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Veranstaltungstipp: Militärdiktatur in Chile

Verbrechen, Widerstand und Justiz: Die Menschenrechtsorganisation European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) bietet in Berlin eine Veranstaltungsreihe zur chilenischen Militärdiktatur an.

Am 11. September 1973 putschte das chilenische Militär unter Führung des Junta-Chefs Augusto Pinochet den demokratisch gewählten sozialistischen Präsidenten Salvador Allende aus dem Amt. Es begann die – neben der argentinischen Militärdiktatur (1976-1983) – blutigste Militärdiktatur in Lateinamerika. Tausende wurden gefoltert, entführt und ermordet. Doch selbst in den Jahren härtester Repression organisierten linke Parteien und vor allem die Bewohner der Elendsviertel Chiles Widerstand gegen das Regime. Nach einer erfolgreichen Kampagne seiner Gegner erlitt Pinochet 1988 in einer Volksabstimmung eine Niederlage, seine Diktatur endete formal. Allerdings blieb Pinochet nach den ersten Wahlen im Jahr 1989 die dominierende Figur des politischen Lebens in Chile. Dies änderte sich erst mit seiner Verhaftung am 16. Oktober 1998 in London. Den Rest des Beitrags lesen »

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Militärdiktatur-Prozesse: Spätes Urteil im Mordfall Elisabeth Käsemann

Elisabeth Käsemann wurde 1977 von argentinischen Militärs erschossen – erst jetzt werden die Täter bestraft.

An ihrem 30. Geburtstag befand sich Elisabeth Käsemann bereits in dem Folterzentrum El Vesubio in der Provinz Buenos Aires. Wenige Tage später, in der Nacht vom 23. auf den 24. Mai 1977 wurde sie mit 15 Mitgefangenen in Monte Grande erschossen. Die offizielle Version der argentinischen Militärregierung: Es habe ein Feuergefecht gegeben, bei dem die 16 “subversiven Verbrecher” getötet worden seien. Allerdings trug Elisabeth Handschellen und eine Kapuze über dem Kopf, die Militärs hatten sie mit Schüssen in Genick und Rücken exekutiert (Hier mehr zu ihrer Geschichte).

Erst jetzt mussten sich die Täter vor Gericht verantworten, die für die Entführung und den Mord an der jungen Deutschen verantwortlich sind.

Nach eineinhalb Jahren Hauptverhandlung Den Rest des Beitrags lesen »

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Mord in Guatemala: Anschlag auf Facundo Cabral

Der argentinische Sänger Facundo Cabral ist heute in Guatemala erschossen worden.

Der Argentinier Facundo Cabral war gerade auf einer Konzertreise und nach Vorstellungen in Guatemala auf dem Weg zum Flughafen, als sein Wagen sowie der Wagen seines Leibwächters von einem bewaffneten Kommando attackiert wurden – Cabral, 74, wurde durch mehrere Schüsse getötet. Ob es ein Raubüberfall, eine gezielte Attacke (Cabral hatte länger in Mexiko gelebt, wer weiß) oder eine Verwechslung war, ist unklar. Der Mord wirft nun ein kurzes Schlaglicht auf den von Banden- und Kartellkriminalität durchdrungenen Staat, die Suche nach den Tätern sei im Gange, aber da Guatemala eine ähnliche Straflosigkeitsquote haben dürfte wie Mexiko, ist die Wahrscheinlichkeit einer Antwort gering.

Der Argentinier Cabral ist in den 1970er Jahren mit seinem Lied „No soy de aqui, ni soy de alla“bekannt wurde, musste aber 1976 zur Zeit der Militärdiktatur das Land verlassen, da er als einer der argentinischen Protestsänger galt, damals ein lebensgefährlicher Ruf.

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Uruguay: Straflosigkeit für Militärverbrecher

Vergangenheitsbewältigung versus Realpolitik: In Uruguay wird die Aufarbeitung von Verbrechen während der Militärdiktatur erneut verschleppt.

Nach wochenlangen Debatten und Protesten sind die Bemühungen, das „Ley de Caducidad de la Pretensión Punitiva del Estado“ in Uruguay endlich abzuschaffen, wieder einmal gescheitert – die Annullierung des umstrittenen Gesetzes erhielt bei einer knappen Abstimmung keine Mehrheit im Abgeordnetenhaus. Das Gesetz sichert Polizei- und Militärangehörigen Straffreiheit zu, die während der Militärdiktatur in Uruguay Menschenrechtsverletzungen  begangen haben.

Während der uruguayischen Militärdiktatur von 1976 bis 1985 wurden etwa 200 Urugayaner entführt und getötet, Tausende von Menschen wurden gefoltert – viele der Verbrechen, sind bis heute nicht aufgeklärt, Straftäter, vor allem auf der mittleren Führungsebene und solche, die nur auf Befehl gehandelt haben sollen, wurden nie rechtlich belangt. Den Rest des Beitrags lesen »

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„Cuchillo de palo / 108“: Folter und Schweigen in Paraguay

In „Cuchillo de palo / 108“ vermittelt die Filmemacherin Renate Costa Perdomo die Situation von während der Militärdiktatur verfolgten und gefolterten Homosexuellen.

Die 108 ist in Paraguay ein Symbol für die Verfolgung und die Folter von Homosexuellen während der Diktatur des Militärgenerals Alfredo Stroessner – auf öffentlichen Listen wurden damals erst 108 Männer, dann weitere, zwangsgeoutet. Renate Costa Perdomos Onkel Rodolfo war einer dieser Geächteten.

Die junge Filmemacherin verfolgt die Geschichte ihres Onkels mit der Kamera, versucht, das Schweigen ihrer Familie zu durchbrechen und zeigt auf, wie wenig die Vergangenheitsbewältigung in Paraguay fortgeschritten ist und wieviel bis heute verdrängt wird:

„Of all my uncles, Rodolfo was the only one who didn’t want to be a blacksmith like my grandfather: He wanted to be a dancer. The search for the traces of his life leads to the discovery that in the eighties in Paraguay, under Stroessner’s dictatorship, Rodolfo was included in one of the „108 lists of homosexuals“, arrested and tortured. Rodolfo’s story reveals a part of the hidden and silenced history of my country. In „Cuchillo de Palo 108“ two generations come face to face in a confrontation that ultimately allows each of us to understand our place in the world.“

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