Fernlokal

Online-Magazin für kulturelle Korrespondenzen und Kontraste

Volontariat bei fluter

Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) hat ein Volontariat für den Bereich Multimedia ausgeschrieben.

Die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb sucht zum Mai 2013 einen Volontär / eine Volontärin für den Fachbereich Multimedia, in den Arbeitsbereichen Jugendmagazin FLUTER (Heft & fluter.de) und Lokaljournalistenprogramm, das Redakteure von vornehmlich lokalen Tageszeitungen und Hörfunk mit Seminaren und Kongressen sowie eigenen Medien (Printheft drehscheibe, hoerfunker.de, drehscheibe.org) unterstützt.

Fluter
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Übernachten im Flüchtlingslager

Das palästinensische Flüchtlingslager Dheisheh bei Bethlehem ermöglicht einen Einblick in den Alltag seiner Bewohner.

Einige Jugendliche machen neben der Hauptstraße Musik, vorbeifahrende Autos hupen, später dringt die ganze Nacht Musik durch die engen Straßen – in Dheisheh wird an diesem Abend die Hochzeit eines palästinensischen Pärchens gefeiert.

Am Anfang war es nur eine Zeltstadt, jetzt ist eine richtige kleine Stadt: Das Flüchtlingslager Dheisheh im Süden von Bethlehem ist längst nicht mehr die temporäre Siedlung, als die es anfangs gedacht war. Den Rest des Beitrags lesen »

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Die Kinder-Killer

Waffen, Drogen, Geld und Macht: In Mexiko steigen immer mehr Kinder und Jugendliche ins Kartellgeschäft ein.

Gerade einmal 14 Jahre war Edgar Jiménez Lugo alt, als er im vergangenen Dezember verhaftet wurde – der mexikanische Teenager mit den krausen braunen Haaren hatte bereits vier Menschen ermordet, mindestens. Fotos von seinen Folteropfern hatte er auf seinen beiden Handys gespeichert.

Eine ziemlich blutige Bilanz für einen 14-Jährigen, doch Edgar Jiménez Lugo ist kein Einzelfall in Mexiko. Immer mehr Kinder und Jugendliche erledigen Jobs für Kartelle – von Drogenverkauf über Botengänge bis zu Mordaufträgen. Den Rest des Beitrags lesen »

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Oaxaca nach den Protesten

Schöne Farben, Straßenleben, indigene Armut und viel Kultur.

Oaxaca ist, zumindest nach der sonnigen Insel-Atmosphäre in Puerto Escondido, erstmal eine ziemlich schlecht riechende Stadt. Die Dunstglocke aus Abgasen und Hitze, die über den vielen flachen, knalligbunten Häusern liegt, gibt den Blick auf die Bergketten rund um Oaxaca erst am Abend frei.

Proteste gegen Korruption und Armut

Die Hauptstadt des gleichnamigen Bundestaats ist vor allem aber eine Stadt, die lebendig ist, die schöne Farben hat und in der viel passiert. Die Proteste von 2006 und 2007 sind auf den ersten Blick nicht mehr spürbar – vor fünf Jahren hatten sich von Akademikern ausgehende Demonstrationen gegen niedrige Löhne zu einer Protestwelle einer breiten Koaliton sozialer Bewegungen gegen Korruption und die Politik von Ulises Ruiz, den Gouverneur von Oaxaca, ausgeweitet.
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Acapulcos Abstieg

Endlose Bucht, Nachtleben und Hunderte von Hotels: Doch Acapulco hat Glanz verloren.

Acapulco, in den Sechzigern und Siebzigern die „Perle des Pazifik“, Urlaubsdomizil von Stars wie Elvis Presly, Politpromis wie den Kennedys und Möchtegernsternchen, ist inzwischen vor allem Reiseziel für die mexikanische Mittelklasse sowie der Mexikaner aus dem Umland.

Auch Aussteiger vor allem aus den USA und Kanada und schubweise internationale Touristen, deren hochhausgroßes Kreuzschiff im Hafen vor Anker liegt, treiben sich in der Strandstadt herum.

Gewehr im Anschlag

In den Neunzigern führten Umweltverschmutzung und Kriminalität zum Niedergang der Touristenhochburg – ganz sauber scheint das Wasser vor allem in Hafennähe tatsächlich nicht.

Auf den Straßen patroulliert mittlerweile auch Bundespolizei, in schwerer Ausrüstung auf den Ladeflächen schwarzer Jeeps stehen drei, vier, fünf Männer mit Maschinengewehren im Anschlag. Den Rest des Beitrags lesen »

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Fernverlinkt #1: Brasilien – Das Ende der Lula-Ära

Am Sonntag wählt Brasilien: Staatschef Lula Inácio da Silva darf nicht mehr antreten und hat während der Wahlkampagne Dilma Rousseff als seine Nachfolgerin aufgebaut. Unter Lula ist Brasilien zur wichtigen Wirtschaftsmacht aufgestiegen – doch den oder die neue StaatschefIn erwarten auch große Probleme. Was das Netz dazu meint.
Lulas Erfolg zu übertreffen wird fast unmöglich sein. Der Präsident gilt als wichtiger Wegbereiter des brasilianischen Wirtschaftswachstums. Doch das wird zukünftig nicht einfach so weitergehen. Und wenn Dilma Roussef gewinnt, muss sie zudem erst einmal aus dem Schatten ihres Förderers treten.

The Economist: „Brazil’s presidential election. The handover“
Birgit Jennen/FTD: „Holprige Straßen bremsen Brasiliens Wachstum“

Wirtschaftsmacht und Land der sozialen Gegensätze: Der neue Präsident erbt auch Probleme. (Foto: Fernlokal)

Wirtschaftsmacht und Land der sozialen Gegensätze: Der neue Präsident erbt auch Probleme. (Foto: Fernlokal)

Kampf um den Regenwald
Der Aufschwung Brasiliens zur südamerikanischen Wirtschaftsmacht ging in den vergangenen Jahren oft auf Kosten der Umwelt voran. Der österreichische Bischof Erwin Kräutler wurde 2010 mit dem alternativen Nobelpreis ausgezeichnet, da er sich seit Jahren gegen das umstrittene Staudammprojekt Belo Monte und die Armut der Indigenas engagiert. Dabei steht er inzwischen unter Polizeischutz – da er nur knapp Mordanschlägen entging. Den Rest des Beitrags lesen »

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Paco: Gefährlicher Billigrausch

Gegen Marihuana in kleineren Mengen kämpft die argentinische Regierung nicht mehr – der private Konsum ist legalisiert. Das größere Problem heißt Paco: ein gefährliches Kokain-Abfallprodukt, das schnell süchtig macht und vor allem die Lage in den Villas, den argentinischen Armenvierteln, drastisch verschlimmert.

„Lebende Tote“ werden die zehntausenden Paco-Junkies in Argentinien genannt. Denn Paco tötet nicht nur Schmerz, sondern auch das Hungergefühl. Viele Konsumenten sind völlig abgemagert, sie haben aufgesprungene Lippen und Blutergüsse auf der Haut. Die Pasta Básica de Cocaína, kurz Paco, ist ein Abfallprodukt auf Kokainbasis, das geraucht wird. Oft ist die Droge mit diversen Substanzen wie Glassplittern oder Chemikalien wie Kerosin, Putzmittel oder Lösungsmitteln gestreckt. Langfristig schädigt die gefährliche Mixtur Gehirn und Organe, Paco fördert aber auch Psychosen und Paranoia.

Droge der Armen

Wie Kokain macht Paco euphorisch – doch die Wirkung setzt sofort ein und dauert nur 30-70 Sekunden. Und Paco ist billig, kostet nur ein paar Cents, so dass die Droge sich vor allem in den Armenvierteln von Buenos Aires rasant ausbreiten konnte.

Argentiniens Problem: Paco (Foto: Flickr/Olmovic)

Argentiniens Problem: Paco (Foto: Flickr/Olmovic)

Nach der argentinischen Wirtschaftskrise 2001 soll die Zahl der Abhängigen hochgeschnellt sein, vor allem viele Jugendliche bekämpften Arbeitslosigkeit und fehlende Zukunftschancen mit dem billigen Rausch. Den Rest des Beitrags lesen »

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Kurzfilm über Namibia: “Africa light – Gray zone”

Namibia, die einstige deutsche Kolonie, glänzt in der Außenwahrnehmung meist als vergleichsweise demokratisches, friedliches und weit entwickeltes Naturparadies: “Africa Light”. Der deutsche Regisseur Tino Schwanemann hat seinen eigenen Erkenntnisprozess von der ersten Blendung zum genaueren Blick in einem Kurzfilm verarbeitet. Fernlokal hat mit ihm über die Produktion von “Africa light – Gray zone” gesprochen.

„Ich bin mit einer anderen Einstellung weg- als hingefahren“. Tino Schwanemann war kaum auf die Realität in Afrika, in Namibia, vorbereitet. Der Magdeburger Regisseur, der in Berlin lebt und arbeitet, hatte die Idee, einen Werbespot über Namibia zu konzipieren. 2007 beendete er sein Studium an der Filmakademie Baden-Württemberg,dann reiste Schwanemann für den Dreh nach Namibia.

Namibia (Foto: Tino Schwanemann)

Namibia (Foto: Tino Schwanemann)

Über Internetforen hatte er vorher Informationen über das Land und die Drehbedingungen eingeholt. Die Erkenntnisse von deutschen Touristen, die Namibia bereits besucht hatten, halfen wenig weiter: „Viele kennen die Etoscha-Pfanne und einzelne Ortschaften, sie sind sonst aber sehr eingeschränkt und waren nie an Orten wie Katatura“, so Schwanemann.

Katatura: Armut statt Luxus-Safari

Katatura ist das Armenviertel der namibischen Hauptstadt Windhoek, über 100.000 schwarze Namibianer leben hier, täglich kommen neue Einwanderer vom Land hinzu. „Der größte Teil besteht aus Blechhütten, die am Berg hängen, es ist sehr verwinkelt und es riecht nach Fäkalien“. Eine andere Facette von Namibia, fernab der Hochglanzbroschüren. In Katatura hat Schwanemann viel gedreht – allerdings nicht für den geplanten Werbefilm. Den Spot hat er zwar während seines siebenwöchigen Aufenthalts in Namibia noch realisiert, aber sein Kurzfilm “Africa light – Gray zone” ist zum Hauptprojekt geworden „und wird dem Thema eher gerecht“.

“Africa light – Gray zone” zeigt in 13 Minuten die gleichzeitigen Realitäten in dem südafrikanischen Land: Faszinierende Safari-Bilder und eine von Touristen überfahrene Giraffe, afrikanische Moderne und Armut, Stammes-Traditionen als Inszenierungen für Touristen oder Kolmannskuppe, die im Sand versinkende Stadt der Diamantensucher. Der Film sei eine „subjektive Bestandsaufnahme von Namibia, die durch sämtliche Gefühle hindurchgeht, die Faszination zeigt, aber auch das, was an Kontrasten und Ungereimtheiten vorhanden ist“. Dabei wolle der junge Regisseur nicht Fragen beantworten, sondern Fragen aufwerfen: „Mit dem Film möchte ich dazu ermutigen, sich kein einseitiges Bild zu machen, sondern das Panorama wahrzunehmen“. Den Rest des Beitrags lesen »

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Quer durch Lateinamerika: Sao Paulo – Hektik und Hubschraubertaxen

Von der Favelinha in Rio de Janeiro ins glattpolierte Business- und Bankendomizil Vila Olímpia: Nach den Tagen in Rio erscheint der Rhythmus der brasilianischen Megacity Sao Paulo rasant.

Sao Paulo aus Hubschrauberperspektive: Ein Strom sich ineinander verschlingender Straßen und Autobahnen, ein endloses Häusermeer aus Beton. Beides vereint sich aus der Luft zu einer Zehnmillionen-Metropole, einem düster wirkenden Moloch. Ein Foto, das die Kluft zwischen den Armen und den gutsituierten Paulistas eindrucksvoll symbolisiert, zeigt ein Hochhaus mit Swimmingpool auf jedem Balkon, an das die Hütten einer Favela heranwachsen. Ein geschützter Ausblick auf die Armut. Von Film und Fotos ist mein Eindruck der brasilianischen Megacity beeinflusst, als wir sie um Mitternacht erreichen. Doch kein Überfall, keine anstrengende, dubiose Menschenmasse erwartet uns um halb zwölf am Busbahnhof. Stattdessen: Leere und ein paar Taxifahrer.

Sao Paulo bei Nacht (Foto: Fernlokal)

Zeit ist Geld

Eine Stunde später sind wir fast im Stadtteil Vila Olímpia. Der bierbäuchige Fahrer hält an jeder Ampel, obwohl man nachts aus Sicherheitsgründen auch rote Ampel überfahren darf. Er kurvt zweimal um den Block und will am Ende der Odysee inklusive Trinkgeld fünfzig Reais, etwa 20 Euro, abkassieren – statt der ausgemachten 35. Im Wirtschaftszentrum Brasiliens zählt das Geld, der Rhythmus der Stadt sei schneller als in Rio, erzählt uns später Marcello. Der Freund einer brasilianischen Freundin, in dessen Apartment wir wohnen, kennt den Druck: Er ist selbst Banker, arbeitet 12 bis 14 Stunden täglich und hat mit 26 Jahren schon den ersten Burn-Out hinter sich. Am Wochenende entspannt er sich im Nachtleben – irgendwie typisch Paulista. Um ein Uhr nachts gehen wir Temakis essen, kegelförmige Tütchen, die in Sao Paulo das Sushi-Angebot dominieren; um zwei Uhr, vor dem Schlafengehen, bestellt Marcello sich noch einen Café.

Hochhäuser und Firmengebäude prägen die Gestalt des Business- und Bankeviertels Vila Olímpia, aufgefüllt durch Wohnhäuschen, unzählige Bars und Restaurants. In Vila Olímpia residieren Konzerne wie Unilever, Google, Microsoft oder das dekadente Mode-Imperium Daslu – natürlich mit eigenem Hubschrauber-Landeplatz. Nachts ziehen junge und finanzstarke Paulistas durch die Clubs und Bars. Es wirkt hier im Viertel alles zu glatt, wenn man um die Situation weiter Bevölkerungsteile weiß, andererseits angenehm sicher. Wir können entspannt durch die Straßen schlendern.

Armut und Gewalt sind hier weit weg, aber das Rattern der Hubschraubermotoren erinnert an den Blick von oben, an die sozialen Gegensätze. Über 700 Elite-Taxis kreisen täglich über Sao Paulo – um Verkehrschaos und Überfälle zu umgehen. Die weniger Reichen können sich für mehrere tausend Euro im Jahr zu Helikopter-Mitfahrgemeinschaften zusammenschließen. Wir dagegen brauchen Stunden mit dem Bus durch die Stadt, die schnelle U-Bahn fährt hier nicht. Die nächste grüne Insel ist per Fahrrad 40 Minuten entfernt: Im riesigen Park Ibirapuera, dem Central Park von Sao Paulo, spazieren und skaten Menschenmassen zwischen futuristischen Gebäuden des brasilianischen Star-Architekten Niemeyer, Seen und Gewächshäusern.

Sao Paulo (Foto: fernlokal)

Verkehrschaos (Foto: fernlokal)

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