Fernlokal

Online-Magazin für kulturelle Korrespondenzen und Kontraste

Fernverlinkt #1: Brasilien – Das Ende der Lula-Ära

Am Sonntag wählt Brasilien: Staatschef Lula Inácio da Silva darf nicht mehr antreten und hat während der Wahlkampagne Dilma Rousseff als seine Nachfolgerin aufgebaut. Unter Lula ist Brasilien zur wichtigen Wirtschaftsmacht aufgestiegen – doch den oder die neue StaatschefIn erwarten auch große Probleme. Was das Netz dazu meint.
Lulas Erfolg zu übertreffen wird fast unmöglich sein. Der Präsident gilt als wichtiger Wegbereiter des brasilianischen Wirtschaftswachstums. Doch das wird zukünftig nicht einfach so weitergehen. Und wenn Dilma Roussef gewinnt, muss sie zudem erst einmal aus dem Schatten ihres Förderers treten.

The Economist: „Brazil’s presidential election. The handover“
Birgit Jennen/FTD: „Holprige Straßen bremsen Brasiliens Wachstum“

Wirtschaftsmacht und Land der sozialen Gegensätze: Der neue Präsident erbt auch Probleme. (Foto: Fernlokal)

Wirtschaftsmacht und Land der sozialen Gegensätze: Der neue Präsident erbt auch Probleme. (Foto: Fernlokal)

Kampf um den Regenwald
Der Aufschwung Brasiliens zur südamerikanischen Wirtschaftsmacht ging in den vergangenen Jahren oft auf Kosten der Umwelt voran. Der österreichische Bischof Erwin Kräutler wurde 2010 mit dem alternativen Nobelpreis ausgezeichnet, da er sich seit Jahren gegen das umstrittene Staudammprojekt Belo Monte und die Armut der Indigenas engagiert. Dabei steht er inzwischen unter Polizeischutz – da er nur knapp Mordanschlägen entging. Den Rest des Beitrags lesen »

Einsortiert unter:Brasilien, Fernverlinkt, Gesellschaft, Lateinamerika, Politik, Wirtschaft, , , , , , , , , ,

„If I was President“: Wyclef Jean für Haiti, Santos für Kolumbien, Kagame für Ruanda

Veränderungen auf dem politischen Parkett: Der Musiker Wyclef Jean hat sich als nächster Präsident für Haiti beworben, Juan Manuel Santos tritt am Samstag das Erbe von Álvaro Uribe an und bei den Präsidentschaftswahlen in Ruanda am Montag versucht Paul Kagame sein Amt zu verteidigen.

„If I was president“, hat Wyclef Jean einmal gesungen, „I’d get elected on Friday, assasinated on Saturday,
and buried on Sunday.“ Jetzt hat er tatsächlich seine Bewerbung um das Präsidentschaftsamt in seinem Heimatland Haiti eingereicht. Die Neuwahlen sind für November ausgeschrieben, der amtierende Präsident René Préval kann laut Verfassung nicht erneut antreten. Haiti ist politisch instabil, leidet an Umweltzerstörung, Überschwemmung, Überbevölkerung. 80 Prozent der Haitianer leben von maximal zwei Dollar pro Tag, der Staatshaushalt wird durch Entwicklungshilfe gestützt.

Aufgabe des neuen Präsidenten: Wiederaufbau

Dazu das Erdbeben im Januar: Es gilt als eines der schlimmsten Naturereignisse der letzten 100 Jahre. Die vorher schon mangelhafte Infrastruktur wurde zu großen Teilen zerstört, etwa 300.000 Menschen kamen ums Leben, etwa 1,6 Millionen wurden obdachlos. Der Wiederaufbau Haitis (siehe Länderprofil und Erfahrungsbericht eines deutschen Katastrophenhelfers) ist angesichts der chaotischen Lage eine schwierige politische Herausforderung, an der auch Experten leicht scheitern.

Der Hip Hop-Star Wyclef Jean war bisher nicht für politische Ambitionen bekannt. Zumindest hat er in Haiti eine Hilfsorganisation, Yéle Haiti, aufgebaut. Ob er als in die USA ausgewanderter, allerdings sehr bekannter Kandidat gewinnen kann? Was er schon jetzt für Haiti getan hat: Der Prominenzfaktor lenkt die Aufmerksamkeit erneut auf die katastrophale Lage im Land.

Kolumbien nach Álvaro Uribe

Auch Juan Manuel Santos, der nach einem spannenden Wahlkampf gegen den Grünen Antanas Mockus ein doch überraschend eindeutiges Wahlergebnis erzielte, tritt am Samstag in Kolumbien ein schwieriges politisches Erbe an. Den Rest des Beitrags lesen »

Einsortiert unter:Afrika, Gesellschaft, Lateinamerika, Politik, , , , , , , , , , , , , , ,

Präsidentenwahl Kolumbien: Santos als Sieger der ersten Runde

So knapp wie erwartet ist der Endspurt der beiden populärsten Präsidentschaftskandidaten Juan Manuel Santos und Antanas Mockus in Kolumbien gestern nicht ausgegangen. Dennoch wird sich der Sieger der ersten Wahlrunde am Sonntag –  Juan Manuel Santos – am 20. Juni einer Stichwahl stellen müssen.

Klare Entscheidung in der ersten Instanz: Bei den Präsidentschaftswahlen am Sonntag (hier Hintergrund) konnte sich Juan Manuel Santos mit 46,6 Prozent der Stimmen einen deutlichen Vorsprung gegenüber dem grünen Herausforderer Antanas Mockus (21,5 Prozent) sichern. Damit haben die Wähler für eine Fortführung der Politik Alvaro Uribes gestimmt, der als Hardliner gegenüber den FARC-Rebellen bekannt ist. Da der ehemalige kolumbianische Verteidigungsminister Santos die absolute Mehrheit aber knapp verfehlt hat, wird er am 20. Juni in einer Stichwahl erneut auf Mockus treffen. Obwohl Mockus weniger Stimmen als erwartet erhielt, ist der Grüne mit dem zweitbesten Ergebnis von insgesamt neun Präsidentschaftskandidaten zufrieden und hofft auf einen weiteren Stimmengewinn bis zur Stichwahl im Juni. Etwa die Hälfte der 30 Millionen wahlberechtigten Kolumbianer hatten sich am Sonntag an den Präsidentenwahlen beteiligt.

(sop)

Einsortiert unter:Gesellschaft, Politik, , , , , , , , ,

Präsidentschaftswahlen in Kolumbien: Ex-Verteidigungsminister gegen grünen Akademiker

Die Ära des kolumbianischen Präsidenten Álvaro Uribe ist vorbei. Bei den Wahlen an diesem Sonntag kämpfen zwei sehr unterschiedliche Kandidaten um das höchste Amt: Der konservative Hardliner Manuel Santos, Uribes Ex-Verteidigungsminister, wird überraschend von dem Mathematikprofessor und Philosoph Antanas Mockus der Grünen Partei herausgefordert.

Wer auch immer heute die Präsidentschaftswahlen gewinnen wird, tritt ein schwieriges politisches Erbe an. Kolumbien ist geprägt von den Anschlägen und Entführungen der linksgerichteten FARC-Rebellen und dem Nationalen Befreiungsheer (ELN), Gewaltakten von rechtsgerichteten Paramilitärs (mit denen ein Drittel der Abgeordneten der Regierung Uribe verbunden sein soll), Drogenkriminalität und Korruption.

Attentate vor den Wahlen

Im Vorfeld der Wahlen sind an diesem Wochenende bereits zwei Kinder und zwei Soldaten ums Leben gekommen: Bei einer Explosion eines Sprengsatzes in Argelia im Südwesten Kolumbiens zwei Kinder getötet und vier Menschen verletzt. Im südlichen Regierungsbezirk Chaqueta starben zwei Soldaten auf Patrouille bei der Durchquerung eines Minenfeldes, drei weitere Soldaten verletzten sich. Die Soldaten gehörten zu den 350.000 Sicherheitskräften, die bei den Präsidentschaftswahlen für Sicherheit sorgen sollen.

Unbekannte schossen zudem in Cauca auf den Konvoi des lokalen Polizeichef Gustavo Ricaurte und zündeten Sprengsätze, wobei der Assistent des Polizeichefs verletzt wurde. Die Attentäter könnten sowohl FARC- oder ELN-Rebellen, aber auch Paramilitärs oder Drogenbanden gewesen sein. Im nördlichen Regierungsbezirk Bolívar liefern Armee und FARC-Rebellen sich weitere Gefechte.

Die Zeit nach Uribe: Hardliner oder grüner Akademiker

Nach der langen Amtszeit Álvaro Uribes (2002 – 2010) wird die Präsidentschaftswahl mit Spannung erwartet. Uribe hatte sich durch eine Verfassungsänderung 2006, die von einem Bestechungsskandal begleitet worden war, eine zweite Amtszeit ermöglicht. Durch die Abhaltung eines Referendums wollte Uribe sich in diesem Jahr nochmals eine Wiederwahl sichern, allerdings wurde das Vorhaben Ende Februar vom obersten Gerichtshof Kolumbiens für gesetzeswidrig erklärt.

Antonus Mockus: Grüner Herausforderer und Web 2.0.-Stratege

Bis vor wenigen Wochen war der konservative Juan Manuel Santos, der langjährige Verteidigungsminister Uribes, klarer Favorit für das Präsidentenamt – bis sich der grüne Ex-Bürgermeister von Bogotá, der Akademiker Antanas Mockus, als ernstzunehmende Alternative positionierte. Laut dem Meinungsforschungsinstitut Datexo wird die heutige Wahl ein knapper Endspurt: Eine Umfrage prognostizierte 35 Prozent der Stimmen für Santos, 34 Prozent für Mockus.

Juan Manuel Santos: Staatsterrorismus und konservative Linie

Santos Kernthema im Wahlkampf war die Sicherheit: „Nuestra propuesta consiste Den Rest des Beitrags lesen »

Einsortiert unter:Gesellschaft, Lateinamerika, Politik, , , , , , , , , , , , , , ,

Thematisches

Kulturhauptstädtisches: Fernlokal bei Zwanzig10

Fernlokal @ Twitter

Fernlokal bei Twitter

Best of Fernlokal

Enter your email address to follow this blog and receive notifications of new posts by email.

Schließe dich 243 Followern an

Fernlokal auf googlemaps

fernlokal map
Society Blogs - BlogCatalog Blog Directory

Fernlokal nominiert als “Best Weblog Deutsch” (Deutsche Welle Blog Awards 2010)

Fernlokal nominiert als “Best Weblog Deutsch” (Deutsche Welle Blog Awards 2010)

Fernlokal bei den Deutsche Welle Blog Awards

Fernlokales 2011

Jesus Mexiko 2011 (copyright fernlokal)

Lokales 2010

(copyright fernlokal)

Lokales 2010

Lokales 2010

(copyright fernlokal)