Fernlokal

Online-Magazin für kulturelle Korrespondenzen und Kontraste

Fernlokal Soundtrack #8: „Rie Chinito“ von Perota Chingo

Zwei Stimmen, Gitarre, ein bisschen Lagerfeuer- und Sonnenuntergang-Sound: Julia Ortiz und Dolores Aguirre sind „Perota Chingo“ aus Argentinien, gerade in Chile unterwegs & im Netz fast überall.

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Wolfgang Stoephasius: Miles & More

Wenn Wolfgang Stoephasius reist, dann hakt er Ziele auf seiner Liste ab – wie alle im Klub der Extremreisenden, in dem er deutscher Rekordhalter ist.

Pitcairn war ein besonders kniffeliger Fall. Die winzige Vulkaninsel, gerade viereinhalb Quadratkilometer britisches Überseegebiet, ragt abrupt aus dem Pazifik heraus, an den Klippen brechen sich die tosenden Wellen, irgendwo zwischen Neuseeland und Südamerika, weit weg vom Festland, so fern, dass Pitcairn lange nicht einmal auf einer Karte verzeichnet war.

Alle paar Monate wagt sich ein Schiff aus Neuseeland heran, um die letzten 48 Bewohner zu versorgen, Nachfahren der Seefahrer, die 1789 auf der Bounty meuterten, später hier anlegten und mit geraubten Tahitianerinnen die Insel belebten.

Diese Insel also wollte auch der Münchner Wolfgang Stoephasius erobern im Februar 2011. Er buchte eine Kreuzfahrt für sich und seine Frau, das Schiff sollte in die Nähe von Pitcairn fahren. Den Rest des Beitrags lesen »

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Militärdiktatur-Prozesse: Spätes Urteil im Mordfall Elisabeth Käsemann

Elisabeth Käsemann wurde 1977 von argentinischen Militärs erschossen – erst jetzt werden die Täter bestraft.

An ihrem 30. Geburtstag befand sich Elisabeth Käsemann bereits in dem Folterzentrum El Vesubio in der Provinz Buenos Aires. Wenige Tage später, in der Nacht vom 23. auf den 24. Mai 1977 wurde sie mit 15 Mitgefangenen in Monte Grande erschossen. Die offizielle Version der argentinischen Militärregierung: Es habe ein Feuergefecht gegeben, bei dem die 16 “subversiven Verbrecher” getötet worden seien. Allerdings trug Elisabeth Handschellen und eine Kapuze über dem Kopf, die Militärs hatten sie mit Schüssen in Genick und Rücken exekutiert (Hier mehr zu ihrer Geschichte).

Erst jetzt mussten sich die Täter vor Gericht verantworten, die für die Entführung und den Mord an der jungen Deutschen verantwortlich sind.

Nach eineinhalb Jahren Hauptverhandlung Den Rest des Beitrags lesen »

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Mord in Guatemala: Anschlag auf Facundo Cabral

Der argentinische Sänger Facundo Cabral ist heute in Guatemala erschossen worden.

Der Argentinier Facundo Cabral war gerade auf einer Konzertreise und nach Vorstellungen in Guatemala auf dem Weg zum Flughafen, als sein Wagen sowie der Wagen seines Leibwächters von einem bewaffneten Kommando attackiert wurden – Cabral, 74, wurde durch mehrere Schüsse getötet. Ob es ein Raubüberfall, eine gezielte Attacke (Cabral hatte länger in Mexiko gelebt, wer weiß) oder eine Verwechslung war, ist unklar. Der Mord wirft nun ein kurzes Schlaglicht auf den von Banden- und Kartellkriminalität durchdrungenen Staat, die Suche nach den Tätern sei im Gange, aber da Guatemala eine ähnliche Straflosigkeitsquote haben dürfte wie Mexiko, ist die Wahrscheinlichkeit einer Antwort gering.

Der Argentinier Cabral ist in den 1970er Jahren mit seinem Lied „No soy de aqui, ni soy de alla“bekannt wurde, musste aber 1976 zur Zeit der Militärdiktatur das Land verlassen, da er als einer der argentinischen Protestsänger galt, damals ein lebensgefährlicher Ruf.

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Uruguay: Straflosigkeit für Militärverbrecher

Vergangenheitsbewältigung versus Realpolitik: In Uruguay wird die Aufarbeitung von Verbrechen während der Militärdiktatur erneut verschleppt.

Nach wochenlangen Debatten und Protesten sind die Bemühungen, das „Ley de Caducidad de la Pretensión Punitiva del Estado“ in Uruguay endlich abzuschaffen, wieder einmal gescheitert – die Annullierung des umstrittenen Gesetzes erhielt bei einer knappen Abstimmung keine Mehrheit im Abgeordnetenhaus. Das Gesetz sichert Polizei- und Militärangehörigen Straffreiheit zu, die während der Militärdiktatur in Uruguay Menschenrechtsverletzungen  begangen haben.

Während der uruguayischen Militärdiktatur von 1976 bis 1985 wurden etwa 200 Urugayaner entführt und getötet, Tausende von Menschen wurden gefoltert – viele der Verbrechen, sind bis heute nicht aufgeklärt, Straftäter, vor allem auf der mittleren Führungsebene und solche, die nur auf Befehl gehandelt haben sollen, wurden nie rechtlich belangt. Den Rest des Beitrags lesen »

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Die Letzten ihrer Art: Deutschsprachige Zeitungen im Ausland

Buenos Aires, Moskau, Windhoek: Deutschsprachige Zeitungen sind auf der ganzen Welt verbreitet – doch viele kämpfen um ihr Überleben.

Wer als Auswanderer keine deutschsprachige Zeitung vorfand, gründete einfach sein eigenes Blatt: So haben sich von Buenos Aires bis Windhoek zahlreiche Auslandsmedien etabliert. Etwa 3.000 deutschsprachige Presseerzeugnisse, 300 Radioprogramme und 50 Fernsehprogramme hat die Internationale Medienhilfe außerhalb von Deutschland, Österreich und der Schweiz gezählt – sie berichten für die Exilgemeinden im Ausland, aber auch für Touristen oder Einheimische, die Deutsch lernen möchten.

Deutschsprachige Wochenzeitung in Argentinien

Deutschsprachige Wochenzeitung in Argentinien

Allerdings sind viele der 3.000 Publikationen Gemeindeblätter, Tourismusmagazine oder nur einmal jährlich erscheinende Publikationen. Tages- oder Wochenzeitungen mit mehrseitigem Umfang, einem journalistischen Anspruch und einem größeren Publikum sind rar. Den Rest des Beitrags lesen »

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Argentinisches Wanderkino: Unterwegs auf staubigen Straßen

Flüchtige Filme für Dörfer, Gefängnisse oder Schulen: Das Cine Móvil bringt Kino bis in die letzten Winkel Argentiniens – und ist auch durch Deutschland gereist.

Die Befürchtung vieler Häftlinge, dass die Zeit nach dem Gefängnis schlimmer sein könnte als die Zeit darin, ist universell. Auch die Insassen der Justizvollzugsanstalten in Berlin, Hamburg oder Rottenburg stellten Gemeinsamkeiten mit dem Argentinier aus Un Oso Rojo, Der rote Bär, fest. Nach seiner Entlassung wird der Protagonist des Films von Adrián Caetano mit seiner zerrütteten Ehe konfrontiert, trifft auf gesellschaftliche Vorurteile und strauchelt bei der Rückkehr in den Alltag.

Parallelen zur deutschen Lebenswirklichkeit lassen sich in allen 14 Filmen entdecken, die das argentinische Wanderkino Cine Móvil aus der Provinz Córdoba bei seiner sechswöchigen Deutschlandreise gezeigt hat – es ging um Migration und die Spätfolgen von Diktatur, Zukunftsperspektiven für Jugendliche oder um die Wirtschaftskrise.


Im September und Oktober hat das Cine Móvil-Team insgesamt 6000 Kilometer quer durch Deutschland zurückgelegt und durch die nationalen Filme, aber auch durch die spezielle Art der Präsentation argentinische Kultur zu Gefängnissen, Kulturinstituten, Schulen und kleinen, kinofreien Orten transportiert.

Auch das Kinosterben ist eine deutsch-argentische Gemeinsamkeit. „Unterwegs sind wir an einigen leerstehenden Kinos vorbeigekommen“, sagt die deutsche Journalistin und Filmemacherin Ute Schneider, die in Córdoba lebt und die Deutschlandtour des Wanderkinos mitorganisiert hat. Den Rest des Beitrags lesen »

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Paco: Gefährlicher Billigrausch

Gegen Marihuana in kleineren Mengen kämpft die argentinische Regierung nicht mehr – der private Konsum ist legalisiert. Das größere Problem heißt Paco: ein gefährliches Kokain-Abfallprodukt, das schnell süchtig macht und vor allem die Lage in den Villas, den argentinischen Armenvierteln, drastisch verschlimmert.

„Lebende Tote“ werden die zehntausenden Paco-Junkies in Argentinien genannt. Denn Paco tötet nicht nur Schmerz, sondern auch das Hungergefühl. Viele Konsumenten sind völlig abgemagert, sie haben aufgesprungene Lippen und Blutergüsse auf der Haut. Die Pasta Básica de Cocaína, kurz Paco, ist ein Abfallprodukt auf Kokainbasis, das geraucht wird. Oft ist die Droge mit diversen Substanzen wie Glassplittern oder Chemikalien wie Kerosin, Putzmittel oder Lösungsmitteln gestreckt. Langfristig schädigt die gefährliche Mixtur Gehirn und Organe, Paco fördert aber auch Psychosen und Paranoia.

Droge der Armen

Wie Kokain macht Paco euphorisch – doch die Wirkung setzt sofort ein und dauert nur 30-70 Sekunden. Und Paco ist billig, kostet nur ein paar Cents, so dass die Droge sich vor allem in den Armenvierteln von Buenos Aires rasant ausbreiten konnte.

Argentiniens Problem: Paco (Foto: Flickr/Olmovic)

Argentiniens Problem: Paco (Foto: Flickr/Olmovic)

Nach der argentinischen Wirtschaftskrise 2001 soll die Zahl der Abhängigen hochgeschnellt sein, vor allem viele Jugendliche bekämpften Arbeitslosigkeit und fehlende Zukunftschancen mit dem billigen Rausch. Den Rest des Beitrags lesen »

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Argentinischer Staatsterror, der Fall Käsemann und die deutsche Schuldfrage

Zur Zeit laufen in Argentinien neue Prozesse gegen Verbrechen während der Militärdiktatur. Etwa 30.000 Menschen fielen dem staatlichen Terror von 1976 bis 1983 zum Opfer, sie wurden entführt, gefoltert und ermordet. Deutschland tritt als Nebenkläger auf: Verhandelt wird auch der Fall der jungen Deutschen Elisabeth Käsemann. Und wirft die Frage nach der Schuld der damaligen deutschen Bundesregierung auf.

An ihrem 30. Geburtstag befand sich Elisabeth Käsemann bereits in dem Folterzentrum El Vesubio in der Provinz Buenos Aires. Wenige Tage später, in der Nacht vom 23. auf den 24. Mai 1977 wurde sie mit 15 Mitgefangenen in Monte Grande erschossen. Die offizielle Version der argentinischen Militärregierung: Es habe ein Feuergefecht gegeben, bei dem die 16 “subversiven Verbrecher” getötet worden seien.

Elisabeth trug Handschellen und eine Kapuze über dem Kopf, die gezielten Schüsse in Genick und Rücken weisen auf eine Exekution hin. Keine ungewöhnliche Praxis im Umgang mit Gefangenen, die nach ihrer Inhaftierung in den Folterzentren oft erschossen und in Massengräbern verscharrt oder narkotisiert, gefesselt und während der sogenannten „Todesflüge“ über dem Atlantik abgeworfen wurden.

Elisabeh Käsemann: Gefährliches Engagement

Elisabeh Käsemann: Gefährliches Engagement

Soziales Engagement in Lateinamerika
Elisabeth Käsemann war die Tochter des streitbaren Theologen und Nationalsozialismus-Gegners Ernst Käsemann. Ihr sozialpolitisches Engagement führte sie nach ihrem Soziologie- und Politik-Studium 1966 an der Freien Universität Berlin für ein Praktikum nach Lateinamerika. Den Rest des Beitrags lesen »

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Colonia Liebig: Fleischextrakte und Yerba-Mate

Die Cooperativa der Colonia Liebig in der Provinz Corrientes ist noch heute eine produzierende Genossenschaft für Mate-Tee. Ihre Geschichte  geht zurück in die Anfänge des 20. Jahrhunderts.

Die Provinz Corrientes ist für ihre deutschen Einwanderer bekannt. Sie kamen Anfang des 20. Jahrhunderts nach Argentinien, um den wirtschaftlichen Bedingungen und ärmlichen Verhältnissen des Nachkriegs-Deutschland zu entfliehen.

Mate-Tee der Colonia Liebig

Mate-Tee der Cooperativa Agrícola de la Colonia Liebig (foto: fernlokal)

Bevor die Colonia Liebig für ihre Yerba Mate-Produktion bekannt wurde, zog ein anderes Produkt die Menschen in die Region: Fleischextrakte. Die Colonia Liebig wurde 1924 gegründet. Sie bildete sich zu der Zeit des großen Stroms deutscher Einwanderer nach Argentinien. Circa 300 Personen aus 60 deutschen Migranten-Familien lebten in der Kolonie. Namensgeber war der deutsche Chemiker Justus Liebig, der in Deutschland unter anderem mit der Herstellung von Fleischextrakten Aufmerksamkeit erregt hatte.  Viele Migranten blieben trotz einfacher und oftmals schwieriger Lebensverhältnisse dort, mit vielen Personen auf engem Raum, ohne Strom und fließend Wasser, weil ihnen die Niederlassung von Liebig-Fleischextrakt Arbeit und Land brachte.

Video über das heutige Pueblo Liebig und seine ehemalige Fleischextraktfabrik (spanisch)

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