Friday, assasinated on Saturday,
and buried on Sunday.“ Jetzt hat er tatsächlich seine Bewerbung um das Präsidentschaftsamt in seinem Heimatland Haiti eingereicht. Die Neuwahlen sind für November ausgeschrieben, der amtierende Präsident René Préval kann laut Verfassung nicht erneut antreten. Haiti ist politisch instabil, leidet an Umweltzerstörung, Überschwemmung, Überbevölkerung. 80 Prozent der Haitianer leben von maximal zwei Dollar pro Tag, der Staatshaushalt wird durch Entwicklungshilfe gestützt.

Aufgabe des neuen Präsidenten: Wiederaufbau

Dazu das Erdbeben im Januar: Es gilt als eines der schlimmsten Naturereignisse der letzten 100 Jahre. Die vorher schon mangelhafte Infrastruktur wurde zu großen Teilen zerstört, etwa 300.000 Menschen kamen ums Leben, etwa 1,6 Millionen wurden obdachlos. Der Wiederaufbau Haitis (siehe Länderprofil und Erfahrungsbericht eines deutschen Katastrophenhelfers) ist angesichts der chaotischen Lage eine schwierige politische Herausforderung, an der auch Experten leicht scheitern.

Der Hip Hop-Star Wyclef Jean war bisher nicht für politische Ambitionen bekannt. Zumindest hat er in Haiti eine Hilfsorganisation, Yéle Haiti, aufgebaut. Ob er als in die USA ausgewanderter, allerdings sehr bekannter Kandidat gewinnen kann? Was er schon jetzt für Haiti getan hat: Der Prominenzfaktor lenkt die Aufmerksamkeit erneut auf die katastrophale Lage im Land.

Kolumbien nach Álvaro Uribe

Auch Juan Manuel Santos, der nach einem spannenden Wahlkampf gegen den Grünen Antanas Mockus ein doch überraschend eindeutiges Wahlergebnis erzielte, tritt am Samstag in Kolumbien ein schwieriges politisches Erbe an. Den Rest des Beitrags lesen »

Einsortiert unter:Afrika, Gesellschaft, Lateinamerika, Politik, , , , , , , , , , , , , , ,

Sister Fa: Aufklärung durch Senegal-Rap

Sie war die erste Rapperin, die im Senegal ein Solo-Album veröffentlichte: Fatou Mandiang Diatta hat sich als „Sister Fa“ in der Musikszene ihres Heimatlandes etabliert. In einer Melange aus Rap, Soul, Afropop und Reggae spricht sie wichtige gesellschaftliche Probleme an – wie AIDS oder die Genitalverstümmelung von Frauen.

Fatou Mandiang Diatta wurde 1982 in Dakar geboren, sie sei immer ein „rebel girl“ gewesen. Ihre Eltern schickten sie als Teenager zu einem Onkel aufs Land, mit etwa 18 Jahren kehrte sie nach Dakar zurück. Zwar hatte sie vorher schon gesungen und erste Songs getextet, doch erst in Dakar gelang es ihr, die männerdominierte senegalesische Rap-Szene zu erobern.

Fatou findet, dass Bildung und Aufklärung die wichtigste Funktion von Musikern sei. In ihren Texten spricht sie gesellschaftspolitische Missstände im Senegal an, wie Zwangsheirat, Polizeigewalt oder AIDS. „I was always complaining why life is like this, why life is like that“, sagt Fatou. „The music was the only way to express myself.“

Konzerte gegen Beschneidung
Ihr erstes Demo-Album erschien 2002. Für ihr erstes richtiges Album „HipHop Yaw La Fal“ von 2005 wurde sie bei den senegalesischen HipHop-Awards als Beste Newcomerin ausgezeichnet. Ein Jahr später zog Fatou mit ihrem Mann Lukas nach Berln und lebt heute mit dem österreichischem Ethnologen und Dokumentarfilmer und ihrer gemeinsamen Tochter in Neukölln. 2009 veröffentlichte die afrikanische Künstlerin ihr erstes Album auf europäischem Boden: „Sarabah – Tales from the Flipside of Paradise“.

Erst mit dem Abstand zum Senegal konnte sie auch über das Thema singen, für das sie sich heute stark engagiert: die Genitalverstümmelung von Frauen. Das westafrikanische Land ist größtenteils islamisch geprägt, die Tradition ist trotz Verbot in vielen Gebieten weitverbreitet. Auch Fatou wurde als kleines Mädchen beschnitten. Offen darüber zu sprechen und die Praktik zu hinterfragen war ein Tabubruch. Den Rest des Beitrags lesen »

Einsortiert unter:Afrika, Deutsche Einwanderung, Deutschland, Europa, Gesellschaft, , , , , , , , , , , , , , ,

Kurzfilm über Namibia: “Africa light – Gray zone”

Namibia, die einstige deutsche Kolonie, glänzt in der Außenwahrnehmung meist als vergleichsweise demokratisches, friedliches und weit entwickeltes Naturparadies: “Africa Light”. Der deutsche Regisseur Tino Schwanemann hat seinen eigenen Erkenntnisprozess von der ersten Blendung zum genaueren Blick in einem Kurzfilm verarbeitet. Fernlokal hat mit ihm über die Produktion von “Africa light – Gray zone” gesprochen.

„Ich bin mit einer anderen Einstellung weg- als hingefahren“. Tino Schwanemann war kaum auf die Realität in Afrika, in Namibia, vorbereitet. Der Magdeburger Regisseur, der in Berlin lebt und arbeitet, hatte die Idee, einen Werbespot über Namibia zu konzipieren. 2007 beendete er sein Studium an der Filmakademie Baden-Württemberg,dann reiste Schwanemann für den Dreh nach Namibia.

Namibia (Foto: Tino Schwanemann)

Namibia (Foto: Tino Schwanemann)

Über Internetforen hatte er vorher Informationen über das Land und die Drehbedingungen eingeholt. Die Erkenntnisse von deutschen Touristen, die Namibia bereits besucht hatten, halfen wenig weiter: „Viele kennen die Etoscha-Pfanne und einzelne Ortschaften, sie sind sonst aber sehr eingeschränkt und waren nie an Orten wie Katatura“, so Schwanemann.

Katatura: Armut statt Luxus-Safari

Katatura ist das Armenviertel der namibischen Hauptstadt Windhoek, über 100.000 schwarze Namibianer leben hier, täglich kommen neue Einwanderer vom Land hinzu. „Der größte Teil besteht aus Blechhütten, die am Berg hängen, es ist sehr verwinkelt und es riecht nach Fäkalien“. Eine andere Facette von Namibia, fernab der Hochglanzbroschüren. In Katatura hat Schwanemann viel gedreht – allerdings nicht für den geplanten Werbefilm. Den Spot hat er zwar während seines siebenwöchigen Aufenthalts in Namibia noch realisiert, aber sein Kurzfilm “Africa light – Gray zone” ist zum Hauptprojekt geworden „und wird dem Thema eher gerecht“.

“Africa light – Gray zone” zeigt in 13 Minuten die gleichzeitigen Realitäten in dem südafrikanischen Land: Faszinierende Safari-Bilder und eine von Touristen überfahrene Giraffe, afrikanische Moderne und Armut, Stammes-Traditionen als Inszenierungen für Touristen oder Kolmannskuppe, die im Sand versinkende Stadt der Diamantensucher. Der Film sei eine „subjektive Bestandsaufnahme von Namibia, die durch sämtliche Gefühle hindurchgeht, die Faszination zeigt, aber auch das, was an Kontrasten und Ungereimtheiten vorhanden ist“. Dabei wolle der junge Regisseur nicht Fragen beantworten, sondern Fragen aufwerfen: „Mit dem Film möchte ich dazu ermutigen, sich kein einseitiges Bild zu machen, sondern das Panorama wahrzunehmen“. Den Rest des Beitrags lesen »

Einsortiert unter:Afrika, Deutsche Einwanderung, Deutsche Spuren im Ausland, Deutschland, Gesellschaft, Medien, Politik, Stereotypes, , , , , , , , , , , , , ,

Thematisches

Kulturhauptstädtisches: Fernlokal bei Zwanzig10

Fernlokal @ Twitter

Fernlokal bei Twitter

Best of Fernlokal

Enter your email address to follow this blog and receive notifications of new posts by email.

Schließe dich 243 Followern an

Fernlokal auf googlemaps

fernlokal map
Society Blogs - BlogCatalog Blog Directory

Fernlokal nominiert als “Best Weblog Deutsch” (Deutsche Welle Blog Awards 2010)

Fernlokal nominiert als “Best Weblog Deutsch” (Deutsche Welle Blog Awards 2010)

Fernlokal bei den Deutsche Welle Blog Awards

Fernlokales 2011

Jesus Mexiko 2011 (copyright fernlokal)

Lokales 2010

(copyright fernlokal)

Lokales 2010

Lokales 2010

(copyright fernlokal)