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Veranstaltungstipp: Militärdiktatur in Chile

Verbrechen, Widerstand und Justiz: Die Menschenrechtsorganisation European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) bietet in Berlin eine Veranstaltungsreihe zur chilenischen Militärdiktatur an.

Am 11. September 1973 putschte das chilenische Militär unter Führung des Junta-Chefs Augusto Pinochet den demokratisch gewählten sozialistischen Präsidenten Salvador Allende aus dem Amt. Es begann die – neben der argentinischen Militärdiktatur (1976-1983) – blutigste Militärdiktatur in Lateinamerika. Tausende wurden gefoltert, entführt und ermordet. Doch selbst in den Jahren härtester Repression organisierten linke Parteien und vor allem die Bewohner der Elendsviertel Chiles Widerstand gegen das Regime. Nach einer erfolgreichen Kampagne seiner Gegner erlitt Pinochet 1988 in einer Volksabstimmung eine Niederlage, seine Diktatur endete formal. Allerdings blieb Pinochet nach den ersten Wahlen im Jahr 1989 die dominierende Figur des politischen Lebens in Chile. Dies änderte sich erst mit seiner Verhaftung am 16. Oktober 1998 in London. Den Rest des Beitrags lesen »

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Kurzfilmfestival in Rio de Janeiro

Zum 21. Mal veranstaltet Rio de Janeiro das internationale Kurzfilmfestival „Curta Cinema“. Zehn Tage präsentieren sich Filmemacher aus Rio, Brasilien und der ganzen Welt.

Ein Raunen geht durch die Masse als Beitrag vier beginnt: Nahaufnahme einer nackten Frau – nur ihre Beine sind sichtbar, während sie sich die Schnürsenkel um die weißen Rollschuhe bindet. Der Saal des historischen Kinos Odeon in Rios Zentrum ist zur Premiere der diesjährigen Kurzfilme aus Rio de Janeiro, dem „Lançamento Carioca“, vollständig besetzt. Die Filmemacher selbst erscheinen zur Vorstellung, um ihre drei bis zwanzigminütgen Filme vorzustellen.

Dabei variieren die Beiträge von der laienhaften Einpersonen-Geschichte „My Birthday-Party“ über einen einsamen Geburtstag während eines Auslandsaufenthaltes bis zum professionellen Crew-Stück wie „Os Sapos“ oder „As Heranças“, die zwischenmenschliche Beziehungen aufarbeiten. Zum Teil wirken die Filme sehr künstlerisch, ohne Dialog und Interaktion, dafür mit langatmigen Sequenzen.

Internationaler Wettbewerb

In der Gruppe internationaler Beiträge finden sich mehrere deutsche Filme. „Ausstieg“ – ein Monolog, gesprochen auf Bilder einer S-Bahnfahrt in Berlins Mitte. Den Rest des Beitrags lesen »

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Wolfgang Stoephasius: Miles & More

Wenn Wolfgang Stoephasius reist, dann hakt er Ziele auf seiner Liste ab – wie alle im Klub der Extremreisenden, in dem er deutscher Rekordhalter ist.

Pitcairn war ein besonders kniffeliger Fall. Die winzige Vulkaninsel, gerade viereinhalb Quadratkilometer britisches Überseegebiet, ragt abrupt aus dem Pazifik heraus, an den Klippen brechen sich die tosenden Wellen, irgendwo zwischen Neuseeland und Südamerika, weit weg vom Festland, so fern, dass Pitcairn lange nicht einmal auf einer Karte verzeichnet war.

Alle paar Monate wagt sich ein Schiff aus Neuseeland heran, um die letzten 48 Bewohner zu versorgen, Nachfahren der Seefahrer, die 1789 auf der Bounty meuterten, später hier anlegten und mit geraubten Tahitianerinnen die Insel belebten.

Diese Insel also wollte auch der Münchner Wolfgang Stoephasius erobern im Februar 2011. Er buchte eine Kreuzfahrt für sich und seine Frau, das Schiff sollte in die Nähe von Pitcairn fahren. Den Rest des Beitrags lesen »

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Militärdiktatur-Prozesse: Spätes Urteil im Mordfall Elisabeth Käsemann

Elisabeth Käsemann wurde 1977 von argentinischen Militärs erschossen – erst jetzt werden die Täter bestraft.

An ihrem 30. Geburtstag befand sich Elisabeth Käsemann bereits in dem Folterzentrum El Vesubio in der Provinz Buenos Aires. Wenige Tage später, in der Nacht vom 23. auf den 24. Mai 1977 wurde sie mit 15 Mitgefangenen in Monte Grande erschossen. Die offizielle Version der argentinischen Militärregierung: Es habe ein Feuergefecht gegeben, bei dem die 16 “subversiven Verbrecher” getötet worden seien. Allerdings trug Elisabeth Handschellen und eine Kapuze über dem Kopf, die Militärs hatten sie mit Schüssen in Genick und Rücken exekutiert (Hier mehr zu ihrer Geschichte).

Erst jetzt mussten sich die Täter vor Gericht verantworten, die für die Entführung und den Mord an der jungen Deutschen verantwortlich sind.

Nach eineinhalb Jahren Hauptverhandlung Den Rest des Beitrags lesen »

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Soziales Engagement im Drogenkrieg

Lisa Zeidler und Sandra Wienand haben die Situation von Menschenrechtsorganisationen in Kolumbien und Mexiko erforscht.

Drogen begegneten Lisa Zeidler und Sandra Wienand gleich am ersten Tag in Bogotá, der ehemaligen kolumbianischen Drogenwelthauptstadt: Als sie in einem kleinen Laden Wasser kaufen wollten, schwankte ein Kolumbianer mit einem weißen Tütchen voller Kokain hinein und ließ es sich von der Ladenbesitzerin aufschneiden.

Kolumbianischer Alltag, für die deutschen Studentinnen skurril. Neun Wochen lang sind die beiden durch Mexiko und Kolumbien gereist – kein Urlaubstrip, sondern ein Forschungsaufenthalt. Sandra, 24, und Lisa, 25, haben für ihre Masterarbeit Interviews mit Vertretern von Menschenrechtsorganisationen geführt. Den Rest des Beitrags lesen »

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Barfuß und Bargeldlos

Schuhe weg, Geld weg: Gestrandet in Mexiko City.

Der Plan sah eigentlich anders aus: Endlich wieder Aufbruch aus der – wenn auch spannenden und sich fast schon wie zuhause anfühlenden – Metropole Mexiko City, endlich wieder reisen – nach Morelia und Guadalajara, in die Bundesstaaten Michoacán und Jalisco, die wir bisher noch nicht betreten haben.

In Guadalajara auf der Parkbank

Nach dem Zusammensammeln der letzten Peso-Scheine aus Reiseführer, Brottüte, Socken und anderen absurden Verstecken dann Ernüchterung: wir hätten es gerade mal per Bus nach Guadalajara geschafft, dann hätten wir wohl auf einer Parkbank schlafen müssen. Den Rest des Beitrags lesen »

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Die Letzten ihrer Art: Deutschsprachige Zeitungen im Ausland

Buenos Aires, Moskau, Windhoek: Deutschsprachige Zeitungen sind auf der ganzen Welt verbreitet – doch viele kämpfen um ihr Überleben.

Wer als Auswanderer keine deutschsprachige Zeitung vorfand, gründete einfach sein eigenes Blatt: So haben sich von Buenos Aires bis Windhoek zahlreiche Auslandsmedien etabliert. Etwa 3.000 deutschsprachige Presseerzeugnisse, 300 Radioprogramme und 50 Fernsehprogramme hat die Internationale Medienhilfe außerhalb von Deutschland, Österreich und der Schweiz gezählt – sie berichten für die Exilgemeinden im Ausland, aber auch für Touristen oder Einheimische, die Deutsch lernen möchten.

Deutschsprachige Wochenzeitung in Argentinien

Deutschsprachige Wochenzeitung in Argentinien

Allerdings sind viele der 3.000 Publikationen Gemeindeblätter, Tourismusmagazine oder nur einmal jährlich erscheinende Publikationen. Tages- oder Wochenzeitungen mit mehrseitigem Umfang, einem journalistischen Anspruch und einem größeren Publikum sind rar. Den Rest des Beitrags lesen »

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Spurensuche: Vom Nahen Osten nach Ost-Berlin

Ein Israeli in Berlin: Dan lebt jetzt in der Stadt, aus der sein Großvater fliehen musste.

Für Dan ist es normal, wenn es wieder eine Welle in dem Krieg gibt, der seit 2000 Jahren andauert, und die Bomben kommen. Der 25-Jährige ist in Jerusalem geboren und hat sein Leben vor allem in Nahariya verbracht. Nur zehn Kilometer von der libanesischen Grenze entfernt ist die Kleinstadt am Meer oft Schauplatz des Konfliktes um Israel gewesen: „Jedes Haus im Norden hat einen Bombenkeller, jede Schule, jede Fabrik, jedes Gebäude“, sagt Dan.

Gasmasken-Designcontest

Im Golfkrieg detonierten „unglaublich große Raketen“ aus dem Irak, deren Einschlag man aus 200 Kilometer Entfernung hören konnte. „Damals hatte jeder Mensch in Israel eine Gasmaske, die man immer in einer kleinen Box dabeihaben musste“, erinnert Dan sich an die Zeiten, in denen bei Schulwettbewerben die am schönsten gestaltete Masken-Box gekürt wurde. Den Rest des Beitrags lesen »

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Allgemeine Zeitung aus Windhoek: Wegweiser durch Namibia

Die Webseite der Allgemeinen Zeitung aus Namibia wurde zu einer der besten Webadressen zum Thema Reisen gekürt.

Der m.w.-Verlag aus Frankfurt am Main hat die Website der Allgemeinen Zeitung (AZ), der einzigen deutschsprachigen Tageszeitung aus Namibia, zum 5. Mal in Folge als „eine der besten Webadressen aus dem Bereich Reisen“ ausgezeichnet. Der Verlag stellt jährlich 6000 hilfreiche Internet-Adresse aus dem deutschsprachigen Raum zum Thema Reisen zusammen, die nicht unbedingt durch Googeln zu finden sind.

AZ: Deutschsprachige Zeitung aus NamibiaSpringböcke und Grundeinkommen

Die Webseite der Tageszeitung aus Windhoek informiert Touristen in einer umfangreichen Rubrik über sehenswerte Orte, Touren durch Namibia, Springböcke, Sandboarding, Impfschutz, Handeln auf dem Markt in Windhoek oder Projekte wie Lebende Museen. Den Rest des Beitrags lesen »

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Die neue Nerd-Show

Das Internet wird von schrägen Menschen für schräge Menschen gefüllt. Und wenn dann die virale Netzmaschine anspringt, ist ein Hit garantiert: So geschehen mit „Türkisch Deutsch/Deutsch Türkisch“ von Kathrin Fricke alias Coldmirror.

Wer türkisch spricht, sollte jetzt Humor beweisen. Denn: „Türkisch Deutsch/Deutsch Türkisch“ ist ein neuer Hit. Das Musikvideo mit dem einprägenden Refrain „Keks alter Keks“ geistert durch die sozialen Netzwerke, es wird sogar international verlinkt. Es ist eine eigenwillige Interpretation und Deutsch-Synchronisation eines türkischen Pop-Songs, ein absichtliches „Mishearing“, also Falschverstehen. Aus türkischem Liedtext wird so ein deutscher „gesunder Streuwagen“ oder „Keks mit Ohr-Sand“.

Screenshot Youtube-Kanal von Coldmirror

Für viele eine neue Internet-Entdeckung, dabei ist die Produzentin schon länger im Netz aktiv und hat einige „Falschverstehen“-Videos erstellt: Kathrin Fricke alias Coldmirror ist eine Internet-Comedian.

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