Fernlokal

Online-Magazin für kulturelle Korrespondenzen und Kontraste

Sister Fa: Aufklärung durch Senegal-Rap

Sie war die erste Rapperin, die im Senegal ein Solo-Album veröffentlichte: Fatou Mandiang Diatta hat sich als „Sister Fa“ in der Musikszene ihres Heimatlandes etabliert. In einer Melange aus Rap, Soul, Afropop und Reggae spricht sie wichtige gesellschaftliche Probleme an – wie AIDS oder die Genitalverstümmelung von Frauen.

Fatou Mandiang Diatta wurde 1982 in Dakar geboren, sie sei immer ein „rebel girl“ gewesen. Ihre Eltern schickten sie als Teenager zu einem Onkel aufs Land, mit etwa 18 Jahren kehrte sie nach Dakar zurück. Zwar hatte sie vorher schon gesungen und erste Songs getextet, doch erst in Dakar gelang es ihr, die männerdominierte senegalesische Rap-Szene zu erobern.

Fatou findet, dass Bildung und Aufklärung die wichtigste Funktion von Musikern sei. In ihren Texten spricht sie gesellschaftspolitische Missstände im Senegal an, wie Zwangsheirat, Polizeigewalt oder AIDS. „I was always complaining why life is like this, why life is like that“, sagt Fatou. „The music was the only way to express myself.“

Konzerte gegen Beschneidung
Ihr erstes Demo-Album erschien 2002. Für ihr erstes richtiges Album „HipHop Yaw La Fal“ von 2005 wurde sie bei den senegalesischen HipHop-Awards als Beste Newcomerin ausgezeichnet. Ein Jahr später zog Fatou mit ihrem Mann Lukas nach Berln und lebt heute mit dem österreichischem Ethnologen und Dokumentarfilmer und ihrer gemeinsamen Tochter in Neukölln. 2009 veröffentlichte die afrikanische Künstlerin ihr erstes Album auf europäischem Boden: „Sarabah – Tales from the Flipside of Paradise“.

Erst mit dem Abstand zum Senegal konnte sie auch über das Thema singen, für das sie sich heute stark engagiert: die Genitalverstümmelung von Frauen. Das westafrikanische Land ist größtenteils islamisch geprägt, die Tradition ist trotz Verbot in vielen Gebieten weitverbreitet. Auch Fatou wurde als kleines Mädchen beschnitten. Offen darüber zu sprechen und die Praktik zu hinterfragen war ein Tabubruch. Den Rest des Beitrags lesen »

Advertisements

Einsortiert unter:Afrika, Deutsche Einwanderung, Deutschland, Europa, Gesellschaft, , , , , , , , , , , , , , ,

Kurzfilm über Namibia: “Africa light – Gray zone”

Namibia, die einstige deutsche Kolonie, glänzt in der Außenwahrnehmung meist als vergleichsweise demokratisches, friedliches und weit entwickeltes Naturparadies: “Africa Light”. Der deutsche Regisseur Tino Schwanemann hat seinen eigenen Erkenntnisprozess von der ersten Blendung zum genaueren Blick in einem Kurzfilm verarbeitet. Fernlokal hat mit ihm über die Produktion von “Africa light – Gray zone” gesprochen.

„Ich bin mit einer anderen Einstellung weg- als hingefahren“. Tino Schwanemann war kaum auf die Realität in Afrika, in Namibia, vorbereitet. Der Magdeburger Regisseur, der in Berlin lebt und arbeitet, hatte die Idee, einen Werbespot über Namibia zu konzipieren. 2007 beendete er sein Studium an der Filmakademie Baden-Württemberg,dann reiste Schwanemann für den Dreh nach Namibia.

Namibia (Foto: Tino Schwanemann)

Namibia (Foto: Tino Schwanemann)

Über Internetforen hatte er vorher Informationen über das Land und die Drehbedingungen eingeholt. Die Erkenntnisse von deutschen Touristen, die Namibia bereits besucht hatten, halfen wenig weiter: „Viele kennen die Etoscha-Pfanne und einzelne Ortschaften, sie sind sonst aber sehr eingeschränkt und waren nie an Orten wie Katatura“, so Schwanemann.

Katatura: Armut statt Luxus-Safari

Katatura ist das Armenviertel der namibischen Hauptstadt Windhoek, über 100.000 schwarze Namibianer leben hier, täglich kommen neue Einwanderer vom Land hinzu. „Der größte Teil besteht aus Blechhütten, die am Berg hängen, es ist sehr verwinkelt und es riecht nach Fäkalien“. Eine andere Facette von Namibia, fernab der Hochglanzbroschüren. In Katatura hat Schwanemann viel gedreht – allerdings nicht für den geplanten Werbefilm. Den Spot hat er zwar während seines siebenwöchigen Aufenthalts in Namibia noch realisiert, aber sein Kurzfilm “Africa light – Gray zone” ist zum Hauptprojekt geworden „und wird dem Thema eher gerecht“.

“Africa light – Gray zone” zeigt in 13 Minuten die gleichzeitigen Realitäten in dem südafrikanischen Land: Faszinierende Safari-Bilder und eine von Touristen überfahrene Giraffe, afrikanische Moderne und Armut, Stammes-Traditionen als Inszenierungen für Touristen oder Kolmannskuppe, die im Sand versinkende Stadt der Diamantensucher. Der Film sei eine „subjektive Bestandsaufnahme von Namibia, die durch sämtliche Gefühle hindurchgeht, die Faszination zeigt, aber auch das, was an Kontrasten und Ungereimtheiten vorhanden ist“. Dabei wolle der junge Regisseur nicht Fragen beantworten, sondern Fragen aufwerfen: „Mit dem Film möchte ich dazu ermutigen, sich kein einseitiges Bild zu machen, sondern das Panorama wahrzunehmen“. Den Rest des Beitrags lesen »

Einsortiert unter:Afrika, Deutsche Einwanderung, Deutsche Spuren im Ausland, Deutschland, Gesellschaft, Medien, Politik, Stereotypes, , , , , , , , , , , , , ,

Thematisches

Kulturhauptstädtisches: Fernlokal bei Zwanzig10

Fernlokal @ Twitter

Fernlokal bei Twitter

Best of Fernlokal

Enter your email address to follow this blog and receive notifications of new posts by email.

Schließe dich 243 Followern an

Fernlokal auf googlemaps

fernlokal map
Society Blogs - BlogCatalog Blog Directory

Fernlokal nominiert als “Best Weblog Deutsch” (Deutsche Welle Blog Awards 2010)

Fernlokal nominiert als “Best Weblog Deutsch” (Deutsche Welle Blog Awards 2010)

Fernlokal bei den Deutsche Welle Blog Awards

Fernlokales 2011

Jesus Mexiko 2011 (copyright fernlokal)

Lokales 2010

(copyright fernlokal)

Lokales 2010

Lokales 2010

(copyright fernlokal)