Fernlokal

Online-Magazin für kulturelle Korrespondenzen und Kontraste

Rote Karte für Machos

Sie gründen Start-Ups, hacken, programmieren: Doch Frauen sind in der digitalen Szene noch zu unsichtbar.

Hacker – das ist in der Vorstellung vieler immer noch ein Mann, der eine symbiotische Beziehung mit seinem Computer hat. Tatsächlich aber gibt es zahlreiche Hackerinnen, in Deutschland auch „Haecksen“ genannt – auch wenn sie eine Minderheit sind und seltener lautstark in die Öffentlichkeit treten.

Frauen während einer Podiumsdiskussion bei der Campus Party Europe
Dumme Sprüche und sexistisches Verhalten seien bei der DEFCON, dem größten Hackertreffen in den USA, häufig, sagt Keren Elazari, eine 30-jährige Hackerin aus Tel Aviv. Den Rest des Beitrags lesen »

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Fernlokal WM-Spezial 2011: Slumdog Verteidigerin

Sie hatte keine Bleibe, kein Geld, keine Freunde. Shahenaz Kureshi lebt heute in einem indischen Armenviertel – und findet im Fußball einen neuen Lebenssinn.

Shahenaz Kureshis Geburt war für ihren Vater eine Beleidigung. Tagelang schlug und schikanierte er die Mutter, die es gewagt hatte, nur eine Tochter, keinen Sohn, auf die Welt zu bringen, und ermordete die Kleine fast, bis Shahenaz’ Mutter mit dem Baby flüchtete. An diesem Berliner Nachmittag im Juni steht Shahenaz Kureshi, die so unerwünscht war, am richtigen Platz in ihrem Leben: Auf einem Berliner Fußballfeld donnert sie energisch einen Ball nach dem anderen ins Tor, dribbelt, lacht.

Die gemalte safranfarben-weiß-grüne Landesflagge trägt die zierliche 19-Jährige stolz auf der Wange, dazu das „Slum Soccer“-Trikot: hellblaues Hemd, hellblaue Shorts, rote Stutzen. Fußball eben.

Fußball spielt im Hockey- und Cricket-Land Indien eine geringe Rolle, kein indisches Nationalteam hat sich je für die WM qualifiziert – doch es ist zumindest eine kleine Weltmeisterschaft, bei der Shahenaz ihr Land vertritt: Beim Frauen-Fußball-Festival „Discover Football“ in Kreuzberg treten in dieser Woche Frauenteams aus aller Welt gegeneinander an. Den Rest des Beitrags lesen »

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Fernlokal WM-Spezial 2011: Discover Football – Die kleine Weltmeisterschaft

Frauen, Fußball, viel Kultur: Beim Fußballfest „Discover Football“ kicken Spielerinnen aus aller Welt auf Kreuzberger Rasen.

Für die jungen Afghaninnen, die 2010 zum ersten Frauen-Fußball-Kulturfestival „Discover Football“ nach Berlin reisten, war schon der erfolgreiche Weg zum Fußballplatz ein Sieg. In ihrem Heimatland konnten sie aus Angst vor islamistischen Attacken nie trainieren. In anderen Ländern kämpfen Spielerinnen gegen Diskriminierung, Kriegstraumata oder soziale Barrieren.

Der Ball fliegt knapp am Tor vorbei

Auch in diesem Jahr treten bei „Discover Football“ in Berlin wieder Teams aus der ganzen Welt an, die es in ihren Herkunftsländern besonders schwer haben – oder sich besonders stark sozial engagieren. Den Rest des Beitrags lesen »

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„Cuchillo de palo / 108“: Folter und Schweigen in Paraguay

In „Cuchillo de palo / 108“ vermittelt die Filmemacherin Renate Costa Perdomo die Situation von während der Militärdiktatur verfolgten und gefolterten Homosexuellen.

Die 108 ist in Paraguay ein Symbol für die Verfolgung und die Folter von Homosexuellen während der Diktatur des Militärgenerals Alfredo Stroessner – auf öffentlichen Listen wurden damals erst 108 Männer, dann weitere, zwangsgeoutet. Renate Costa Perdomos Onkel Rodolfo war einer dieser Geächteten.

Die junge Filmemacherin verfolgt die Geschichte ihres Onkels mit der Kamera, versucht, das Schweigen ihrer Familie zu durchbrechen und zeigt auf, wie wenig die Vergangenheitsbewältigung in Paraguay fortgeschritten ist und wieviel bis heute verdrängt wird:

„Of all my uncles, Rodolfo was the only one who didn’t want to be a blacksmith like my grandfather: He wanted to be a dancer. The search for the traces of his life leads to the discovery that in the eighties in Paraguay, under Stroessner’s dictatorship, Rodolfo was included in one of the „108 lists of homosexuals“, arrested and tortured. Rodolfo’s story reveals a part of the hidden and silenced history of my country. In „Cuchillo de Palo 108“ two generations come face to face in a confrontation that ultimately allows each of us to understand our place in the world.“

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Auf dem Skateboard durch Kabul

Ein bisschen Kindheit in einer zerstörten Stadt: Faranaz Akram, 13, skatet bei der ersten Skateboardschule in Afghanistan.

Nicht einmal ein afghanisches Wort gab es für die rollenden Bretter, mit denen Oliver Percovich und seine Freunde 2007 erstmals durch die afghanische Hauptstadt Kabul flitzten.

Neugierige Kinder folgten dem ungewöhnlichen Trupp, die Skater brachten den Kindern dann das Fahren bei, der Unterricht fand lange in einem leeren Brunnenbecken statt. 2009 gründete der Australier Percovich dann offiziell die gemeinnützige Organisation Skateistan – die erste Skateboardschule in Afghanistan.

Mehr als 330 junge Skater gibt es inzwischen in Kabul, auch viele Mädchen stehen auf den Brettern – was für Afghanistan ziemlich ungewöhnlich ist. Faranaz Akram aus Maimana im Norden Afghanistans ist eine der Skateboarderinnen in dem von Krieg, Krisen und Selbstmordattentaten geschüttelten Afghanistan. Den Rest des Beitrags lesen »

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Popfeminismus in Berlin

Popfeminismus – (nur) ein gut klingendes Label für den Kampf um Frauenrechte? Stefanie Lohaus vom Missy Magazin, Musikerin Bernadette La Hengst und Dj Ipek.

Drei Künstlerinnen aus Berlin erzählen was Popfeminismus für sie bedeutet und ob sie sich selbst als (Pop-)Feministinnen bezeichnen.

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Frauen im Netz: Die Eroberung der Blogosphäre

Neue Netzwerke: Bloggende Mädchen und Frauen waren lange wenig sichtbar – doch das ändert sich.

Unter den mehreren Hunderttausend Weblogs-Schreiberlingen gibt es natürlich viele Frauen, die teils auch schon seit Jahren bloggen – doch in der Öffentlichkeit waren weibliche Stimmen aus der Netzwelt lange kaum präsent.

Wenn es um den Zustand der Blogosphäre ging, wurde in der Vergangenheit immer auf ein Dutzend männlicher Autoren verwiesen, auf die so genannten „A-„ oder auch „Alpha-Blogger“, die bei Online-Diskussionen, in Medienberichten oder bei Rankings wie den Deutschen Blogcharts im Vordergrund standen.

Mädchenmannschaft im Netz

Mädchenmannschaft im Netz

Ein Erklärungsansatz ist, dass den Bloggerinnen die Währung der Blogosphäre, die möglichst häufige Verlinkung und damit auch mehr Aufmerksamkeit, vielleicht gar nicht so wichtig sei. Den Rest des Beitrags lesen »

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Gleichgeschlechtliche „Dancing Stars“

Zwei Männer bei der österreichischen Tanz-Show „Dancing Stars“ – welch Skandal. Israel hat die Aufregung längst hinter sich.

Der homosexuelle Moderator, Entertainer und Schauspieler Alfons Haider (trotz Ähnlichkeiten nicht mit dem ehemaligen Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider verwandt) hat in Österreich einen mittelschweren Skandal ausgelöst, da er bei der nächsten Staffel der ORF-Show „Dancing Stars“ mit einem Mann tanzen will.

Ex-Formel-1-Weltmeister Niki Lauda meinte nun, sich dazu äußern zu müssen und berichtete Boulevardzeitungen sinngemäß, dass er zwar grundsätzlich tolerant sei und ihm selbst ein schwuler Sohn nichts ausmachen würde, man aber Kinder davor schützen müsse, tanzende Männer zu betrachten. In Deutschland sei so etwas weder bei ARD und ZDF noch bei RTL möglich (wieso eigentlich nicht?). Den Rest des Beitrags lesen »

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Frauen in Indien: Unerwünscht

Indien gilt als größte Demokratie und aufstrebender wirtschaftlicher und politischer Global Player. Doch die Situation vieler Frauen ist katastrophal.

Der Einblick in das Leben indischer Frauen ist erschütternd: In der zwölfminütigen Multimedia-Slideshow „Undesired“ zeigt der argentinische Photo-Journalist Walter Astrada, wie die Geburt eines Sohnes in vielen Fällen als einzige Daseinsberechtigung angesehen wird, Frauen als Belastung gelten und in jeder Lebensphase diskriminiert werden.

Wurden weibliche Babys in Indien früher oft direkt nach der Geburt erstickt, ertränkt, verbrannt oder vergiftet, addieren moderne Möglichkeiten wie Ultraschall nun eine Praxis hinzu, wie man sich der Tochter noch früher entledigen kann: Etwa 7.000 Mädchen werden den UN zufolge täglich abgetrieben. Geschlechtsabhängige Abtreibungen sind zwar inzwischen illegal, doch viele Ärzte beugen sich dem Wunsch der Eltern dennoch – und kassieren das Geld. Den Rest des Beitrags lesen »

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Discover Football, zweite Runde

2011 treffen sich auf Berliner Rasen erneut Frauenmannschaften aus aller Welt, die nicht nur gut kicken, sondern entweder sozial engagiert und/oder sozial benachteiligt sind.

Durch den Dokumentarfilm „Football Under Cover“ wurde die Multikulti-Frauenmannschaft des türkischen Vereins AL-Dersimspor in Kreuzberg über Berlin hinaus bekannt: Die Fußballerinnen hatten 2006 ein Spiel gegen die iranische Frauennationalmannschaft arrangiert – das erste gegen ein ausländisches Team seit 1979. Valerie Assmann,  Rechts-Außen-Spielerin bei Dersimspor, berichtete auf Fernlokal von diesem utopischen Moment.

Valerie Assmann: "Es zählt nicht nur der Fußball" (Foto: Fernlokal)

Valerie Assmann: "Es zählt nicht nur der Fußball" (Foto: Fernlokal)

Im vergangenen Jahr haben die Fußballerinnen dann erstmals ein internationales Match auf deutschem Rasen initiiert und mehrere Frauenmannschaften  zum Frauen-Fußball-Festival „Discover Football“ nach Berlin geladen. Den Rest des Beitrags lesen »

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Thematisches

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