Fernlokal

Online-Magazin für kulturelle Korrespondenzen und Kontraste

Models gegen Morde

Immer mehr Models mit Albinismus erobern die Modewelt – gerade in Afrika könnten sie dazu beitragen, gefährliche Klischees zu entkräften.

Sie hat eine schwarze Familie und ist doch weiß: Diandra Forrest ist hellhäutig, weil ihrer Haut Pigmente fehlen – das afroamerikanische Model mit Albinismus fällt nicht nur auf dem Laufsteg auf. Auch in der Bronx, dem New Yorker Stadtteil, in dem sie aufgewachsen ist, stach sie immer heraus.

Ihr Aussehen verhilft der 20-Jährigen heute zum Erfolg, sie gilt als interessantes Gesicht, in einem Markt, der immer auf der Suche nach dem Exotischen, dem Anderen, ist: der Modewelt. Den Rest des Beitrags lesen »

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Negativpreisverleihung Public Eye Awards 2011: Greenwashing statt sozialer Verantwortung

Bei den Public Eye Awards 2011 verleihen die NGO Erklärung von Bern (EvB) und Greenpeace Schweiz Preise für unternehmerische Verantwortungslosigkeit. Aussichtsreiche Kandidaten auf einen Negativ-Preis sind unter anderem Shell, Vattenfall, Roche und Coca Cola.  

Unternehmen haben erkannt, dass eine nachhaltige Ausrichtung image- und umsatzfördernd ist – doch oft ist nur der Anstrich grün. Die gemeinnützige Organisation Erklärung von Bern (EvB) und Greenpeace Schweiz verleihen den Negativpreis Public Eye Award 2011 an Unternehmen, die Greenwashing betreiben und bei ihrer Geschäftstätigkeit gegen ökologische und soziale Kriterien verstoßen.

Vorschläge gut dokumentierter unternehmerischer Missetaten können noch bis zum 20. September 2010 eingereicht werden. Die Preisträger in den Kategorien „Global“, „Swiss“, der Publikumspreis „People’s Award“ und der „Greenwash Award“ werden im Januar 2011, parallel zum Eröffnungstag des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos, ausgezeichnet und sollen Unternehmensskandale in die Öffentlichkeit bringen.

Krebsrisiko in Südafrika, Völkermord in Darfur

Nominiert wurden 2010 beispielsweise der grösste Stahlproduzent der Welt, Arcelor Mittal, der den südafrikanischen halbstaatlichen Stahlproduzenten Iscorin aufgekauft hat, dort sehr intransparent agiert, gegen Umweltschutzauflagen verstößt, Chemiemüll illegal entsorgt und sich weigert die Verantwortung für die Umweltverschmutzung rund um die Fabrik zu übernehmen. Wie Greenpeace berichtet würden dort deformierte Tiere geboren, Konserven und Fensterrahmen würden auffällig schnell durchrosten und die Gemeinde in der Nähe der Fabrik weise eine überdurschnittliche Krebsrate auf. Unternehmen wie die China National Petroleum Corporation (CNPC) oder die drittgrößte Investmentgesellschaft Fidelity investieren währenddessen in den Sudan oder in Darfur und  Den Rest des Beitrags lesen »

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Fernlokal WM 2010-Spezial: Eine Reise von Kapstadt nach Johannesburg

Von Apartheid bis zu Vuvuzelas: Christian Frey und Kai Schächtele berichten auf ihrem Blog Die WM – ein Wintermärchen? in Text, Bildern, Slideshows und Tonbeiträgen von ihrer Reise von Kapstadt nach Johannesburg und lassen sich auch auf das Südafrika jenseits der Fußballarenen ein.

Das deutsche Duo Frey & Schächtele möchte einen Blick hinter die Kulissen der erste Weltmeisterschaft auf afrikanischem Boden werfen und verarbeitet die Impressionen in gelungenen multimedialen Beiträgen. Christian Frey und Kai Schächtele berichten von interkulturellen Erlebnissen, mangelnder Bildung und Armut, sozialen Projekten oder den unvermeidbaren Vuvuzelas. Die beiden lassen dabei viele Südafrikaner selbst zu Wort kommen, die von ihrem Leben in Townships und anderswo erzählen, von ihrer Fußballleidenschaft oder wie man Xhosa spricht.

Screenshot von "Die Weltmeisterschaft - ein Wintermärchen?"

Screenshot von "Die Weltmeisterschaft - ein Wintermärchen?"

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Fernlokal WM 2010-Spezial: Randbemerkungen

Anpfiff. Das Fernlokal WM 2010-Spezial erzählt in loser Folge Geschichten vom Rand des Spielfeldes, Kontext, Kurioses – statt sich um Ergebnistabellen, technische Finessen oder Performance zu kümmern.

Fernlokal WM 2010 Spezial: Geschichten vom Rand des Spielfeldes (Foto: Andriz)

Fernlokal WM 2010 Spezial: Geschichten vom Rand des Spielfeldes (Foto: Andriz)

Foto: flickr/Andriz

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Kurzfilm über Namibia: “Africa light – Gray zone”

Namibia, die einstige deutsche Kolonie, glänzt in der Außenwahrnehmung meist als vergleichsweise demokratisches, friedliches und weit entwickeltes Naturparadies: “Africa Light”. Der deutsche Regisseur Tino Schwanemann hat seinen eigenen Erkenntnisprozess von der ersten Blendung zum genaueren Blick in einem Kurzfilm verarbeitet. Fernlokal hat mit ihm über die Produktion von “Africa light – Gray zone” gesprochen.

„Ich bin mit einer anderen Einstellung weg- als hingefahren“. Tino Schwanemann war kaum auf die Realität in Afrika, in Namibia, vorbereitet. Der Magdeburger Regisseur, der in Berlin lebt und arbeitet, hatte die Idee, einen Werbespot über Namibia zu konzipieren. 2007 beendete er sein Studium an der Filmakademie Baden-Württemberg,dann reiste Schwanemann für den Dreh nach Namibia.

Namibia (Foto: Tino Schwanemann)

Namibia (Foto: Tino Schwanemann)

Über Internetforen hatte er vorher Informationen über das Land und die Drehbedingungen eingeholt. Die Erkenntnisse von deutschen Touristen, die Namibia bereits besucht hatten, halfen wenig weiter: „Viele kennen die Etoscha-Pfanne und einzelne Ortschaften, sie sind sonst aber sehr eingeschränkt und waren nie an Orten wie Katatura“, so Schwanemann.

Katatura: Armut statt Luxus-Safari

Katatura ist das Armenviertel der namibischen Hauptstadt Windhoek, über 100.000 schwarze Namibianer leben hier, täglich kommen neue Einwanderer vom Land hinzu. „Der größte Teil besteht aus Blechhütten, die am Berg hängen, es ist sehr verwinkelt und es riecht nach Fäkalien“. Eine andere Facette von Namibia, fernab der Hochglanzbroschüren. In Katatura hat Schwanemann viel gedreht – allerdings nicht für den geplanten Werbefilm. Den Spot hat er zwar während seines siebenwöchigen Aufenthalts in Namibia noch realisiert, aber sein Kurzfilm “Africa light – Gray zone” ist zum Hauptprojekt geworden „und wird dem Thema eher gerecht“.

“Africa light – Gray zone” zeigt in 13 Minuten die gleichzeitigen Realitäten in dem südafrikanischen Land: Faszinierende Safari-Bilder und eine von Touristen überfahrene Giraffe, afrikanische Moderne und Armut, Stammes-Traditionen als Inszenierungen für Touristen oder Kolmannskuppe, die im Sand versinkende Stadt der Diamantensucher. Der Film sei eine „subjektive Bestandsaufnahme von Namibia, die durch sämtliche Gefühle hindurchgeht, die Faszination zeigt, aber auch das, was an Kontrasten und Ungereimtheiten vorhanden ist“. Dabei wolle der junge Regisseur nicht Fragen beantworten, sondern Fragen aufwerfen: „Mit dem Film möchte ich dazu ermutigen, sich kein einseitiges Bild zu machen, sondern das Panorama wahrzunehmen“. Den Rest des Beitrags lesen »

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Betrugsserie in Namibia: Touristenfalle im Namen der DDR-Kinder

Seit Monaten erleichtert eine Betrügerbande deutsche Touristen in Namibia um Geld. Unter dem Vorwand, eine Ausstellung über die Ex-DDR-Kinder aus Namibia zu realisieren, bitten sie um Spenden. Wenn der kulturelle Appell nicht wirkt, werden sie aber auch frecher. Abgesehen von der kriminellen Energie: Gar nicht so schlecht, die Story.

Seit Mitte des letzten Jahres wiederholen sich in der Allgemeinen Zeitung (AZ), der deutschsprachigen Zeitung in Nambia, Warnungen vor einer Betrügerbande und Berichte über verschiedene Vorfälle. Auf der Independence Avenue, die sich durch das Zentrum Windhoeks zieht, sammeln einige junge Männer angebliche Spenden für eine Ausstellung über die Geschichte der DDR-Kinder von Namibia. Laut der AZ scheint der Trick zu funktionieren. Geschäftsmänner berichteten, dass Touristen der Truppe bereits öfter 10 bis 50 Euro gegeben hätten. Ein Augenzeuge habe sie auch schwerbepackt in einen Mercedes einsteigen sehen. Wer versuche, dazwischenzugehen, werde aggressiv angepöbelt und verbal bedroht.

DDR-Kinder aus Namibia

Die Geschichte der DDR-Kinder ist aber auch wirklich interessant. Angesichts anderer dreister Methoden wie Raub, Bedrohung, Taschendiebstahl ist die Masche direkt wieder kreativ. 430 namibianische Kinder wurden ab 1979 in die DDR geschickt. Damals kämpfte die namibianische Unabhängigkeitsbewegung SWAPO (South-West Africa People’s Organisation) – mittlerweile die Regierungspartei – gegen die südafrikanische Besatzung und das Apartheidregime. Die Kinder wurden aus Flüchtlingslagern in die DDR (Video) in Sicherheit gebracht und wuchsen dort auf.

Von der Wüste in den deutschen Osten und retour

Der Wechsel nach Deutschland war für die Kinder im Alter von drei bis fünf Jahren ebenso abrupt wie die spätere Rückkehr nach Namibia. Anfang der 90er Jahre fiel zuerst die DDR zusammen, dann erreichte Namibia 1990 die Unabhängigkeit. Die in Deutschland sozialisierten jungen Ex-Namibianer und Namibianerinnen – denen das Einleben in Deutschland bereits unglaublich schwer gefallen sein muss – mussten überstürzt in ihr Herkunftsland zurückreisen. Hier wartete der nächste Kulturschock: In ihren Familien wurden sie als schwarz, aber sehr deutsch wahrgenommen, von den Deutschen und Deutschstämmigen in Namibia als ziemlich deutsch – aber eben sehr schwarz. Wie die DDR-Kinder dann selbst zwischen den kulturellen Polen oszillierten und der eine oder andere der eingedeutschten Namibianer sich neu verorten konnte (oder auch nicht), wäre eigentlich eine Ausstellung wert.

(sop)

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Ushahidi: Krisen aus der Makroperspektive

Von der Schweinegrippe bis zu Konflikten: Ushahidi – Swahili für „Zeugenaussage“ – ist ein Mapping-Tool, das Informationen, die per SMS, E-Mail oder Internet eingesandt werden, aggregiert und in Form einer Google-Map ausgibt.

Weder in Argentinien noch in Namibia sind bisher Fälle von Schweinegrippe aufgetreten, was hinsichtlich unserer Projektvorhaben (vorerst) beruhigend wirkt. Auf einer internationalen Übersichtskarte (auf der Karte unten sind die Verdachtsfälle lokalisiert) kann man sich durch verschiedene Filtermechanismen Verdachts- sowie Krankheits- und Todesfälle anzeigen lassen, die sowohl aus verifizierten, offiziellen Quellen als auch von Privatpersonen stammen.

Schweinegrippe

Crowdcourcing-Krisenplattform

Die Übersichtskarte ist eine Variante von Ushahidi, einer „Crowdsourcing Crisis Information“-Plattform: „Our goal is to create the simplest way of aggregating information from the public for use in crisis response.“ Ushahidi – Swahili für „Zeugenaussage“ – ist ein Mapping-Tool, das Informationen, die per SMS, E-Mail, Twitter oder Webseitenformular eingesandt werden, aggregiert und in Form einer Google-Map ausgibt. Ursprünglich wurde das Open-Source-Projekt nach der „Wiederwahl“ des amtierenden kenianischen Präsidenten Kibakis und dem blutigen Niederschlagen der auf die Wahlfälschungen folgenden Proteste und Ausschreitungen konzipiert: „Fifteen hundred were killed and half a million displaced while the news went black for three days“, so Forbes. Den Rest des Beitrags lesen »

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Thematisches

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