Fernlokal

Online-Magazin für kulturelle Korrespondenzen und Kontraste

Fernlokal Soundtrack #10: „Luandense“ von Sandra Cordeiro

In Angola ist Sandra Cordeiro eine der aufstrebenden Künstlerinnen. Mit ihrem Afro-Jazz-Mix singt sie sich gerade durch die angolanischen Radiostationen.

Auf dem Cape Town Jazz Festival 2011 machte sie sich einem größeren internationalen Publikum bekannt.

„Luandense“ ist eine musikalische Liebeserklärung an Luanda, die Hauptstadt Angolas.

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Fernlokal Soundtrack #7: „On my shoulders“ von The Dø

Zwischen Frankreich und Finnland: Dan Levy und Olivia B. Merilahti alias „The Dø“ servieren Indie-Pop und melancholische Herbstmusik.

 

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Mord in Guatemala: Anschlag auf Facundo Cabral

Der argentinische Sänger Facundo Cabral ist heute in Guatemala erschossen worden.

Der Argentinier Facundo Cabral war gerade auf einer Konzertreise und nach Vorstellungen in Guatemala auf dem Weg zum Flughafen, als sein Wagen sowie der Wagen seines Leibwächters von einem bewaffneten Kommando attackiert wurden – Cabral, 74, wurde durch mehrere Schüsse getötet. Ob es ein Raubüberfall, eine gezielte Attacke (Cabral hatte länger in Mexiko gelebt, wer weiß) oder eine Verwechslung war, ist unklar. Der Mord wirft nun ein kurzes Schlaglicht auf den von Banden- und Kartellkriminalität durchdrungenen Staat, die Suche nach den Tätern sei im Gange, aber da Guatemala eine ähnliche Straflosigkeitsquote haben dürfte wie Mexiko, ist die Wahrscheinlichkeit einer Antwort gering.

Der Argentinier Cabral ist in den 1970er Jahren mit seinem Lied „No soy de aqui, ni soy de alla“bekannt wurde, musste aber 1976 zur Zeit der Militärdiktatur das Land verlassen, da er als einer der argentinischen Protestsänger galt, damals ein lebensgefährlicher Ruf.

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Fernlokal Soundtrack #5: „Continuando“ von Jehro

Jérôme Cotta alias Jehro aus Marseille schlug sich mit 20 Jahren als Reggae-Straßenmusiker durch, im April kommt nun sein viertes Album heraus.

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Sister Fa: Aufklärung durch Senegal-Rap

Sie war die erste Rapperin, die im Senegal ein Solo-Album veröffentlichte: Fatou Mandiang Diatta hat sich als „Sister Fa“ in der Musikszene ihres Heimatlandes etabliert. In einer Melange aus Rap, Soul, Afropop und Reggae spricht sie wichtige gesellschaftliche Probleme an – wie AIDS oder die Genitalverstümmelung von Frauen.

Fatou Mandiang Diatta wurde 1982 in Dakar geboren, sie sei immer ein „rebel girl“ gewesen. Ihre Eltern schickten sie als Teenager zu einem Onkel aufs Land, mit etwa 18 Jahren kehrte sie nach Dakar zurück. Zwar hatte sie vorher schon gesungen und erste Songs getextet, doch erst in Dakar gelang es ihr, die männerdominierte senegalesische Rap-Szene zu erobern.

Fatou findet, dass Bildung und Aufklärung die wichtigste Funktion von Musikern sei. In ihren Texten spricht sie gesellschaftspolitische Missstände im Senegal an, wie Zwangsheirat, Polizeigewalt oder AIDS. „I was always complaining why life is like this, why life is like that“, sagt Fatou. „The music was the only way to express myself.“

Konzerte gegen Beschneidung
Ihr erstes Demo-Album erschien 2002. Für ihr erstes richtiges Album „HipHop Yaw La Fal“ von 2005 wurde sie bei den senegalesischen HipHop-Awards als Beste Newcomerin ausgezeichnet. Ein Jahr später zog Fatou mit ihrem Mann Lukas nach Berln und lebt heute mit dem österreichischem Ethnologen und Dokumentarfilmer und ihrer gemeinsamen Tochter in Neukölln. 2009 veröffentlichte die afrikanische Künstlerin ihr erstes Album auf europäischem Boden: „Sarabah – Tales from the Flipside of Paradise“.

Erst mit dem Abstand zum Senegal konnte sie auch über das Thema singen, für das sie sich heute stark engagiert: die Genitalverstümmelung von Frauen. Das westafrikanische Land ist größtenteils islamisch geprägt, die Tradition ist trotz Verbot in vielen Gebieten weitverbreitet. Auch Fatou wurde als kleines Mädchen beschnitten. Offen darüber zu sprechen und die Praktik zu hinterfragen war ein Tabubruch. Den Rest des Beitrags lesen »

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Globalisierung auf dem Plattenteller? Import/Export und die Recycling-Soundfabrik

In den 80ern kam der Begriff Weltmusik („World Music“) auf, der alle Genres, die sich außerhalb Europas abspielten oder westlichen Pop mit lokalen Exoten-Stilen kombinierten, unter dieser unscharfen Etikettierung subsumierte. Abgesehen davon, dass die geografische Verortung von einer eurozentrischen Perspektive zeugt und selbst der Euroraum der 80er sich längst erweitert hat, verdienen die musikalischen Inland-Auslandssoundsymbiosen schlicht aufgrund ihrer musikalischen Impulskraft – zum Beispiel auf die Berliner Musiklandschaft – einen mikroskopischeren Blick – und konkrete Benennung.

Balkan-Pop

Die moderne Interpretation osteuropäischer Folklore, die mit dem überzeichneten, wilden Kosmos der Zigeunerfilme von Emir Kusturica verbrüdert ist, hat sich längst als Teil der alternativen Berliner Musiklandschaft etabliert: Mit der regelmäßigen Balkanbeats-Nacht im Berliner Mudd Café hat der bosnische DJ Robert Soko eine Institution des Gypsy Groove geschaffen. Soko, den es 1989 von Zenica nach Berlin zog, legte hier vor knapp zwei Jahrzehnten die ersten Beats aus der Heimat für seine Landsleute auf – als Zutaten für Partys, die die Exilanten als halbironische Reminiszenz an sozialistischen Feiertagen aus der Tito-Ära des untergegangenen Jugoslawiens zelebrierten.

Plattenteller (Foto: Ovit)

Jüngst erschien im Mai die dritte Compilation der „Balkanbeats“ die als Aushängeschild der Symbiose aus exjugoslawischer, rumänischer, bulgarischer und ungarischer Volksmusik, Rock und Punk gilt und welche Robert Soko als „Culture Recycling“ betitelt. Etwas polierter und teils elektronischer serviert DJ und Produzent Stefan Hantel alias Shantel, der wohl prominenteste Wegbereiter des Balkanpops, seit 2002 mit seiner Partyreihe „Bucovina Club“ und gleichnamigen Veröffentlichungen einem massiven internationalen Publikum importierte Stücke und Eigenkompositionen. Und im letzten Jahr gesellte sich mit Miss Platnum – 1981 in Rumänien geboren, aufgewachsen in Berlin-Lichterfelde – eine sehr burlesque Frontfrau zur Balkanwelle hinzu, die teils auf Englisch, teils auf Rumänisch, mit ihrem R’n’Balkan zwar amerikanisierte Popstandards zitiert, diese jedoch gleichzeitig mit opulenter Ironie aus Goldkettchen und Kittelschürzenästhetik, grobem Akzent und in Songs wie „Marry me“ besungener Stereotypenüberfrachtung konterkariert.

Electro-Tango

Auch Electro-Tango ist längst in der Hauptstadt angekommen. Im Februar spielte das multikulturelle Gotan Projekt aus Paris, im April stellte Bajofondo das neue Album „Mar Dulce“ bei einem Konzert im Admiralspalast vor. Funk und House-Beats hatten Ende der 90er den Tango Argentino, den stolzen Tanz der Städte rund um den Rio de la Plata, für den Club-Kontext aufbereitet; in der Retrospektive datiert man die Entstehung des Electro-Tangos auf das Erscheinungsjahr des Debüts „La Revancha del Tango“ (2001) vom Gotan Projekt, das ein internationales Echo auslöste.

Auch dem hochkarätig besetzten Bajofondo Tango-Projekt um den Produzenten und Komponisten Gustavo Santaolalla aus Buenos Aires gebührt ein Platz in der Electro-Tango-Elite. Beflügelt von der Hoffnung auf schnelles Geld, folgten vor allem in Argentinien massenhafte Pressungen zu Lasten der Qualität, die zur kommerziellen Verwässerung des Genres führte. Gustavo Rudy vom Label Ultrapop erklärte Electro-Tango in einem Interview mit Radio multikulti zum „Produkt for export“: „Keiner hier in Buenos Aires hört diese Musik, es sei denn, man ist im Tourismusbereich oder im Music Business tätig“. Aktuell ist angesichts der letzten Alben der etablierten Electro-Tango-Protagonisten eine Rückbesinnung auf den klassischen Tango festzustellen: Mit Lunático legte Gotan Projekt 2006 Tracks vor, die sich verstärkt am traditionellen Tango- und Folklore Argentiniens orientieren – was als Clubsound nur bedingt funktionierte.

Und Bajofondo, ehemals Bajofondo Tango Club, gehen noch einen Schritt weiter, indem sie sich der Bezeichnung „Tango Club“ entledigt haben und sich ebenso einem vielfältigeren Spektrum der Klänge vom Rio de la Plata widmen: einer bunten Mixtur aus elektronischen Soundstrukturen, Rock-, Hip-Hop-Elementen und verstärktem traditionellem Einschlag aus Argentinien und Uruguay inklusive Gitarrenspiel.

Globale „Dope Beats“: Baile Funk, Kuduru & Grime

Minimale Mittel, Maximum-Attitüde: scheppernde Elektro-Beats, darüber portugiesischer HipHop-Sprechgesang mit teils obszönen Texten dröhnen bei Baile Funk Partys aus den Favelas von Rio de Janeiro. Andernorts formieren sich amerikanische HipHop-House-Fusionen mit 80er-Appeal wie Baltimore Club, in afrikanisch-karibische Percussion eingebetteter Explosiv-Minimal-Techno bei 140 bpm (Kuduru aus Angola) oder Grime aus Londons East End. Bei Kwaito fusioniert dann in den südafrikanischen Townships Slowmotion-House mit afrikanischem Lokal-Rap.

crowdshot

Mit Partys wie „Ghettoblaster“ oder „Revolution No. 5“ ziehen Regio-Sounds durch Berliner Clubs, die mindestens zwei Gemeinsamkeiten haben: wie Blues oder HipHop sind sie in urbanen Randzonen wie Migrantenvierteln, Ghettos, Favelas entstanden – dort, wo experimentieller Freiraum noch nicht von Ordnungsmacht und Finanzkapital geglättet wurde. Und sie seien durch die Dope-Komponente verbunden, sagt „Ghettoblaster“-Veranstalter und DJ Daniel Haaksmann: „Das ist ein Beat, der in allen Clubs die Hände in die Luft schießen lässt“. Den Rest des Beitrags lesen »

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