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Online-Magazin für kulturelle Korrespondenzen und Kontraste

Säure-Opfer Ameneh Bahrami: Erzwungene Vergebung

Erst kämpfte Bahrami fast sieben Jahre, um den Mann zu blenden, der ihr das Augenlicht genommen hat – doch plötzlich vergibt sie ihm.

Die Iranerin Ameneh Bahrami hat fast sieben Jahre lang dafür gekämpft, dass sie den Mann blenden darf, der für ihr Erblinden verantwortlich ist – 2004 hatte Madschid Mowahedi Bahrami mit Schwefelsäure attackiert, weil sie seine Heiratsanträge abgelehnt hatte (Hintergrund).

Ameneh Bahrami

Tatsächlich bekam sie dieses Recht als erstes Opfer eines Säureattentates zugesprochen – nachdem die Vollstreckung im Mai 2011 bereits einmal verschoben worden war, da der Iran einen internationalen Imageschäden befürchtete, sollte die Bestrafung an diesem Sonntagmorgen stattfinden.

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Fernlokal WM 2010-Spezial: „Discover Football“ – Interkulturelle Begegnung auf dem Rasen

Die Frauenmannschaft des Fußballvereins AL-Dersimspor in Kreuzberg sucht sich gerne interkulturelle Herausforderungen auf dem Rasen. 2006 initiierten die Spielerinnen ein Freundschaftsspiel mit der iranischen Nationalmannschaft, jetzt veranstalten sie mit „Discover Football“ das erste internationale Frauen-Fußball-Kultur-Festival in Berlin.

2004 hatte sich die erste Frauenmannschaft beim türkischen Fußballverein AL-Dersimspor aus Spaß gegründet, 2006 initiierten die Spielerinnen ein legendäres Spiel gegen die iranische Frauennationalmannschaft, für 2010 haben sie ein internationales Fußballfestival – „Discover Football“ – in Berlin organisiert. Vom 6. bis 13. Juli 2010 versammeln sie sieben weitere Mannschaften aus Ländern wie Afghanistan, Sambia, Ecuador oder Österreich zu einem einwöchigen Turnier am Anhalter Bahnhof in Kreuzberg.

Die Spielerinnen sehen Fußball als Medium der interkulturellen Verständigung und wollen zu einer internationalen Weiterentwicklung des Frauenfußballs beitragen. Bei der Auswahl der Gastmannschaften standen vor allem das soziale Engagement sowie mangelnde Unterstützung in ihrem Heimatland im Vordergrund. Für die Spielerinnen aus Afghanistan ist das Fußballspiel zum Beispiel alles andere als selbstverständlich – in ihrer Heimat müssen sie Angst haben, beim Trai Den Rest des Beitrags lesen »

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Fernlokal WM 2010-Spezial: „Jungs ausfummeln“. Ein Interview mit Tine Britt über Fußball

Tine Britt spielt Fußball seit sie laufen kann. Die 21-Jährige kickt bei dem türkischen Verein AL-Dersimspor in Berlin und trainiert auch selbst eine Mini-Mannschaft.

Tine im Porträt

Alles war viel leiser als sonst: Das Stirnband, das Tine Britts Kopftuch festhielt, drückte auf die Ohren und dämpfte die Geräusche. Ansonsten fand sie es nicht störend, mit Hijab Fußball zu spielen. Normalerweise kicken Tine Britt und ihre Mannschaft bei dem türkischen Verein BSV AL-Dersimspor in Berlin aber ohne Kopftuch, im normalen Trikot – und nicht vor 1000, sondern meist vor 50 bis 100 Zuschauern. Doch bei dem Freundschaftsspiel gegen die iranische Frauennationalmannschaft in Teheran mussten sich die Berlinerinnen an die strenge Kleiderordnung halten. Das Match 2006 im Iran ist Tine Britts bisher aufregendstes und ungewöhnlichstes Spiel gewesen.
Zurzeit trainiert sie dreimal wöchentlich und spielt fast jedes Wochenende gegen andere Berliner Mannschaften. Fast hätte die 1. Frauenmannschaft von AL-Dersimspor auch den Aufstieg von der Berlin-Liga in die Regionalliga geschafft. „Wir waren eine Zeitlang Zweite, aber das letzte Spiel haben wir nicht hinbekommen“, ärgert sich die 21-Jährige. Fußball ist für Tine Britt eine Ablenkung vom Alltag, eine Art Freiheit, Den Rest des Beitrags lesen »

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Fernlokal WM 2010-Spezial: Frauenfußball im Iran – Ein utopischer Moment

Das erste öffentliche Frauen-Fußballspiel auf iranischem Boden seit 1979 dokumentiert der Film «Football Under Cover» von Ayat Najafi und den Geschwistern Assmann. Valerie Assmann war beim Spiel der iranischen Frauenfußball-Nationalmannschaft gegen den «BSV Al-Demirspor» aus Kreuzberg dabei. Der 28. April 2006 ist den Beteiligten in Erinnerung geblieben, als ein Moment, der der Realität enthoben war. Alles schien hoffnungsvoll gut.

Zum ersten Mal sahen wir die iranische Frauennationalmannschaft eigentlich erst in dem Moment, als wir auf Anweisung unsere Kabine im Ararat-Stadion in Teheran verließen und uns plötzlich in unseren islamischen Fußballtrikots gegenüberstanden. Durch den engen Gang im Inneren des Stadions liefen wir gemeinsam nach draußen, wo wir von singenden, schreienden und jubelnden iranischen Frauen empfangen wurden. In diesem Moment ging die Realität verloren. Wie kamen all die Zuschauerinnen hierher? Das Spiel war geheim gehalten worden, jegliche Werbung verboten.

Fußball unter Aufsicht

Dennoch waren weit über tausend Iranerinnen da, schwangen ihre Fahnen und machten einen Lärm, der einfach nicht mehr leiser wurde. Die auf einmal so schwach wirkenden Sittenwächterinnen wurden nervös, die feiernde Menge ließ sich nicht einschüchtern; es war, als wären die strengen Regeln des Landes draußen geblieben, hätten keine Macht an diesem Ort. Es war ein Fest, ein öffentlicher Freudenausbruch unter Frauen, an einem ganz normalen Nachmittag mitten in Teheran.

Einzigartiges Match: Berlin gegen Teheran

Einzigartiges Match: Berlin gegen Teheran

Die iranische Nationalmannschaft kämpfte mit Leidenschaft um einen Sieg, die Zuschauerinnen tobten für beide Seiten gleichzeitig. Alles schien hoffnungsvoll gut. Auch die engen Sportkopftücher, Den Rest des Beitrags lesen »

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Symbol des iranischen Widerstands: Neda in Deutschland

Das Bild von Neda, der während der Unruhen im Iran erschossenen Studentin, wurde 2009 zum Symbol des iranischen Widerstands und über soziale Netzwerke und später die klassischen Medien in der ganzen Welt verbreitet. Das Problem: Das eine der überpräsenten Bilder, ein Portrait, zeigte die falsche Frau. Neda Soltan, nicht Soltani. Ein Fehler, der die „falsche“ Neda zum Asylantrag in Deutschland gezwungen haben soll.

Sagt die Süddeutsche. Auch der Spiegel hat mittlerweise den Irrtum entdeckt:

Neda

Neda: Falsches Bild

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eigenart: Geschwindigkeit und die digitale Verbindung zum Iran

Die neue eigenart, das Studierendenmagazin der Universität der Künste, setzt sich in der Ausgabe #73 mit dem Thema Geschwindigkeit auseinander. Unter anderem wird die digitale Verbindung zum Iran während der Proteste gegen die Wahlmanipulationen thematisiert, die trotz massenmedialer Zensur eine internationale Informationsverbreitung möglich machte.

Um die flexible Kategorie Geschwindigkeit, um die Auslotung von Beschleunigung, Langsamkeit, Spontaneität und Lebenswerk, geht es in der eigenart # 73, die nicht nur als Magazin erscheint, sondern hier als PDF verfügbar ist: Text und Bilder zum Verhältnis von Kunst und Zeit, zu Traumtänzern, Alltagsfluchten, Prokrastination, animierter Street-Art, dem Verschwinden der Bilder im Rauschen, künstlerischer Ausbildung und Finanzierungsmodellen.

Iran
Foto: Steve Rhodes

In zwei Artikeln schreibt Valerie Assmann über die Rolle von mobiler Kommunikation während der Wahlproteste im Iran: „Neda – Das Gesicht des Freiheitswunsches“ beschreibt, wie der Tod der jungen Iranerin Neda zum Symbol der Revolution wurde – indem Text, Bild und Video zu dem schrecklichen Ereignis an den zensierten Massenmedien vorbei per Twitter, Youtube und Blogs in die ganze Welt verbreitet wurden: „Neda ist nicht nur innerhalb weniger Stunden zum Sinnbild des Widerstandes geworden, die Reise ihres Bildes hat auch die Tragweite der weltweiten Kommunikation
über Handys verdeutlicht und der ganzen Welt gezeigt, dass lokale sowie globale Vernetzung zu einem nicht mehr zu unterschätzenden Instrument der politischen Macht avanciert ist.“ Eine persönliche Perspektive nimmt die Autorin in „Wie lange dauert es, bis man die Hoffnung verliert? – Kommunikation mit Teheran“ und dokumentiert den mmer sporadischer werdenden Kontakt mit Freunden im Iran über E-Mail und Twitter – und die wachsende Ungewissheit.

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„Tag gegen Folter“ vergessen

Am 26. Juni 2009 sollte eigentlich der „Internationale Tag zur Unterstützung der Opfer der Folter“ stattfinden. Stattdessen lag die mediale Aufmerksamkeit größtenteils auf dem Tod von Pop-König Michael Jackson bzw. den argentinischen Wahlen. Selbst das Geschehen im Iran, das hinsichtlich Menschenrechtsverletzungen die aktuelle Verbindung zum Gedenktag darstellt, wurde auf der Medienagenda zur Seite gedrängt.

1997 erklärte die UN-Generalversammlung den 26. Juni zum „Internationalen Tag zur Unterstützung der Opfer der Folter“, um vergangener Menschenrechtsverletzungen zu gedenken und auf aktuelle wie zukünftige aufmerksam zu machen – sei es in Form von seelischer oder körperlicher Gewaltanwendung.

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