Fernlokal

Online-Magazin für kulturelle Korrespondenzen und Kontraste

E-Lixo Maps: Digitales Recycling in Brasilien

Ein Internetdienst zeigt den Brasilianern an, wo sich der Elektromüll am schnellsten entsorgen lässt.

Kaputter Kühlschrank, alte CDs, Druckerpatronen oder Batterien: Damit die Brasilianer ihren Elektronikmüll nicht einfach auf die Straße stellen oder unter den Hausmüll mischen und der Weg zur nächsten Entsorgungs- oder Recycling-Sammelstelle schneller aufzufinden ist, hat das Instituto Sergio Motta sich einen digitalen Wegweiser ausgedacht.

e-Lixo: Moderne Müllentsorgung (Sreenshot)

Wer auf der e-Lixo Map anwählt, was genau er loswerden will, und seine Adresse eingibt, dem wird auf einer digitalen Karte der passende Sammelpunkt angezeigt. Den Rest des Beitrags lesen »

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Oscar Niemeyer: „Das Leben ist ein Hauch“ (A VIDA É UM SOPRO)

Oscar Niemeyer ist brasilianischer Stararchitekt, er hat die architektonische Moderne geprägt und grazil geschwungene, weitläufige Gebäude in die Welt gesetzt, die riesigen, futuristischen Kunstwerken gleichen. Dem Mythos Niemeyer setzt der Carioca recht simple Lebensweisheiten entgegen: „Das Leben ist ein Hauch“ (A VIDA É UM SOPRO). Der Dokumentarfilm gleichen Namens wurde 2007 zu Niemeyers 100. Geburtstag vollendet und läuft jetzt in den deutschen Kinos an.

In Brasilien gehört Niemeyer eine ganze Stadt: Viele Bauwerke der jetzigen Hauptstadt Brasilia tragen seine Handschrift. Brasilia wurde ab Mitte der  50er Jahre künstlich innerhalb von vier Jahren im Hinterland erschaffen. Brasilia, Bauten in Rio, Sao Paulo, Frankreich, Algerien – über 600 architektonische Projekte hat der 102-jährige mittlerweile realisiert. Oscar Ribeiro de Almeida de Niemeyer Soares wurde 1907 in Rio de Janeiro geboren (der deutsche Teil seines Namens stammt von einem Vorfahre aus Hannover ab) und er zählt zu den international bekanntesten Architekten. Seine Architektur „besteht aus Traum, Phantasie, Kurven und leeren Räumen.

Während der brasilianischen Militärdiktatur wurde der Architekt in den 60er Jahren ins Exil nach Frankreich gezwungen, wegen seiner Mitgliedschaft in der Kommunistischen Partei. Anfang der 80er kehrte er dann wieder ganz in sein Heimatland zurück. Neben all den Niemeyer-Fans auf der ganzen Welt, gibt es dennoch auch kritische Stimmen: er reproduziere zu seiner Imagepflege immer die gleichen Klischees, verschweige diverse kommerzielle Zweckbauten und auch die Funktionalität der Gebäude lasse zu wünschen übrig. Zuviel des Künstlichen, womöglich.

(sop)

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Märchen für die Armen

Moritz arbeitet mit armen Kindern in Sao Paulo. Die persönlichen Schicksale gehen ihm nahe. Das heißt nicht, dass ein Jahr Brasilien nicht auch Spaß macht.

Moritz Lenz trägt lässige Turnschuhe und Jeans. Er erzählt von der Schule, von seiner Familie und was er vielleicht mal studieren möchte. Und dann sagt er so etwas wie: „Die Vergewaltigungsgeschichten halten die Kinder für normal“. Die Kinder, von denen Moritz Lenz spricht, kommen aus armen Familien in Brasilien. Er kennt sie, weil der zwanzigjährige Remscheider seit einem Jahr in São Paulo lebt, um hier im Rahmen des Weltwärts-Programms seinen Zivildienst zu machen.

Zehn Millionen Menschen arbeiten und leben in São Paulo. Wer in diese überdimensionale Metropole im Südosten Brasiliens kommt, hat meist ein Ziel: Geld verdienen. São Paulo ist eine Arbeitsstadt. Wer keine Arbeit hat, sucht sie; wer sie nicht findet, ist in dieser Betonwüste ziemlich arm dran. Und arm ist ein Großteil der Stadtbevölkerung. Darunter viele Familien mit Kindern.

Einmal die Woche organisiert Moritz Lenz deshalb in einer Schule eine „Märchenstunde“, um den Kindern dort den Raum für Fantasien zu eröffnen, den sie in ihrem harten Alltagsleben nicht bekommen.

Weiter auf respect.de

(jja)

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Quer durch Lateinamerika: Sao Paulo – Hektik und Hubschraubertaxen

Von der Favelinha in Rio de Janeiro ins glattpolierte Business- und Bankendomizil Vila Olímpia: Nach den Tagen in Rio erscheint der Rhythmus der brasilianischen Megacity Sao Paulo rasant.

Sao Paulo aus Hubschrauberperspektive: Ein Strom sich ineinander verschlingender Straßen und Autobahnen, ein endloses Häusermeer aus Beton. Beides vereint sich aus der Luft zu einer Zehnmillionen-Metropole, einem düster wirkenden Moloch. Ein Foto, das die Kluft zwischen den Armen und den gutsituierten Paulistas eindrucksvoll symbolisiert, zeigt ein Hochhaus mit Swimmingpool auf jedem Balkon, an das die Hütten einer Favela heranwachsen. Ein geschützter Ausblick auf die Armut. Von Film und Fotos ist mein Eindruck der brasilianischen Megacity beeinflusst, als wir sie um Mitternacht erreichen. Doch kein Überfall, keine anstrengende, dubiose Menschenmasse erwartet uns um halb zwölf am Busbahnhof. Stattdessen: Leere und ein paar Taxifahrer.

Sao Paulo bei Nacht (Foto: Fernlokal)

Zeit ist Geld

Eine Stunde später sind wir fast im Stadtteil Vila Olímpia. Der bierbäuchige Fahrer hält an jeder Ampel, obwohl man nachts aus Sicherheitsgründen auch rote Ampel überfahren darf. Er kurvt zweimal um den Block und will am Ende der Odysee inklusive Trinkgeld fünfzig Reais, etwa 20 Euro, abkassieren – statt der ausgemachten 35. Im Wirtschaftszentrum Brasiliens zählt das Geld, der Rhythmus der Stadt sei schneller als in Rio, erzählt uns später Marcello. Der Freund einer brasilianischen Freundin, in dessen Apartment wir wohnen, kennt den Druck: Er ist selbst Banker, arbeitet 12 bis 14 Stunden täglich und hat mit 26 Jahren schon den ersten Burn-Out hinter sich. Am Wochenende entspannt er sich im Nachtleben – irgendwie typisch Paulista. Um ein Uhr nachts gehen wir Temakis essen, kegelförmige Tütchen, die in Sao Paulo das Sushi-Angebot dominieren; um zwei Uhr, vor dem Schlafengehen, bestellt Marcello sich noch einen Café.

Hochhäuser und Firmengebäude prägen die Gestalt des Business- und Bankeviertels Vila Olímpia, aufgefüllt durch Wohnhäuschen, unzählige Bars und Restaurants. In Vila Olímpia residieren Konzerne wie Unilever, Google, Microsoft oder das dekadente Mode-Imperium Daslu – natürlich mit eigenem Hubschrauber-Landeplatz. Nachts ziehen junge und finanzstarke Paulistas durch die Clubs und Bars. Es wirkt hier im Viertel alles zu glatt, wenn man um die Situation weiter Bevölkerungsteile weiß, andererseits angenehm sicher. Wir können entspannt durch die Straßen schlendern.

Armut und Gewalt sind hier weit weg, aber das Rattern der Hubschraubermotoren erinnert an den Blick von oben, an die sozialen Gegensätze. Über 700 Elite-Taxis kreisen täglich über Sao Paulo – um Verkehrschaos und Überfälle zu umgehen. Die weniger Reichen können sich für mehrere tausend Euro im Jahr zu Helikopter-Mitfahrgemeinschaften zusammenschließen. Wir dagegen brauchen Stunden mit dem Bus durch die Stadt, die schnelle U-Bahn fährt hier nicht. Die nächste grüne Insel ist per Fahrrad 40 Minuten entfernt: Im riesigen Park Ibirapuera, dem Central Park von Sao Paulo, spazieren und skaten Menschenmassen zwischen futuristischen Gebäuden des brasilianischen Star-Architekten Niemeyer, Seen und Gewächshäusern.

Sao Paulo (Foto: fernlokal)

Verkehrschaos (Foto: fernlokal)

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Die Goethe-Schau

Die Goethe-Institute, als  „weltweit tätige Kulturinstitute der Bundesrepublik Deutschland“, wollen laut Selbstdefinition „ein umfassendes Deutschlandbild durch Information über das kulturelle, gesellschaftliche und politische Leben“ vermitteln. Daher wirft fernlokal einen kurzen Blick in einige Institutionen, um zu schauen, was das Goethe-Institut aktuell eigentlich so macht:

In China stehen architektonische Entdeckungen auf dem Programm: Mit „Peking Parkour“ soll Peking neu entdeckt werden. In der Veranstaltungsreihe werden Erlebnisse und Erfahrungen aus den einzelnen Stadtregionen in Zusammenarbeit mit Studio-X Beijing und der Graduiertenschule für Architektur, Planung und Erhaltung der Columbia Universität  thematisiert.

In der namibianischen Hauptstadt Windhoek geben währenddessen die Massiven Töne ein Konzert und zwar auf dem musikalisch klingendem Gutenbergplatz.

In der brasilianischen Mega-Metropole Sao Paulo machen sich brasilianische Künstler in dem Projekt  dESTElado ihre Gedanken zum Fall der Mauer. Zudem findet noch bis Ende November die Filmreihe „Weit über die Mauer hinaus“ statt. Die Auswahl der Filme soll  laut Goethe-Institut eine Mischung aus „staatlicher Kunst und dem Underground“ darstellen. Neben den beim internationalen Publikum als Kultfilm gefeierten Good bye Lenin und Sonnenallee sind verschiedene Kurz- und Dokumentarfilme wie Gegenbilder – DDR Film im Untergrund 1983 – 1989 zu sehen. Den Rest des Beitrags lesen »

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Stereotypes: Mit dem Porsche über die Autobahn

„Autobahn“ – das ist das Erste, was dem Kameramann Cauê und dem Modefotografen Teo aus Sao Paulo zu Deutschland einfällt.

Anders als in Sao Paulo gäbe es auf dieser wunderbaren deutschen Erfindung auch kein Geschwindigkeitslimit, so dass man mit einem Porsche – wahlweise mit seinem Mercedes – unbegrenzt gen Horizont rasen könne.

„Wir fahr’n, fahr’n, fahr’n auf der Autobahn“

Auch die Anfang der 1970-er Jahre gegründete Formation Kraftwerk assoziieren die beiden Paulistas mit Deutschland. Die Düsseldorfer Elektro-Pop-Pioniere feierten mit Titeln beziehungsweise Alben wie „Autobahn“ oder „Trans Europe Express“ internationale Erfolge und beeinflussten verschiedene Musikstile – von amerikanischem Elektro-Funk und Techno bis zu HipHop und Baile Funk aus Rio de Janeiro.

Erst zuletzt denken Cauê  und Teo – die eher an die brasilianische Gewohnheit, eine halbe Stunde später zu kommen, gewöhnt sind – an die deutsche Pünktlichkeit. Auf eigene Erfahrungen mit Deutschland kann Teo nicht zurückgreifen; Cauê war bereits in Berlin und München. Von der bayrischen Landeshauptstadt hat auch er allerdings nicht mehr kennengelernt als das bekannteste Klischee: Bei einer Zwischenlandung blieb gerade genug Zeit, um für eine Maß Bier mit dem Taxi in die nächste Kneipe zu fahren.

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